Sieben Menschen verletzt

Sessellift-Unfall bei Sturm in Südtirol löst Diskussionen aus: „Warum müssen die Leute zum Skifahren?“

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Bäume stürzen auf Sessellift: Sieben Verletzte im Skigebiet Ratschings.
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Sturm-Schock am Blosegg im Skigebiet Ratschings in Südtirol. Bäume krachten auf einen Sessellift, sieben Menschen wurden verletzt.

Ratschings – Ein Bild der Verwüstung im Skigebiet Ratschings. Starker Wind stürzte mehrere Bäume auf das Tragseil des Lifts am Blosegg. Der Aufprall riss einen Sessel aus der Verankerung, er krachte auf die beiden nachfolgenden.

Bäume stürzen auf Sessellift am Skigebiet Ratschings: Große Rettungsaktion in Südtirol

Drei Stunden lang waren Bergrettungsdienst, Weißes Kreuz und Feuerwehr Südtirol im Einsatz. Auch der Rettungshubschrauber Pelikan 2 rückte an.

Die betroffenen Sessel waren zum Zeitpunkt des Unfalls glücklicherweise leer. Trotzdem wurden vier Personen mittelschwer und drei weitere leicht verletzt, teilt der Feuerwehrverband Südtirol mit. Sie wurden in die Krankenhäuser in Sterzing und Brixen gebracht.

Feuerwehr und Bergrettung evakuierten alle Skifahrer aus dem Sessellift. Ein aufwendiger, großer Einsatz, der vom starken Wind erschwert wurde.

„Warum müssen die Leute zum Skifahren?“: Sessellift-Unfall in Südtirol löst Diskussionen aus

Auf Facebook nehmen viele die betroffenen Wintersportler selbst in Mitschuld. „Warum müssen die Leute zum Skifahren, wenn 120 Stundenkilometer Wind vorhergesagt sind?“, fragt eine Frau. „Ich würde mich da nicht hineinsetzen“, sagt eine andere.

Wieder andere sehen den Liftbetreiber in der Pflicht, rechtzeitig zu reagieren. „Warum müssen die Lifte fahren, wenn es so einen Sturm gibt?“, meint eine Userin. Ein Mann schreibt: „Die Deppen sind die Liftbetreiber, nicht die Skifahrer.“

Bei welcher Windgeschwindigkeit fahren Lifte? – „Es gibt klare Abläufe und Alarmstufen“

In Südtirol müssen grundsätzlich alle Seilbahnen mit einem Sensor ausgestattet sein, der die Windgeschwindigkeit misst. Ab 60 km/h müssen Seilbahnen gestoppt werden, sagt Experte Johann Zelger bei RaiNews. „Es gibt ganz klare Abläufe und Alarmstufen.“ Manche Skilifte halten aber auch Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h aus. Seilbahn-Unfälle bei Unwetter passieren in Südtirol immer wieder.

Bäume sind ein ganz anderes Problem. Sicherheitsabstand zu den Bahnen zu schaffen, sei undenkbar, sagt Zelger. Dann wären die Schneisen 50 Meter breit. Deshalb müssen Betreiber hier vorsorgen und die Strecke regelmäßig mit der Forstbehörde abgehen.

Wie im Süden von Deutschland fegen derzeit heftige Böen durch Österreich und Italien. Am Samstag erreichten sie 147 km/h auf dem Samerberg und 129 km/h auf dem Wilden Freiger, schreibt Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf X (Twitter). Sturm „Zoltan“ löste Feuerwehreinsätze im ganzen Alpenraum aus. (moe)

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