„Noch nie dagewesenes Ausmaß“

Heftige Unwetter in Frankreich: Karte zeigt Ausmaß – „seit Menschengedenken nicht gegeben“

  • schließen
  • Mark Stoffers
    Mark Stoffers
    schließen

Starker Regen führt in Frankreich zu Überschwemmungen. In Paris wird ein Mann von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die Behörden mahnen eindringlich.

Update vom 18. Oktober, 18.45 Uhr: Nach den heftigen Unwettern in der Nacht auf Freitag (18. Oktober) haben in Frankreich die Aufräumarbeiten begonnen. Nahezu 3.000 Feuerwehrleute waren am Freitag weiterhin im Einsatz, wie rfi.fr berichtete.

Aber auch wenn das schlimmste Überstanden ist, gilt in einigen Regionen weiterhin Warnstufe Orange, warnt der französische Wetterdienst auf X. Auch morgen besteht noch für fünf Départements die erhöhte Warnstufe. Man solle vorsichtig bleiben und sich regelmäßig über die aktuelle Lage informieren.

Update vom 18. Oktober, 10.30 Uhr: Energieministerin Agnès Pannier-Runacher (Renaissance) erklärte dem Radiosender BGM/RMC am Freitagmorgen: „Letzte Nacht war weniger schlimm als wir erwartet hatten“. Dennoch waren die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Premierminister Michel Barnier erklärte gegenüber Le Parisien: „Es gab 2300 Einsätze, die teilweise per Helikopter durchgeführt wurden und Leben retteten“.

Laut Barnier hätten die Rettungskräfte insgesamt „Dutzende Leben gerettet“. Alleine in Yvelines kam es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag zu 190 Einsätzen. Die größte Priorität liege derzeit auf der noch gesperrten Autobahn 47 sowie der Eisenbahnlinie zwischen Lyon und Saint-Etienne.

@georgeducu13 #Ardèche #FRANCE #Flooding #alerte #inondations #france #vigilancemeteo #pourtoii #unwetter #france #hochwasser ♬ original sound - ari

Update vom 18. Oktober, 10 Uhr: Mittlerweile beruhigt sich das Wetter in Frankreich vielerorts wieder. Die Behörden haben die rote Warnstufe für Hochwasser am Freitagmorgen in den letzten vier Departments aufgehoben – darunter Rhône, Loire, Haute-Loire und Lozère, wie eine Karte des staatlichen Wetterdienstes Meteo France zeigt. Dennoch sind 18 Departements – besonders im Süd-Westen des Landes –weiterhin von Alarmstufe orange betroffen.

Die Prognose des Wetterdienstes zeigt, dass am Freitag und Samstag insbesondere im Westen des Landes mit weiteren Schauern zu rechnen ist. Die schwere Hochwasser-Lage soll die den Vorhersagen zufolge dennoch vielerorts wieder entspannten. Dennoch kämpfen viele französische Städte mit den Folgen des Unwetters.

Eine Karte zeigt die aktuellen Warnstufen für Hochwasser in Frankreich (Stand 18. Oktober, 10.26 Uhr)

Ursprungsartikel vom 18. Oktober, 0.25 Uhr: Lyon – Heftige Unwetter sorgen in Frankreich für Chaos. In Teilen des Landes haben große Regenmengen für Überschwemmungen, Evakuierungen und gesperrte Autobahnen und Bahnstrecken gesorgt. In Paris wurde am Abend (17. Oktober) ein Mann von einem umstürzenden Baum erschlagen, wie Medien nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichteten.

Zwei Kinder (drei und fünf Jahre alt) wurden verletzt. Infolge der heftigen Unwetter mit Überschwemmungen erließ der Wetterdienst Météo France für sechs Départements in der Südhälfte des Landes die höchste Warnstufe Rot. In weiteren 34 Departements wurde die Warnstufe Orange ausgerufen. Am Abend gab es weiteren Regen.

In vielen französischen Städten hinterlässt das Unwetter schwere Schäden, wie hier in Rive-de-Gier.

In der Region Auvergne-Rhône-Alpes mussten rund 900 Menschen und auch etliche Schulen evakuiert werden, auf Fernsehbildern waren überflutete Autobahnen, Supermärkte und im Wasser treibende Autos zu sehen. Etliche Schulen und Kindergärten in der Region wurden bis einschließlich Samstag (19. Oktober) geschlossen.

Schwere Unwetter sorgen in Frankreich für Chaos: Wichtige Autobahn-Verbindungen und Bahn-Strecke unterbrochen

Die schweren Unwetter in Frankreich sorgten auch dafür, dass die Autobahn und die Bahnstrecke zwischen Lyon und Saint-Étienne unterbrochen wurden. Zwischen beiden Städten könnten wohl über mehrere Tage keine Züge fahren, teilte die Staatsbahn SNCF nach den schweren Überschwemmungen und massiven Regenfällen im Land mit.

Nach Angaben der Präfektur war es ebenso unklar, wann die Autobahn wieder befahrbar ist. Der Autobahnbetreiber Vinci Autoroutes warnte vor möglichen Behinderungen auf über 30 französischen Autobahnen. 

Chaos in Frankreich nach schweren Unwettern mit extremen Regenfällen – Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz

Nach den schweren Unwettern in Österreich und den Hochwasserlagen in Polen und Tschechien der jüngeren Vergangenheit, führten die schweren Unwetter und massiven Regenfälle in Frankreich dazu, dass 1500 Feuerwehrleute nach Angaben des Innenministeriums im Dauereinsatz waren. In etlichen Orten heulten die Sirenen, um die Bevölkerung vor den Auswirkungen der Unwetter zu warnen. Alles werde getan, um den betroffenen Menschen zur Hilfe zu kommen, sagte Innenminister Bruno Retailleau in Paris.

Massive Unwetter haben in Frankreich für großes Chaos gesorgt. In Paris starb ein Mann, während in sechs Regionen die höchste Warnstufe gilt.

Die Behörden warnten eindringlich davor, sich zu Fuß oder mit dem Auto in überflutete Bereiche zu begeben. 

Auch in Paris kam es zu extremen Regenfällen, nach Angaben von Meteorologen fiel durch das schwere Unwetter in Frankreichs Hauptstadt binnen einer Stunde so viel Niederschlag wie sonst in zwei Wochen. Einige Metrostationen wurden wegen Überflutung geschlossen. „Wir haben es mit einer Situation zu tun, die in ihrem Ausmaß noch nicht dagewesen ist“, sagte die Ministerin für ökologischen Wandel, Agnès Pannier-Runacher. Örtlich seien binnen 48 Stunden 60 Zentimeter an Niederschlag gefallen, das sei „absolut massiv“.

„Das hat es seit Menschengedenken nicht mehr gegeben“, warnte die Ministerin und fügte hinzu: „Wir sind kollektiv mit Episoden konfrontiert, die mit dem Klimawandel zusammenhängen und die wir immer regelmäßiger erleben werden, wir müssen uns darauf vorbereiten.“ Im Ministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet. Alle zuständigen Dienste würden mobilisiert, hieß es.

Die Überschwemmung durch schweren Unwetter führten auch im Süden Frankreichs zu einer besonders prekären Situation. Nach der Überflutung eines Supermarktes in der Stadt Givors an der Rhone, in dem am Abend des 17. Oktobers vorübergehend 47 Menschen eingeschlossen waren, schloss die Supermarktkette Carrefour vorsorglich weitere ihrer Geschäfte in Nizza, Cannes, Monaco und Antibes.

Wie Carrefour-Geschäftsführer Alexandre Bompard mitteilte, befanden sich zunächst 39 Angestellte sowie acht Kunden und Angestellte weiterer Läden im Obergeschoss des unter Wasser gelaufenen Supermarktes. Die Feuerwehr rettete sie noch am selben Abend aus dem Gebäude. (mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Agence / Bestimage

Kommentare