Winterurlaube sind weiter beliebt

„Horrormeldungen“: Forscher glaubt nicht an Untergang des Wintertourismus – auch ohne Schnee

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Schnee gehört zum Wintersport wie Sand zum Strandurlaub. Dieser blieb in den letzten Jahren immer häufiger aus. Doch laut Forschern soll weniger Schnee den Wintertourismus nicht bedrohen.

München – Im vergangenen Winter musste das Skigebiet im bayrischen Lenggries kurzzeitig zugemacht werden. Der Grund: Es fiel zu wenig Schnee für den Wintersport. Mit Blick auf die fortschreitende Klimakrise wird das in Zukunft keine Seltenheit mehr bleiben und der abnehmbare Schneefall wird viele Skigebiete bedrohen. Aus einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geht nun hervor, dass Forscher herausgefunden haben, dass wenig Schnee, Inflation und Krisenstimmung die Lust auf Winterurlaub nicht trüben werden.

Ein Lichtblick für viele Wintersportregionen werden in den kommenden Jahren Schneekanonen sein. Diese helfen den Betrieb trotz Klimawandel in den Skigebieten aufrechtzuerhalten. Neben Ski- und Snowboard gewinnen aber auch zunehmend andere Arten des Wintertourismus an Bedeutung.

Auf der Zugspitze hat die Wintersportsaison bereits begonnen. Forscher gehen davon aus, dass Urlaube im Winter, trotz abnehmenden Schneemengen, weiterhin beliebt bleiben.

Steigende Temperaturen: Niedrig gelegene Skiorte haben es schwer

„Man muss immer den Einzelfall betrachten, aber wir werden voraussichtlich einen räumlichen Konzentrationsprozess auf größere und höher gelegene Orte bekommen, während es für niedriger gelegene Skigebiete schwierig wird“, meint der Münchner Tourismusforscher Jürgen Schmude im Gespräch mit der dpa. Die Nachrichten, dass es in Zukunft keinen Wintertourismus mehr geben werde, bezeichnet der Forscher sogar als „Horrormeldungen“.

Weiter verweist Schmude darauf, dass der Wintersport an Bedeutung verlieren kann, der Wintertourismus solle aber weiterhin gut laufen. Das ließe sich vor allem an wissenschaftlichen Untersuchungen und an Einschätzungen aus der Tourismusbranche festmachen.

Skifahren in Deutschland: Das sind die beliebtesten Skiorte

Kaum werden die Temperaturen kühler, zieht es Wintersport-Fans in den Schnee zum Ski- oder Snowboardfahren. Neben Österreich und der Schweiz ist auch Deutschland ein beliebtes Land für Wintersportler. Die Website BeyondSurfing hat über 680 Skiorte in ganz Deutschland anhand ihrer monatlichen Google-Suchanfragen analysiert und ausgewertet. Das ist die Auswertung:

1. Skikarussel Winterberg (Nordrhein-Westfalen)
2. Feldberg (Baden-Württemberg)
3. Willingen (Hessen)
4. Balderschwang (Bayern)
5. Zugspitze (Bayern)
6. Oberjoch Bad Hindelang (Bayern)
7. Ofterschwang Gunzesried (Bayern)
8. Sudelfeld (Bayern)
9. Fellhorn Kanzelwand (Bayern/Österreich)
10. Brauneck (Bayern)
11. Alpspitzpark Nesselwang (Bayern)

Schnee, Wasserversorgung und Energieverbrauch: Studie zeigt Probleme der Skigebiete auf

Eine Studie, die eine internationale Gruppe aus Wissenschaftlern im vergangenen August veröffentlichte, machte die Problematik des Klimawandels mit Schnee, Wasserversorgung und Energieverbrauch in den Skigebieten erkennbar. Judith Köberl, eine der Autorinnen am Joanneum Graz, verdeutlichte dies mit ihrer Aussage: „Unterstellt man einheitlich über alle Skigebiete, dass 50 Prozent ihrer Fläche beschneibar sind, weisen 3 Prozent der insgesamt 294 berücksichtigten österreichischen Skigebiete bei plus 2 Grad Celsius ein sehr hohes Schnee-Angebotsrisiko auf.“

Neben der wachsenden Klimakrise bedroht auch der hohe Preis den Massensport, denn der steigt von Jahr zu Jahr an. Auch für die Saison 2023/24 erwarten Experten eine Preissteigerung von bis zu zehn Prozent. In den Alpen wollen viele Skigebiete daher auf ein anderes Modell zurückgreifen: Dynamische Preise, die vom Wetter abhängen. (Denise Dörries)

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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