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Ein kurzer Wintergruß sorgt für Aufsehen und bringt Frost im November. Doch was sagen die Langfristmodelle über den Winter? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
München – Ab dem Wochenende strömt arktische Kaltluft nach Mitteleuropa und bringt den ersten Frost und Schneeschauer bis in tiefe Lagen. In den sozialen Medien überschlagen sich schon die Spekulationen über einen frühen Wintereinbruch – doch wir Meteorologen bleiben gelassen.
Der Kälteeinbruch ist zwar markant, dauert aber nur wenige Tage. Schon bald sorgt eine westliche Strömung erneut für milde Atlantikluft. Solche kurzen Frostphasen im November sind typisch und sagen noch nichts über den Verlauf des eigentlichen Winter-Wetters aus.
Modelle zeigen milden Trend – kein Monsterwinter in Sicht
Die führenden Langfristmodelle bleiben sich einig: Der Winter 2025/26 dürfte insgesamt deutlich zu warm ausfallen – rund 1 bis 2 Grad über dem Mittel von 1991 bis 2020. Damit würde sich die Serie milder Winter fortsetzen. El Niño spielt keine große Rolle mehr, und auch der Polarwirbel zeigt bislang keine Schwäche. Das spricht gegen langanhaltende Kälteperioden oder Schneemassen. Zwar sind einzelne Kaltlufteinbrüche jederzeit möglich, doch das Grundmuster deutet auf einen „Westwinter“ hin – mit viel Wind, Regen und eher grünen Weihnachten.
Trotzdem Chancen auf kurze Winter-Highlights
Auch ein milder Winter hat seine frostigen Momente: Kurze Nordlagen können jederzeit Schnee bis in tiefe Lagen bringen, vor allem im Dezember oder Januar. Nächte mit Reif, gefrorenen Pfützen und weißen Morgenstunden bleiben also möglich. Doch ein „Monsterwinter“ oder gar ein Jahrhundert-Kältewinter sind nach heutigem Stand extrem unwahrscheinlich.
Für Skigebiete könnte das erneut eine Herausforderung bedeuten, während Heizkosten und Energieverbrauch niedrig bleiben. Der Winter startet also spektakulär – aber sein wahres Gesicht dürfte eher mild als eisig ausfallen.
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