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Jedes Jahr begeistern Sternschnuppen-Nächte die Menschen. Doch was sind Sternschnuppen überhaupt? Und wie genau entstehen Sternschnuppen?
Berlin – Der Blick zum Himmel lohnt nicht nur bei einer Mond- oder Sonnenfinsternis. Oder beim Blut- beziehungsweise Vollmond. Am Firmament zeigt sich oft noch ein anderes Phönomen: Sternschnuppen. Im Januar sind es die Quadrantiden, die über den Nachthimmel hinweg sausen.
Was Sternschnuppen sind und wie sie entstehen, erklärt die Astronomin Dr. Carolin Liefke vom Haus der Astronomie der Max-Planck Gesellschaft in Heidelberg gegenüber kreiszeitung.de.
Beliebtes Phänomen am Himmel: Was ist eine Sternschnuppe?
Sternschnuppen bestehen aus kleinen Partikeln wie Staubkörnern, die von Kometen oder Asteroiden stammen. Wenn ein Komet durch unser Sonnensystem fliegt, dann verliert er kleine Brocken und Staub. Diese bilden einen Schweif auf seiner Bahn. Wenn die Erde nun diesen Schweif auf ihrer Wanderung um die Sonne durchfliegt, so sagt Astronomin Liefke, kommt es zu einer Reibung mit unserer Atmosphäre.
Ergebnis: Auf der Erde kann ein heller Schweif erkannt werden – eine Sternschnuppe. Gleichwohl: Die Astronomin von der Max-Planck-Gesellschaft gibt zu bedenken, dass man den genauen Ort am Himmel, wo eine Sternschnuppe entsteht, nicht vorhersagen kann. Astronominnen und Astronomen wissen jedoch, wohin man am Himmel schauen sollte.
Geschwindigkeit von Leoniden 255.600 Kilometer pro Stunde: Schnell, schneller – Sternschnuppen
Die makroskopisch großen Partikel treffen auf unsere Erdatmosphäre. Einige von ihnen haben eine Geschwindigkeit von circa 35 Kilometern pro Sekunde. Umgerechnet sind das 126.000 Kilometer pro Stunde. „Manche sind aber auch doppelt so schnell, andere wiederum langsamer“, sagt Liefke.
Die ungefähre Geschwindigkeit der unterschiedlichen Meteorströme haben Wissenschaftler längst berechnet. Mit 71 Kilometern pro Sekunde oder eben 255.600 Kilometern pro Stunde sind die Leoniden laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA die schnellsten der größeren Sternschnuppenströme.
Wie entsteht eine Sternschnuppe?
Oft wird gesagt, dass Sternschnuppen entstehen, weil die Staubteile sich mit der Luft reiben. Doch das stimmt nicht. „Beim Eindringen in die Atmosphäre werden die Partikel abgebremst, dadurch aufgeheizt und verdampfen“, erklärt Astronomin Dr. Carolin Liefke. Was wir von der Erde aus als Sternschnuppe wahrnehmen, sind „hauptsächlich Luftmoleküle, die von den Staubteilchen ionisiert werden. Dabei werden Elektronen von Atomen getrennt. Fängt das Atom danach wieder ein Elektron ein, wird Energie frei, die als Licht ausgesendet wird, und wir sehen diese Leuchterscheinung.“
Quadrantiden, Perseiden und Geminiden: Meteorströme mit besonders vielen Sternschnuppen
Einige der Meteorströme bringen besonders viele Sternschnuppen hervor. Lohnenswert sind vor allem die Meteorströme der Quadrantiden, Perseiden und Geminiden sowie die Eta-Aquariiden. Die Leoniden zeigt sich in den meisten Jahren als relativ bescheidener Meterstrom. In manchen Jahren soll es aber zu regelrechten Ausbrüchen an Sternschnuppen kommen. Das Jahr 2022 sollte ein solches Jahr sein.
Die Quadrantiden zeigen sich zwischen dem 28. Dezember und dem 12. Januar am Nachthimmel. Ihr Maximum mit bis zu 110 ZHR (Zenithal Hourly Rate, bzw. zenitale stündliche Rate) erreichen sie in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar. Das Maximum der April-Lyriden wird in der Nacht zum 23. April mit circa 18 Sternschnuppen pro Stunde erreicht. Vereinzelnd können Sie die ein oder andere Sternschnuppe vom 16. bis zum 25. April entdecken.
Sternschnuppen: Im Dezember zeigen sich die Geminiden
Die Eta-Aquariiden erscheinen zwischen dem 19. April und 28. Mai und erreichen ihren Höhepunkt in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai. Bis zu 50 Sternschnuppen pro Stunde zeigen sich dann. Die Perseiden zeigen sich im Sommer. Ihr Maximum erreichen sie in der Nacht zum 13. August mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde. Beobachten kann man sie zwischen dem 17. Juli und 24. August.
Kurz vor Weihnachten zeigen sich die Geminiden mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Dieser Meteorstrom zeigt sich zwischen dem 4. und 17. Dezember und erreicht seinen Höhepunkt in der Nacht zum 14. Dezember. Die Zeitangaben können um ein bis zwei Tage in manchen Jahren variieren, – immerhin halten sich die Himmelskörper in unserem Sonnensystem nicht an unsere Uhr.