Höchste Alarmstufe ausgerufen

WHO ruft Mpox-Notlage aus: Brauche ich eine Impfung?

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In Afrika steigen die Mpox-Fälle rasant an. Impfungen könnten die Lage entschärfen. Empfohlen werden sie aber nur für bestimmte Personengruppen.

München – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat aufgrund einer neuen Variante der gefährlichen Viruskrankheit Mpox ain Afrika, auch als Affenpocken bekannt, ihre höchste Alarmstufe ausgerufen. Die UN-Behörde proklamierte eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“, da die Verbreitung von Mpox in mehreren Ländern zu einer gesundheitlichen Bedrohung werden könnte. Impfungen werden bisher nur für bestimmte Personengruppen empfohlen.

500 Todesfälle wegen Mpox in Afrika: Möglicherweise nur „Spitze des Eisbergs“

Die Erklärung der WHO hat keine unmittelbaren Auswirkungen. Der Hauptzweck besteht darin, Behörden weltweit auf potenzielle Ausbrüche von Mpox vorzubereiten. Zudem erhofft sich die WHO finanzielle Unterstützung für Eindämmungsmaßnahmen in Afrika. Hintergrund ist die Ende 2023 entdeckte, stark ansteckende Variante in der Demokratischen Republik Kongo, die in den vergangenen Wochen auch in Uganda, Ruanda, Burundi und Kenia nachgewiesen wurde.

Der Imvanex-Impfstoff soll auch vor Mpox schützen: Notwendig ist die Impfung nicht für jeden. (Symbolbild)

Risiko einer Ausbreitung in Europa „sehr gering“: Mpox nur durch direkten Kontakt übertragbar

Im Jahr 2024 wurden bereits mehr als 14.000 Verdachtsfälle und über 500 Todesfälle, darunter auch Kinder, aus der Demokratischen Republik Kongo und anderen afrikanischen Ländern gemeldet – mehr als im gesamten vorherigen Jahr. Dimie Ogoina, Spezialist für Infektionskrankheiten an der Niger Delta-Universität, warnte, das sei womöglich nur die Spitze des Eisbergs, weil nicht genügend getestet werde und nicht alle Infizierten medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat das Risiko einer Ausbreitung der neuen Variante in Europa zuletzt als „sehr gering“ eingestuft. Laut Robert Koch-Institut (RKI) gibt es bisher keine bekannten Fälle der „Klade I“ in Deutschland. „Mpox ist nicht so leicht übertragbar“, so Virenforscherin Marion Koopmans von der Erasmus-Universität Rotterdam gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Es werde durch direkten Kontakt verbreitet und sei daher relativ leicht zu stoppen.

Mpox-Impfung nur für bestimmt Personengruppen empfohlen

Dementsprechend wird aktuell nur eine Impfung für bestimmte Personengruppen empfohlen, wie das RKI in ihren FAQ zusammenfasst. Basierend auf der Risiko-Nutzen-Bewertung sei demnach eine Impfung anderer Bevölkerungsgruppen nicht notwendig. Konkret sollte der Ständigen Impfkommission (STIKO) zufolge auf den Pockenimpfstoff Imvanex für die Postexpositionsprophylaxe (PEP) und die Indikationsimpfung zurückgegriffen werden.

Warum wurde Mpox als Affenpocken bezeichnet?

Mpox wurde ursprünglich als Affenpocken bezeichnet, weil das Virus erstmals 1958 in Laboraffen entdeckt wurde. Diese Bezeichnung ist jedoch veraltet, da das Virus nicht speziell von Affen stammt, sondern auch andere Tiere wie Nagetiere als Wirt haben kann. Zudem wollte man mit der Umbenennung den irreführenden und potenziell stigmatisierenden Eindruck vermeiden, dass die Krankheit direkt von Affen auf Menschen übertragen wird.

Quelle: Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Mpox-Impfung: Diese Personengruppen sollten sich laut RKI impfen lassen

Vorbeugende Impfung nach Kontakt (Postexpositionsprophylaxe):

  • Personen mit engen körperliche Kontakten über nicht intakte Haut oder über Schleimhäute oder längerem ungeschützten face-to-face-Kontakt mit einer an Mpox erkrankten Person.
  • Nach engem Kontakt ohne ausreichende persönliche Schutzausrüstung zu einer Person mit einer bestätigten Mpox-Erkrankung.
  • Personal in Laboratorien mit akzidentiell ungeschütztem Kontakt zu Laborproben, die nichtinaktiviertes Mpox-Material enthalten.

Indikationsimpfung von Personen mit erhöhtem Expositions- und Infektionsrisiko:

  • Männer über 18 Jahre, die Sex mit Männern haben und dabei häufig die Partner wechseln.
  • Personal in Speziallaboren, das gezielte Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben ausübt.

Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Lymphknotenschwellungen
  • Hautausschläge (Flecken und Blasen)

Weltweite Notlage wegen Mpox: Virus konnte 2022 mit Impfungen eingedämmt werden

Tim Nguyen, Leiter der Abteilung für „High Impact Events Preparedness“ (auf Deutsch: Vorbereitung auf schwerwiegende Ereignisse) bei der WHO, berichtete, dass 500.000 Impfdosen zur Verfügung stehen. Weitere 2,4 Millionen könnten bis zum Jahresende produziert werden, sofern es Aufträge gebe. Die WHO fordert Länder mit Lagerbeständen auf, Impfdosen bereitzustellen. Die EU will insgesamt 175.000 Dosen des MVA-BN-Impfstoffs bereitstellen.

Bereits im Juli 2022 hatte die WHO eine Notlage aufgrund von Mpox ausgerufen. Damals wurden Fälle in über 60 Ländern gemeldet. Auch in Deutschland breitete sich das Virus aus, unter anderen erkrankte ein Kind daran. Die Infektionen gingen auf Klade II zurück – eine Variante, die weniger schwere Krankheitsverläufe verursacht. Weil die Ausbrüche in den meisten Ländern durch Impfungen unter Kontrolle gebracht wurden, wurde die Notlage 2023 aufgehoben. (cln/dpa)

Rubriklistenbild: © Robert Michael/picture alliance/dpa

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