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Innerhalb von nicht einmal einer Woche sind im Südtiroler Ridnauntal zwei mächtige Felsstürze ins Tal gedonnert. Verletzt wurde zwar niemand, doch Experten sind alarmiert.
Ridnaun - Unter Südtirolfans ist das Ridnauntal im Norden Italiens noch ein kleiner Geheimtipp. Ohne die Berglandschaft entstellende Skilifte und Schneekanonen kann man sich hier von Süden den Dreitausendern der Stubaier Alpen nähern. Doch das Hochgebirgsidyll birgt Gefahren: An der 2709 Meter hohen Wetterspitze hat es am Freitagmorgen (10. Mai) einen heftigen Felssturz gegeben, meldet das Portal stol.it. Der Berg trennt das Ridnaun- vom Pflerschtal. Riesige Felsbrocken donnerten hinunter.
Bereits am Sonntag hatte sich ein Felssturz der Wetterspitze ereignet. Der Einheimische Martin Fassnauer hatte das Geschehen gegen 7 Uhr morgens beobachtet und mit seinem Smartphone gefilmt – und bei Facebook online gestellt. Neben einer riesigen Staubwolke ist auf dem Video gut zu erkennen, wie mächtige Gesteinsblöcke wie Spielzeug den Hang hinunterpoltern. Teilweise springen die riesigen Felsbrocken auf ihrem Weg ins Tal mehrere Meter hoch.
Experten machen Klimawandel für Zunahme der Fels- und Bergstürze veranwortlich
Die Wetterspitze ist im Sommer wie im Winter ein beliebtes Bergsteigerziel. Von beiden Tälern ist der Gipfel recht leicht zu erreichen und wird im Winter häufig im Rahmen einer Skitour bestiegen. Er stellt einen guten Aussichtspunkt für die an der nördlichen Talseite des Pflerschtals aufragenden Tribulaun-Berge. Von beiden Felsstürzen waren aber offenbar keine Alpinisten betroffen. In dem Video sieht man aber, dass die Furchen, in denen die Felsstürze niedergingen, links und rechts der Höfe des Ridnauntals liegen.
In den Hochalpen herrscht derzeit Tauwetter, gleichzeitig hatte es in den vergangenen Wochen viel geregnet, beides kann Berg- und Felsstürze verursachen. An der Bernina hatte es Ende April einen gigantischen Bergsturz gegeben. In Oberösterreich geriet ein Paar Anfang Mai in einen Steinschlag, ein Mann kam ums Leben. In den Dolomiten krachte im April ein Felsen auf einen Wanderweg. Experten machen für die Zunahme dieser Phänomene den Klimawandel verantwortlich.

