VonAlina Schröderschließen
Tornado, Starkregen, Gewitter mit Blitzschlag: Deutschland steckt im Wetter-Karussell – und der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht eine neue Warnung.
München – Geflutete Wohnhäuser, schwimmende Autos: Seit Tagen haben besonders Regionen im Südwesten Deutschlands mit verheerenden Unwettern mit Starkregen zu kämpfen. Die Wetterlage hat sich zwar inzwischen etwas beruhigt, doch Bilder zeigen das Ausmaß der Wassermassen. Im Saarland und Rheinland-Pfalz sind ganze Ortschaften überflutet, eine Frau kam nach einem Rettungseinsatz ums Leben.
Heftige Unwetter in Deutschland: Blitze schlagen in Zeltlager ein
Schwere Gewitter zogen am Pfingstsonntag (19. Mai) auch über Teile Nordrhein-Westfalens. Im Kreis Soest kam es dabei zu einem schrecklichen Vorfall: Ein Zeltlager der Jugendfeuerwehr wurde am Mittag von zwei Blitzen getroffen, wie die Feuerwehr mitteilte. Demnach wurden die Teilnehmenden und Besucherinnen und Besucher von einer Gewitterzelle überrascht, „die sich in kürzester Zeit entlud“. Es habe keinerlei Warnung, etwa durch den DWD oder andere Wetterdienste gegeben, sagte der Veranstalter dem WDR.
Da sich mehrere Personen in direkter Nähe der Blitzeinschläge befunden haben, wurden diese von Rettungskräften vor Ort untersucht. 38 leicht verletzte Menschen kamen zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus. Auch in Bayern wütete ein heftiges Gewitter mit Hagel, Starkregen und Blitzen.
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— Feuerwehr Kreis Soest (@FW_KreisSoest) May 19, 2024
Tornado, Starkregen, Blitzschlag: Deutschland mitten im Wetter-Karussell
Teile Südniedersachsens und Westthüringens blieben zwar weitestgehend von verheerenden Unwettern verschont, dennoch sorgte hier am Sonntag ein Wetterphänomen für Unruhe. In den sozialen Medien warnten einige vor einer trichterförmigen Windhose, auch Funnel genannt. Auf der Facebook-Seite „Sturmjäger Kassel“ verbreiteten sich Bilder und Videos, schnell war hier auch die Rede von einem Tornado.
„Am Seeburger See östlich von Göttingen wurde gegen 14.45 Uhr dieser Funnel festgehalten. Bodenkontakt kann aktuell weder bestätigt noch dementiert werden“, heißt es dort. „Wir haben ihn auch gesehen, ab 14:36 Uhr aus dem Auto. Schnell ins Haus, Kamera an und fotografiert“, schreibt eine Nutzerin. Die Windhose sei schließlich vom Raum Göttingen/Osterode (Niedersachsen) in Richtung Eichsfeld (Thüringen) gezogen. Schäden seien nicht bekannt, wie das Göttinger Tagblatt schreibt. Ob es sich bei der auffälligen Sichtung tatsächlich um einen Tornado handelt, wurde offiziell noch nicht bestätigt.
DWD mit neuer Regen-Warnung
Doch wie geht es die nächsten Tage in Deutschland wettertechnisch weiter? Während in den betroffenen Hochwasser-Gebieten die Aufräumarbeiten begonnen haben, könnte sich die Lage erneut zuspitzen. Wie ein Meteorologe vom DWD am Sonntag sagte, sollen sich besonders ab Dienstag teils kräftige Regenfälle entwickeln, „die aus heutiger Sicht vor allem den Südwesten des Landes erfassen.“
Eine exakte Vorhersage sei allerdings schwierig, da die genauen Schwerpunkte sowie die Regenmengen von den Modellen noch sehr unterschiedlich berechnet würden. Aber: „Wahrscheinlich werden Teile von Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg betroffen sein.“ (asc)
Rubriklistenbild: © Montage: Sturmjäger Kassel/Facebook/Bernd März/Imago

