CAI-Präsident entgeistert

Wegweiser an Südtirol-Idyll mit Beleidigungen gegen Deutsche beschmiert – „Gibt keinen Respekt mehr“

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„Crucchi di merda“: Heftige Beleidugung gegen Deutsche auf diesem Schild an den Motiggler Seen in Südtirol.
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Diese Aktion schockiert den Präsidenten des Club Alpino Italiano in Alto Adige. Unbekannte haben ein Wanderschild an den Montiggler Seen mit Beleidigungen verunstaltet.

Eppan – Mit schwarzer Farbe sind die italienischen Bezeichnungen überstrichen, die deutschen durchgekreuzt. Am Großen Montiggler See in Südtirol scheinen es Unbekannte auf die deutsche Sprache abgesehen zu haben.

Wanderschild in Südtirol mit Beleidigungen gegen Deutsche beschmiert

Die Region ist zweisprachig, deshalb finden sich auf Wegweisern die deutschen und italienischen Bezeichnungen. Aber offenbar hat jemand etwas dagegen am Lago Grande di Monticolo. Ob es sich bei den Vandalen um Einheimische oder Touristen handelt, ist nicht bekannt.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Fest steht, dass die Unbekannten nicht viel für Deutsche übrig haben. Beim Sprachverbot hören die Schmierereien nämlich nicht auf. „Crucchi di merda“, zu deutsch so viel wie „sch*** Krautfresser“ ist auf eines der Schilder gekritzelt.

Präsident von Alpenverein tobt über Vandalismus am Großen Montiggler See: „Jetzt gibt es keinen Respekt mehr“

Der Präsident der Region Alto Adige des Club Alpino Italiano (CAI) zeigt sich schockiert. „Es ist ein Mangel an Respekt für das Gute aller und etwas, das sich negativ auf alle auswirkt, auch auf Touristen“, sagt Carlo Alberto Zanella bei Il Dolomiti.

„Fast ungläubig“ habe er sich selbst ein Bild vom verschmierten Wegweiser gemacht, berichtet der CAI-Präsident. Über Facebook hatte er einen Hinweis erhalten, später postete er selbst ein Foto im Netz. Und zeigt sich sehr zerknirscht: „Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist – und wahrscheinlich wird es leider auch nicht das letzte Mal sein. Jetzt gibt es keinen Respekt mehr, nicht einmal für die Berge.“

Einheimische schimpfen über deutsche Südtirol-Touristen: „Kuane Piefke mehr“

Südtirol ist mit seinen malerischen Berglandschaften und idyllischen Seen eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Die Stimmung zwischen Einheimischen und den Touristen ist allerdings seit Jahren angespannt. Erst im März hatte Zanella über rüpelhaftes Verhalten zahlreicher Urlauber in Südtirol geklagt, sprach von „Arroganz und Gleichgültigkeit“ der Wanderer.

Die Montiggler Seen an der Südtiroler Weinstraße: Mehrere Wanderwege führen zum Naturidyll in Überetsch.

Klar, das trifft nicht auf alle Touristen zu. Das Bild der deutschen Wandersleute wird trotzdem in Mitleidenschaft gezogen. Und Einheimische kommunizieren das teils deutlich. „Meran braucht net a Bürgerwehr, sondern kuane Piefke mehr“, hatten die Fans der Fußballklubs FC Obermais beispielsweise skandiert.

Debatte um Touristen-Frust: „Südtirol kann und sollte besser sein“

Aussagen mit Sprengkraft, die wiederum in Südtirol auf Kritik stoßen. Das Portal „Unsertirol24“ warnte etwa, die Debatte um respektvollen Tourimus dürfe nicht in Feindseligkeit abgleiten.

Genau das könnte am Großen Montiggler See jetzt allerdings wieder einmal passiert sein – zumindest eine Erklärung für die deutschfeindliche Schmiererei. „Unsertirol24“ hielt schon im März fest: „Südtirol kann und sollte besser sein als das, was durch die unbedachten Worte Einzelner und die Aktionen einer kleinen Gruppe dargestellt wird. Es ist Zeit, Brücken zu bauen, nicht Mauern.“ (moe)

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