Spätsommer statt Winter

Keine weißen Weihnachten? Wetter-Phänomen könnte Deutschland einen Strich durch die Rechnung machen

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So richtig kalt ist es in Deutschland bislang noch nicht geworden. Schuld daran ist auch das Wetterphänomen „La Niña“. Die warmen Temperaturen könnten sogar bis zur Weihnachtszeit andauern.

München - Der Herbst zeigte sich bislang eher von seiner milden Seite. Sonnenschein und warme Temperaturen lockten in den letzten Wochen viele Menschen nach draußen. Nach dem langen Sommer und spätsommerlichen Herbst steigt dennoch die Vorfreude auf den Winter und die Hoffnung auf weiße Weihnachten. Doch die Wärme der letzten Wochen hat ihren Grund und könnte womöglich noch bis Weihnachten andauern.

„La Niña“ heißt das Wetterphänomen, das in den letzten Wochen für die warme Luft in Deutschland verantwortlich war und voraussichtlich auch in den nächsten Wochen immer wieder für Wärmephasen in Europa sorgen wird. La Niña ist ein Hochdruckgebiet über dem Pazifik, das kalte Luft nach Nordamerika schickt und dabei immer wieder die Westwinde blockiert. Das löst auf der Nordhalbkugel eine Wellenbewegung aus. Die Kaltluft wird über den Atlantik geschoben und im Gegenzug fließt warme Luft nach Mitteleuropa.

Dürfen wir uns in Deutschland dieses Jahr über weiße Weihnachten freuen? (Symbolbild)

La Niña: Wetter-Phänomen sorgt auch im November für warme Temperaturen

Immer wenn sich das Hoch über dem Pazifik aufbaut, beginnt also eine neue La Niña-Welle und ein paar Tage später sind die Temperaturen in Deutschland wieder spätsommerlich statt herbstlich. Voraussichtlich wird es im November noch dreimal zu so einer Welle kommen. Die erste ist bereits Anfang November gestartet, die zweite wird zum 11. November erwartet und die dritte schätzungsweise zum 20. November.

Die La Niña-Wellen sollen jedoch im November noch nicht vorbei sein. Wetter-Modelle weisen darauf hin, dass auch in der ersten und zweiten Dezember-Woche noch einmal mildes, statt winterliches Wetter nach Deutschland kommen könnte. Der meteorologische Winteranfang ist am 1. Dezember und bis dahin wird es dank La Niña wohl relativ warm bleiben. Ob es auch zum kalendarischen Winterbeginn, dem 21. Dezember, zu einer La Niña-Welle kommt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Mit diesen Tipps können Sie in der kalten Jahreszeit übrigens das Immunsystem stärken.

Wetter-Phänomen: Es kann trotz La Niña noch winterlich werden

Doch die warme Luft, die La Niña nach Mitteleuropa schickt, wird im Herbst und Winter durch andere Faktoren beeinflusst als im Sommer. Es kann passieren, dass der Herbstnebel die Sonne und die warme Luft abschirmt. Dann heißt es: ab in die Berge! Denn dort ist es dann warm und sonnig, wenn es im Tal nass, grau und trüb ist.

Aber auch die Wintersonnenwende im Dezember kann die La Niña-Wellen beeinflussen. Mit dieser ändert sich der Strahlungshaushalt der Erde und damit auch das Wetter. Hinzu kommt der Polarwirbel. Sollte das La Niña-Hoch den Polarwirbel in den kommenden Wochen beeinflussen, könnte das auf der Nordhalbkugel zu einem Kälteeinbruch führen. So genau weiß man also nie, wie das Wetter sich verhalten wird, doch der Schnee wird vor allem in den tieferen Lagen erstmal auf sich warten lassen.

Am 18. November ist es jedoch soweit - in Deutschland macht sich der erste Schnee des kommenden Winters breit. Eine Kaltfront überzieht den Norden, doch das war es noch nicht. (ij)

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa

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