Zunehmende Zahlen

Mehr Fälle: Was ist Tuberkulose? Welche Symptome und Anzeichen die Krankheit hat

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Weltweit sind im Jahr 2022 insgesamt 1,6 Millionen Menschen an Tuberkulose gestorben. Wie äußert sich die Krankheit, die gut behandelbar ist, genau?

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation WHO verzeichnet für das Jahr 2021 einen deutlichen Anstieg der Zahlen was Tuberkulose-Infektionen angeht. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Krankheit, die vermeidbar, gut zu behandeln und auch heilbar ist. Mit Besorgnis beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daher derzeit auch den Anstieg der Patientinnen und Patienten, die nicht auf das gängige Medikament Rifampicin ansprechen. Aus der WHO heißt es:, „Wenn wir zusammenarbeiten, können wir die Tuberkulose beenden.“

Doch was genau ist Tuberkulose überhaupt? Welche Anzeichen und Symptome deuten auf die Krankheit hin?

Ist Tuberkulose tödlich? Steigende Zahl der Todesfälle – trotz guter Behandlungsmöglichkeiten

Die aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO lassen auf die Frage „Ist Tuberkulose noch tödlich?“ nur eine Antwort zu: Ja. Rund die Hälfte der Erkrankten sterben, wenn sie nicht behandelt werden. Weltweit erlagen im Jahr 2021 laut Angaben der Organisation etwa 1,6 Millionen Menschen der Krankheit, im Jahr zuvor waren es 1,5 Millionen. Im Vergleich zum Jahr 2020 gab es zudem einen Anstieg bei der Zahl von Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner um 3,6 Prozent. Insgesamt gab es 2021 etwa 10,6 Millionen Menschen, bei denen die Krankheit bekanntermaßen ausgebrochen ist. Zu den 30 Ländern, die besonders hohe Inzidenzen bei Tuberkulose aufweisen, zählen unter anderem Brasilien, China, Indien und Südafrika.

Röntgenaufnahme einer Tuberkulose, die roten Stellen sind befallene Bereiche in der Lunge.

Doch die Antwort auf die Frage, wie tödlich Tuberkulose ist, muss ausdifferenziert werden, denn: Die Krankheit ist keineswegs zwingend tödlich. Sie gilt eigentlich als gut behandelbar, heilbar und vermeidbar. Gegen eine Infektion kann medikamentös vorgegangen werden. Sorgen bereitet der Forschung allerdings, dass der Erreger offenbar zunehmend eine Resistenz gegen eigentlich wirksame Antibiotika entwickelt. 2021 wurden etwa 450.000 Fälle von Tuberkulose-Erkrankungen registriert, bei denen das eigentlich übliche Antibiotikum Rifampicin nicht angeschlagen hatte. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um drei Prozent. Die WHO fordert auch deshalb mehr Investitionen in neue Vakzine und Gesundheitsprogramme.

Ist Tuberkulose tödlich?

Tuberkulose zählt zusammen mit Malaria und HIV zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa zwei Milliarden Menschen mit dem Tuberkulose Erreger infiziert. Die Tuberkulose ist eine Krankheit, die nicht zwingend tödflich ist. Aber: Für abwehrgeschwächte und unterernährte Menschen kann Tuberkulose tödlich enden.

Tuberkulose Symptome: Was für Anzeichen hat man bei der Erkankung mit Tuberkulose?

Doch was für Anzeichen hat man bei Tuberkulose? In einem Merkblatt des Robert-Koch Instituts (RKI) heißt es zu Tuberkulose-Symptomen: „Ein Leitsymptom der Lungentuberkulose ist Husten mit oder ohne Auswurf, der in seltenen Fällen blutig sein kann. Gelegentlich kommt es zu Brustschmerzen und Atemnot. Bei länger als drei Wochen bestehendem, therapieresistentem Husten sollte differenzialdiagnostisch daher immer auch an Tuberkulose gedacht werden.“

Welche Anzeichen hat man bei Tuberkulose?

Ein Leitsymptom der Lungentuberkulose ist Husten – sowohl mit oder als auch ohne Auswurf, der in seltenen Fällen blutig sein kann. Gelegentlich kommt es zu Brustschmerzen und Atemnot. Bei länger als drei Wochen bestehendem, therapieresistentem Husten sollte differenzialdiagnostisch daher immer auch an Tuberkulose gedacht werden.

Weitere Allgemeinsymptome sind laut RKI wenig spezifisch. Sie umfassen „Einschränkungen des Allgemeinbefindens, Appetitmangel, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme, leichtes Fieber, vermehrtes Schwitzen (besonders nachts), Müdigkeit, allgemeine Schwäche oder Zeichen ähnlich denen eines grippalen Infektes.“ so das RKI. Auch in Bremen hatten die Tuberkulose-Fälle zuletzt zugenommen. Wichtig: In vielen Fällen zeigen sich gar keine charakteristischen Beschwerden.

Wo steckt man sich mit Tuberkulose an? Tröpfcheninfektion verursacht Krankheit in der Regel

Generell gilt Tuberkulose als eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Doch wo steckt man sich mit Tuberkulose an? Theoretisch ist das überall möglich. Infiziert wird sich über Tröpfchen von Mensch zu Mensch, also über eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Meist gerät der Erreger dabei in die Lunge, jedoch ist auch der Befall anderer Organe möglich. Dabei können mehrere Organe betroffen sein oder nur ein einzelnes. In rund 80 Prozent der Fälle manifestiert sich die Krankheit als Lungentuberkulose. Bisweilen bricht die Krankheit erst Jahre nach einer Infektion aus.

Tuberkulose-Impfung hierzulande schwierig – insgesamt wenige Fälle von Tuberkulose in Deutschland

Grundsätzlich ist eine Tuberkulose-Impfung hierzulande schwierig. Wie das RKI berichtet, gibt es von der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Institut seit 1998 keine Empfehlung mehr. Grund dafür ist unter anderem eine „günstige epidemiologische Situation in Deutschland“ mit geringem Ansteckungsrisiko. Kurzum: Es gibt verhältnismäßig wenige Fälle von Tuberkulose in Deutschland. Weitere Gründe sind die Schutzeffektivität von 50 bis 80 Prozent (abhängig von Erkrankungsart und Alter) sowie nicht selten auftretende Nebenwirkungen.

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO schlägt vor, in Ländern mit Tuberkulose-Infektionsgefahr von unter 0,1 Prozent keine grundsätzliche sogenannte BCG-Impfung durchzuführen. Vom RKI heißt es, in Deutschland sei ein Impfstoff „nicht mehr für diese Indikation zugelassen“, in anderen Ländern ist er jedoch verfügbar. Einige Länder fordern bei längeren Aufenthalten eine Tuberkulose-Impfung. Wichtig: Da es in Deutschland keine Empfehlung gibt, gibt es nach einer Impfung hierzulande, im Fall von Impfschäden, keinen Versorgungsanspruch. Bei genaueren Fragen empfiehlt sich die Konsultation eines Arztes.

Rubriklistenbild: © PantherMedia/stockdevil_666

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