VonMartina Lipplschließen
Das Objekt stammt vom Ostsee-Strand. So viel steht fest. Sonst wirft es nur Fragen auf. Die Online-Community soll helfen.
Bremen – Die Angaben sind recht knapp. Statt sich über den Ostsee-Fund lange den Kopf zu zerbrechen, wendet sich eine Mutter mit ihrem Anliegen an eine Facebook-Gruppe. Ohne eine große Geschichte postet sie Fotos von dem besonderen Objekt. Schnell gibt es Applaus für den „Sohnemann“.
„Hallo. Kann uns jemand sagen, was das ist? Gefunden hat mein Sohn den an der Ostsee“, schreibt Sarah-Lena in einem Post der Facebook-Gruppe namens „Strandfunde, Seeglas, Fossilien, Steine und Meer“ mit fast 1.000 Followern.
„Kann uns jemand sagen, was das ist?“ Mutter und Sohn rätseln über Ostsee-Fund
Auf den Aufnahmen ist ein grauer „Stein“ zu sehen, der fast die Form eines kleinen Zahns hat. Auffällig ist die Ansicht von der unteren Seite: Feine Lamellen, wie bei einem Pilz, sind dort zu sehen. Es ist kein goldgelber Klunker, der nach der Sturmflut an der Ostsee auftauchte. Bernstein oder gar Phosphor scheidet somit auf den ersten Blick schon mal aus.
Für den Ostsee-Strandfund haben die Mitglieder der Facebookgruppe schnell Antworten parat. Dabei scheinen sie sich ziemlich einig zu sein. Es handelt sich wohl um ein versteinertes Relikt aus der Urzeit. Eine Bestimmung kristallisiert in unterschiedlichsten Versionen in den Kommentaren heraus:
- Ist eine Koralle
- Das ist eine Solitärkoralle aus der oberen Kreidezeit, ca. 70 Mio Jahre alt. Sie gehört zur Gattung Coelosmilia.
- Koralle aus der oberen Kreide vor cirka 70 Millionen Jahren
Nur ein Nutzer bemerkt, dass es sich vielleicht um ein Stück von einem Stoßzahn eines Seeelefanten handeln könnte.
Rätselhafter Ostsee-Fund von Sohn heimst Applaus ein
Für den Finder gibt es in den Kommentaren reichlich Lob. „Ein schönes und charakteristisches Fundstück! Gratulation an Deinen Sohn!“, „Toller Fund vom Sohnemann“ und „Super, Glückwunsch“ ist dort zu lesen. Andere Hobby-Strandsammler teilen gleich Fotos von der Ausbeuter ihrer jüngsten Jagd am Ostsee-Strand oder berichten begeistert von ähnlichen Funden.
Die Mutter ist von den Reaktionen überwältigt. „Cool, danke für eure Antworten. Er freut sich total“. Eine Frage brennt ihr noch unter den Nägeln: „Ist sowas selten? Ich finde im Internet nicht viel …“, will sie wissen. Eine Antwort darauf steht allerdings noch aus.
Das ist beim Sammeln an Ostsee-Stränden erlaubt
Übrigens gibt es strenge Regeln bei Strandfunden in und an der Ostsee. „An Stränden und in Naturschutzgebieten dürfen Sand, Fossilien und Steine nur in geringen Mengen für private, nicht-kommerzielle Zwecke gesammelt werden“, heißt es auf der Webseite ostsee.de. In einzelnen Orten, bei aufgeschütteten Geröllwällen, ist das Entfernen von Strandgut verboten. Hinweisschilder sollten unbedingt beachtet werden.
Selbst ein aufmerksamer Hund entdeckte schon etwas ganz Besonderes am Strand: Ein Stück Seeglas. Für das Frauchen „ein Lottogewinn“ bei der Schatzsuche.
Ein Fotograf entdeckte einen Fisch am Strand, der eigentlich vor der Küste Marokkos heimisch ist. Der „bemerkenswerte“ Ostsee-Fund verblüffte selbst Forscher. (ml)
