Wellington, das Tor zur neuseeländischen Nordinsel, ist Regierungssitz mit vielen Ministerien und der kulturelle und künstlerische Mittelpunkt des Landes.
Die neuseeländische Hauptstadt Wellington, das Tor zur neuseeländischen Nordinsel, wurde 1840 nach Arthur Wellesley, dem 1. Duke of Wellington, benannt. Er war sowohl ein herausragender britischer Militärführer als auch britischer Außen- und zweimal Premierminister und ein Unterstützer der 1838 gegründeten New Zealand Company. Wellington ist nicht nur Regierungssitz, sondern auch die Kulturhauptstadt Neuseelands.
Die neuseeländische Hauptstadt, auch als coolste kleine Hauptstadt gelobt, ist für seine kreative und lebendige Kultur bekannt und das vielseitige kulturelle Leben wird durch Wein, gutes Essen und künstlerisches Handwerk angetrieben. Ebenso ist Wellington als eine der Top 8 Kaffee-Destinationen der Welt bekannt. Nirgendwo kennt man sich besser aus mit Kaffee, Röstungen und Bohnen und die Auswahl an Cafés in Neuseelands Kaffee-Hauptstadt ist riesig. Wellington ist aber auch das Zentrum der neuseeländischen Gourmetküche und des hervorragenden Weines. Und die Hauptstadt ist berühmt für seine unendlich vielen Feinkostläden, versteckte Bars, schrägen Cafés und preisgekrönten Restaurants.
Wellington bietet aufgrund seiner ungeschützten Lage an der äußersten Südspitze der Nordinsel, an der Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln von Neuseeland, der sogenannten „Cook Strait“, Angriffsflächen für heftige Windströmungen und Fallwinde. Daher erhielt Wellington auch den Zusatznamen „Windy City“. Die Cook Straße zählt zu den weltweit stürmischsten Meeresstraßen und wurde nach dem Seefahrer und Entdecker James Cook benannt. Wellington umfasst als kleine eingeengte Stadt eine Uferpromenade, Sandstrände, einen geschäftigen Hafen und viele bunte Holzhäuser auf den nahegelegenen Hügeln. Die für Wellington typische rote Standseilbahn fährt vom Hafen aus zu den Wellington Botanic Gardens.
Klima und Durchschnittstemperaturen der Hauptstadt Neuseelands
Die Sommer sind in Wellington sehr angenehm, die Winter sind jedoch kalt und nass und über das gesamte Jahr ist es windig und teilweise bewölkt. Im Verlauf des Jahres liegen die Temperaturen normalerweise zwischen 7 und 20 Grad Celsius und sie liegen selten unter 4 oder über 23 Grad Celsius.
Die Bevölkerung, Sprache und Religion in Neuseelands Hauptstadt
Da die neuseeländische Hauptstadt am südlichen Ende der Nordinsel eine multikulturelle Hauptstadt ist, liegt der Bevölkerungsanteil von Personen, die in Übersee geboren wurden bei etwas über 30% und die meisten Bewohner der Stadt fühlen sich der europäischen Volksgruppe angehörig. Der Anteil der Maori, der eigentlichen Ureinwohner des Landes, ist in Wellington nur unterdurchschnittlich gegenüber dem Gesamtland vertreten.
Die genauen Ergebnisse für die Hauptstadt Wellington der Volkszählung von 2013
- 76,4 % der Einwohner fühlten sich der europäischen Bevölkerungsgruppe zugehörig (74,0 % im Landesdurchschnitt)
- 7,9 % der Einwohner fühlten sich der Māori-Bevölkerungsgruppe zugehörig (14,9 % im Landesdurchschnitt)
- 4,9 % der Einwohner fühlten sich der der pazifischen Bevölkerungsgruppe zugehörig (7,4 % im Landesdurchschnitt)
- 15,7 % der Einwohner fühlten sich der asiatischen Bevölkerungsgruppe zugehörig (11,8 % im Landesdurchschnitt)
- 4,3 % der Einwohner fühlten sich zu anderen Bevölkerungsgruppen zugehörig (2,9 % im Landesdurchschnitt)
In Wellington bzw. in Neuseeland gibt es drei offizielle Amtssprachen. Die englische Sprache ist die Hauptsprache, das Te Reo Maori, das immerhin 4% der Bevölkerung sprechen und eine neuseeländische Gebärdensprache sind ebenfalls offizielle Amtssprachen.
Bei der letzten Volkszählung im Jahre 2018 gab fast 40% der Bevölkerung an, keiner Religion zu folgen und weitere 6,7 % gaben dazu keine Erklärung ab. Dennoch bekennen sich 44% der Neuseeländer zum Christentum. Knapp 4% der Bevölkerung sind gläubige Hinduisten und Buddhisten und mit 1,1 % gibt es eine kleine muslimische Minderheit.
Die Geschichte Wellingtons – der Hauptstadt Neuseelands
Die Maori, die aus Polynesien und der pazifischen Inselwelt stammenden Vorfahren, waren die ersten Menschen, die auf Neuseeland landeten und die ersten Siedlungen errichteten. Sie haben das zuvor unbewohnte Neuseeland vermutlich im 13. Jahrhundert und somit 300 Jahre vor den europäischen Seefahrern besiedelt.
Wegen der sehr starken Strömungen in der Cook Strait und deren schwierigen Windverhältnissen in der Meerenge scheiterten die beiden ersten europäischen Entdecker Neuseelands, Abel Tasman im Jahr 1642 und James Cook im Jahr 1770, beim Anlegen an Land. Die erste geplante europäische Besiedlung begann 1839, als William Wakefield, britischer Leiter der ersten erfolgreichen Expedition nach Neuseeland, den Maori große Landflächen abkaufte. Bereits ein Jahr später erreichten die ersten Siedler Wellington, sie errichteten die erste Siedlung und 1846 hatte der Ort bereits 4.000 Einwohner.
Für ein weiteres Wachstum der Stadt plante man, große Flächen des angrenzenden Naturhafens trockenzulegen. Noch bevor man mit den Arbeiten begann, erschütterte im Januar 1855 ein Erdbeben mit einer Stärke von 8,2 die Region und die Landschaft um Wellington herum veränderte sich, da die Böden durch das Beben bis zu 6,4 Metern angehoben wurden. Der Landgewinn wurde nicht nur für den weiteren Ausbau der Stadt, sondern auch viel später für den Bau des Flughafens genutzt. Trotz aller Schwierigkeiten mit Erdbeben und den sehr starken wehenden Winden wuchs die bescheidene Siedlung zu einem geschäftigen Zentrum mit einem wichtigen Hafen. Nach den zahlreichen Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte wurde Holz zum bevorzugten Baumaterial erklärt, was bis zum heutigen Tag gilt.
Wellington wurde 1865 offiziell zu Neuseelands Hauptstadt erklärt. Das ehemalige Regierungsgebäude, das 1876 errichtet wurde, ist nach einem buddhistischen Tempel in Japan das zweitgrößte Holzgebäude der Welt und der 1979 fertiggestellte Anbau an das neuseeländische Parlamentsgebäude wurde zu einem Wahrzeichen Wellingtons. Mit dem Fortschreiten der Industrialisierung und der Modernisierung der Schifffahrtsindustrie konnten die zahlreichen Produktionsstätten und Lagerhallen im Hafengebiet modernisiert und restauriert und anderen Zwecken zugeführt werden. Sie wurden in Museen, Shopping-Centers, Wohnungen und Büros umgewandelt oder abgerissen und in Parks verwandelt.
Ein Großteil der Stadt wurde in den 1980er Jahren umgebaut und neu errichtet und fast alle großen Gebäude wurden den aktuellen Erkenntnissen und Standards für Erdbebensicherheit angepasst. Weitere Aufwertungen erhielt die Stadt in den folgenden Jahren mit der Eröffnung des Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa, vieler weiterer Museen und des Westpac Stadium sowie einem neu gestalteten Hafenviertel. Wellington entwickelte sich über Jahre hinweg von einer engen, kleinen und verschlafenen Landeshauptstadt zu einer bedeutenden Kultur- und Lifestylemetropole Neuseelands, zu der nicht nur die zahlreichen Museen und Theater, sondern auch eine lebendige Musik- und Filmszene beitrug.
Für den größten Menschenauflauf in der Stadtgeschichte Wellingtons sorgte im Dezember 2003 die Uraufführung des dritten Teils der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ im Welllingtoner Embassy Theatre, als mehr als 100.000 Menschen der Veranstaltung beiwohnten.
Wellington – die wirtschaftliche Bedeutung der neuseeländischen Hauptstadt
Wellington ist im Gegensatz zu anderen Städten Neuseelands mit dem internationalen Business verbunden. 2018 belegte Wellington den 44. Platz in einer Rangliste der weltweit wichtigsten Finanzzentren. Viele staatliche und private Unternehmen haben ihren zentralen Unternehmenssitz in der Hauptstadt, ebenso wie die neuseeländische Börse. Unvorstellbare 2.000 Computerfirmen haben ihren Standort in Wellington und beschäftigen über 11.000 Menschen, in der Bekleidungsindustrie arbeiten fast 2.000 Menschen, im produzierenden Gewerbe sind mehr als 15.000 Menschen beschäftigt, in der Biotechnologie arbeiten rund 400 Menschen und im kulturwissenschaftlichen Bereich sind immerhin fast 5.000 Menschen beschäftigt.
Zusätzlich betreiben zahlreiche Forschungsinstitute ihre Forschungen in der Hauptstadt. Wellington ist ebenfalls die Filmmetropole Neuseelands, denn zahlreiche Produktionsfirmen haben sich in der Hauptstadt angesiedelt. Mit rund 20.000 Studenten ist die Victoria Universität die größte Hochschule in der neuseeländischen Hauptstadt.
Wellington – das Leben mit den Erdbeben
Eine aktive geologische Verwerfung durchzieht Wellington und inmitten des Stadtzentrums schiebt sich eine leichtere dicke, die sogenannte „Australische Platte“, über die dünnere, aber schwerere bezeichnete „Pazifische Platte“. Ursachen für Erdbeben in dieser Region sind die Bewegungen dieser beiden Platten. Aufgrund der Gefahr häufig auftretender großer Erdbeben in der Region entwickelte sich Wellington zu einem führenden Zentrum weltweit, das geologische Plattenverschiebungen untersucht. Mehrere Erdbeben in der Vergangenheit haben die Region in und um die neuseeländische Hauptstadt bereits verändert, in dem sich der Erdboden nach einem Beben im Jahr 1400 um bis zu drei Meter anhob und damit den gesamten Küstenverlauf komplett veränderte. Das Erdbeben von 1855 mit einer Stärke von 8,2, das den Boden der Stadt um bis zu 6,4 Meter anhob, gilt als das stärkste Erdbeben seit der Erdbebenaufzeichnung.