Land unter

Historische Unwetter in Frankreich: Schwere Überschwemmungen – Tausende ohne Trinkwasser

  • schließen

Nach heftigen Regenfällen im Norden Frankreichs sind etliche Flüsse über die Ufer getreten. Es regnet so viel wie seit 30 Jahren nicht mehr.

Arras – Zuletzt sorgte ein historisches Unwetter in Italien für Überschwemmungen, sechs Menschen starben. Nun gibt es Überflutungen auch im Norden Frankreichs. Nach heftigen Regenfällen seien im Einzugsgebiet der Flussläufe Aa, Hem, Liane und Canche 192.000 Menschen von drohendem Hochwasser betroffen, teilte das Département Pas-de-Calais am Mittwochabend (8. November) mit.

Überschwemmungen in Frankreich: Schulen geschlossen – Warnstufe orange

Angesichts dessen bleiben am Donnerstag (9. November) und Freitag (10. November) in Nordfrankreich 74 Schulen geschlossen. Einsatzkräfte sind in Alarmbereitschaft. Für Donnerstag gilt die Unwetter-Warnstufe orange. Allerdings sei Alarmstufe Rot in den kommenden Stunden nicht ausgeschlossen, berichtete die Regionalzeitung La Voix du Nord. Für den Fluss Liane werden örtlich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag Pegelstände von mehr als fünf Metern erwartet.

Feuerwehrleute gehen während eines Rettungseinsatzes in Isques im Norden Frankreichs durch eine überflutete Straße.

Seit dem Start des Hochwassers am Montag (6. November) sei die Feuerwehr zu 860 Einsätzen ausgerückt, hieß es seitens des Département. 5200 Menschen waren von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten, Helfer verteilten Wasser in Flaschen. In 60 überfluteten Häusern wurde sicherheitshalber der Strom abgestellt. Zudem wurden seit Beginn der Unwetter in Nordfrankreich drei Verletzte gemeldet.

Schwere Unwetter in Frankreich: So viel Regen wie seit 30 Jahren nicht mehr

In den sozialen Medien ließen Bilder und Videos bereits das Ausmaß der Überschwemmungen im Norden des Landes erahnen. Ganze Straßen entwickelten sich regelrecht zu reißenden Flüssen, auch landwirtschaftliche Viehbetriebe standen unter Wasser. Luftaufnahmen der Zeitung La Voix du Nord zeigten zudem großflächig überflutete Gelände.

Der anhaltende Regen hat auch kleine Flüsse in Nordfrankreich über die Ufer treten lassen, meldete der Wetterdienst Météo France. In den vergangenen 20 Tagen sei dreimal so viel Regen wie üblich gefallen. Zuletzt habe man eine solche Regenmenge im Département vor 30 Jahren gemessen. Stellenweise seien innerhalb von sechs Tagen so viel Regen wie sonst im gesamten November gefallen.

Zuvor war eine „gefährliche Orkanlage“ über Frankreich gefegt. Mehrere Menschen sind bei dem Unwetter über Europa ums Leben gekommen, darunter auch eine Deutsche in Belgien. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © Denis Charlet/AFP

Kommentare