Pizza-Preisvergleich

Wird immer teurer: Studie verrät, wo Italien-Urlauber die günstigste Pizza bekommen

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Als Vertreter der „Cucina Povera“ ist Pizza in Italien eigentlich eine einfache Mahlzeit. Jenen Status büßt sie durch Preissteigerungen jedoch immer mehr ein.

Neapel/Rom – Als Pizza im 19. Jahrhundert in Neapel erfunden wurde, galt sie als Mahlzeit für die weniger Wohlhabenden. Als einfaches Gericht zählt Pizza zur „Cucina Povera“. Einer Küche, die in Italien für einfache Mahlzeiten aus kostengünstigen Zutaten steht. Weitere Gerichte aus der „Cucina Povera“ sind der toskanische Brotsalat „Panzanella“, Orecchiette mit Kichererbsen aus Apulien und „Risi e Bisi“ aus Padua – oder Venedig, wobei Historiker hier uneins sind.

Mit der Verbreitung der Pizza in vielen Ländern der Welt entstanden zahlreiche neue Varianten, darunter der Chicago- und Detroit-Stil in den USA. Auch die in Italien bis heute umstrittene Pizza Hawaii, die während des Wirtschaftswunders in Deutschland erfunden wurde, gehört dazu. Diese globale Expansion ließ den ursprünglichen Status der Pizza als Arme-Leute-Essen in Vergessenheit geraten. Die aktuellen Preise in Italien zeigen zudem, dass Pizza längst nicht mehr nur ein günstiges Gericht ist.

Am günstigsten ist Pizza in Italien nicht etwa in Neapel – sondern in einer Hafenstadt in der Toskana

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa sind die Durchschnittspreise für Pizza in Italien in den letzten sechs Jahren um 18,3 Prozent gestiegen. Der aktuelle Durchschnittspreis liegt bei etwa zwölf Euro. Diese Daten stammen aus einer Analyse des Centro di formazione e ricerca sui consumi (Crc), basierend auf Istat-Daten von Mimit. Der jährliche Umsatz im Pizzeria-Geschäft in Italien beläuft sich auf rund 25 Milliarden Euro, und der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 7,8 Kilo pro Jahr.

Fotomontage von Pizzapreisen auf einer Tafel (l.) und Pizzeria-Schild an einer Fassade in Rom (r.)

Die Frage, wo in Italien die Pizza am günstigsten oder teuersten ist, dürfte besonders für Reisende von Interesse sein. Am unteren Ende der Preisskala überrascht das Ergebnis: Die günstigste Pizza Italiens lässt ich nicht etwa in ihrer Geburtsstätte, Neapel, finden. In Neapel boomt der Tourismus, und im Vorjahr wurden laut La Repubblica 14,5 Millionen Touristen gezählt. Für das aktuelle Jahr erwartet man sogar 17 Millionen Besucher.

Die günstigsten Pizza-Preise in Italien findet man derzeit in Livorno, einer Hafenstadt in der Toskana. Diese Stadt, die wegen ihrer Kanäle als „Venedig der Toskana“ bekannt ist, hat eine historisch gewachsene linke politische Ausrichtung. Hier kostet eine Pizza mit Getränk im Durchschnitt nur 8,75 Euro. Dies zeigt, dass der Ursprung der Pizza als Gericht der Cucina Povera in Livorno noch nicht ganz vergessen ist.

Strände, Städte, kulturelle Highlights: Die schönsten Urlaubsorte in Italien

Beach at the Adriatic sea in Italy, Europe during summer., Beach at the Adriatic sea coastline in It
Bei Italien denken viele zuerst an Meer, Sonne und Strand. Italiens Adriaküste ist 820 Kilometer lang. Sie erstreckt sich vom Golf von Venedig bis zum Absatz des italienischen Stiefels bei Otranto Apulien. Doch das Urlaubsland hat so viele wunderschöne Orte und Flecken zu bieten.  © imago
Gardasee von Torbole aus gesehen
Die schönsten Urlaubsorte in Italien sind natürlich keine abschließende Auswahl. Und so ist der Gardasee – Lago di Garda – zwar schon lange kein Geheimtipp mehr. Doch der größte See im Norden Italiens ist ein Sehnsuchtsort für viele Urlauber. Eingebettet von majestätischen Alpen, ist das Klima dort im Norden Italiens mediterran.  © IMAGO/Michael Bihlmayer
Gardasee-Attraktion „Strada della Forra“ bekannt auch als „James Bond“-Straße führt nach Tremosine sul Garda.
Eine Gardasee-Attraktion ist die „Strada della Forra“. Die spektakuläre Bergstraße oder auch „James Bond“-Straße genannt, führt nach Tremosine sul Garda. Die Straße wurde 1913 gebaut, um den Hafen mit dem Hochland von Tremosine zu verbinden.  © IMAGO
Die Rocca di Angera am Lago Maggiore.
Auch der Lago Maggiore – der zweitgrößte See Italiens – ist ein Naturparadies zwischen Alpen und Mittelmeer. Über dem See thront die mittelalterliche Festung Rocca di Angera. © imagebroker/ IMAGO
Varenna am Comer See (Lombardei, Italien)
Der Comer See – Lago di Como – ist eine Perle in der Lombardei. Hollywood-Star George Clooney hat dort eine Villa in einem verschlafenen Nest. Italiens drittgrößter See liegt eingebettet in den südlichen Alpen Norditaliens. Seine Form gleicht einem umgedrehten Y, von oben aus gesehen. Der Ort Varenna (Foto) ist am Ostufer zu finden.  © IMAGO
Landscape over the vineyards in the Piedmontese hills of the Lan, Fantastic landscape over the viney
Das Piemont ist beispielsweise für seine erstklassigen Weine bekannt: Barolo, Barbaresco und Babera. Die Landschaft ist für Wanderer ein Traum. © imago
Reopening Of The Trevi Fountain After Renovation In Rome
Neben der Natur sind in Italien architektonische Meisterwerke und Kunstschätze zu finden. Der Trevi-Brunnen ist eines der berühmtesten Denkmäler in Rom. Das Wahrzeichen der Stadt gilt als Meisterwerk des Barocks. Viele Prachtbauten standen schon vor seiner Zeit.  © IMAGO/Massimo Valicchia
Aerial view of islands and tourists boats in the La Maddalena Archipelago in Costa Sme
Zur Auswahl der schönsten Urlaubsorte gehören natürlich die zahlreichen Inseln, wie Sardinien. Die Schönheit, die La-Maddalena-Inselgruppe liegt abseits der Costa Smeralda. Das Archipel wird auch die Karibik Europas genannt.  © xlmphotx via imago-images.de
Florenz in der Toskana: cathedral di Santa Maria del Fiore or Duom, Florence rooftops and cathedral di
Florenz in der Toskana gilt inzwischen als völlig überlaufen. Doch die Hauptstadt ist für Kunst- und Architekturfans trotzdem unwiderstehlich. Die Galleria dell‘Accademia zeigt Michelangelos Statue „David“. In den Uffizien sind Botticellis Gemälde „Die Geburt der Venus“ und da Vincis „Die Verkündigung“ zu sehen. Auch abseits der Touristenströme gibt es viel zu entdecken. © imago
Cathedral of Siena in Tuscany Region in Central Italy
Die toskanische Stadt Siena zählte im 13. Jahrhundert zur größten Rivalin von Florenz. Der prächtige Dom in der Altstadt ist ein Touristenmagnet. Doch es gibt noch viele andere Dinge zu entdecken.  © Imago
Tourists on the Via San Matteo in the medieval walled city of San Gimignano, Italy.
San Gimignano südwestlich von Florenz gehört zu einem der schönsten Orte in der Toskana. Wegen seiner 14 Türme wird die Kleinstadt auch das mittelalterliche Manhattan der Toskana genannt.  © IMAGO/Jon G. Fuller
Elba Island, ItalyCoast of Tyrrhenian Sea on Elba Island, Italy
Mit der Fähre von Piombino nach Elba dauert es eine Stunde und 30 Minuten. Die italienische Insel war einst Exil von Napoleon. Heute ist sie mit ihren wunderschönen Sandstränden und malerischen Kiesbuchten perfekt für einen Badeurlaub.  © Copyright: xNicknick_kox via ima
Die Villa San Martino (Foto) war Napoleons Sommerresidenz auf der Insel Elba.
Die Villa San Martino (Foto) war Napoleons Sommerresidenz auf der Insel Elba. Sie zählt zu den Sehenswürdigkeiten auf der Insel.  © IMAGO/imageBROKER/Nando Lardi
Holzbrücke über den Brenta - die Ponte degli Alpini in Vicenza in Venetien Italien
Auf dem Weg an die Adria oder Venedig fahren viele Touristen an Vicenza vorbei. Die Stadt gilt als eine der elegantesten Kunststädte Venetiens. Sie ist für den berühmten venezianischen Architekten des 16. Jahrhunderts, Andrea Palladios, bekannt. Im Foto ist die Ponte degli Alpini, die Holzbrücke über den Brenta, zu sehen. © Simoncountry via imago-images.de
Italienische Hafenstadt Chioggia an der Adria in Venetien mit Blick auf den Kanal
Chioggia mit seinen neun Brücken über den Canal Vena liegt 50 Kilometer entfernt von Venedig. Das Fischerdorf ist deswegen auch als „kleine Schwester“ oder „kleines Venedig“ bekannt. © Bernd Friedel/imago
Urbino Renaissaance-Stadt in den Marken Italien
Urbino ist die Geburtsstadt des berühmten Malers Raffael. Die Renaissance-Stadt liegt knapp 40 Kilometer vor der italienischen Ostküste in der Region Marken. Die Universitätsstadt wird neben den berühmten Städten wie Florenz, Rom und Venedig oft übersehen. © imago
Blick auf die Hafenstadt Triest
Triest liegt an der Grenze zwischen Venetien und Slowenien. In der italienischen Stadt ist der Einfluss der jahrelang herrschenden Habsburger-Monarchie kaum zu übersehen. © xWirestockx via imago-images.de
Die Hafenstadt Triest – hier ein Blick auf den Canal Grande – ist die Hauptstadt von Friaul-Julisch Venetien.
Die Hafenstadt Triest – hier ein Blick auf den Canal Grande – ist die Hauptstadt von Friaul-Julisch Venetien, einer Region im Nordosten Italiens, die an Österreich, Slowenien und das Adriatische Meer grenzt. Die Universitätsstadt ist einer der bedeutendsten Handelsplätze an der Adria.  © imago
The Amazing Due Sorelle Beach (meaning Two Sisters) in Conero Mount, Marche, Italy
„Due Sorelle Beach“ – der „Strand der zwei Schwestern“ an der Küste von Ancona (Marken) – werden die zwei Klippen in dem kristallklaren Wasser genannt. Das Naturwunder in der Nähe von Sirolo ist nur mit dem Boot zu erreichen.  © stefano.zaccaria/imago
Turin (italienisch Torino) im Norden Italiens ist für das Turiner Grabtuch berühmt. Die Hauptstadt Piemonts gilt als kreativ. Teile der Altstadt und die Residenzen des Königshauses von Savoyen sind seit 1997 Teil des UNESCO-Welterbes.
Turin (italienisch Torino) im Norden Italiens ist für das Turiner Grabtuch berühmt. Die Hauptstadt Piemonts gilt als kreativ. Teile der Altstadt und die Residenzen des Königshauses von Savoyen sind seit 1997 Teil des UNESCO-Welterbes.  © Benard/Andia imago
Piazza Savonarola and castle moat, Ferrara, Emilia Romagna, Italy, Europe
Ferrara in der Emilia-Romagna ist ein besonderes Juwel. Die Bewohner der prachtvollen Hauptstadt der Renaissance sind ständig in Bewegung – vor allem mit dem Fahrrad.  © IMAGO
The village of Cervo on the Italian Riviera, Liguria, Italy
An der italienischen Riviera thront das mittelalterliche Cervo mit seinen verwinkelten Gassen auf einer Hügelkuppe über dem Meer. Im Sommer findet hier ein Festival für barocke Kammermusik statt.  © imago
Tropea in Kalabrien (Italien) - Drohnenaufnahme zeigt Blick auf die Stadt und das Meer.
Für den Urlaub in Italien wird Tropea in Kalabrien noch als Geheimtipp gehandelt. Die Stadt liegt auf einem hohen Felsplateau über dem Meer.  © Maciej Olszewski/imago
Erkundung des Küstencharakters von Polignano a Mare in Apulien, Italien, an einem sonnigen Tag
Weißer Kalkstein und türkisfarbenes Meer – das macht Apulien am Absatz des italienischen „Stiefels“ aus. Das Küstendorf Polignano a Mare zählt zu einem der schönsten Orte.  © IMAGO/Zoonar.com/Fokke Baarssen
Blick auf die Stadt Matera in Apulien (Italien) bei strahlend blauem Himmel
Matera in Apulien ist durch eine Verfolgungsjagd im James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ bekannt. Die historische Felsenstadt im Süden Italiens gehört zu einer der ungewöhnlichsten Urlaubsorte in Italien. Bereits vor 9000 Jahren wurde Matera besiedelt.  © Fokke Baarssen/imago
Wild und unverfälscht: Die Felsenklippen von Torre Sant Andrea (Apulien) sind zwölf Meter hoch. Antike Legenden ranken sich um die eindrucksvollen Formationen im Meer.
Wild und unverfälscht: Die Felsenklippen von Torre Sant Andrea (Apulien) sind zwölf Meter hoch. Antike Legenden ranken sich um die eindrucksvollen Formationen im Meer.  © marcorubino via imago-images.de
Manarola Village, Cinque Terre Coast of Italy - der Ort zählt zu Italiens romantischsten Küstendörfern
Cinque Terre ist ein Hotspot für Italien-Touristen. Manarola mit seinen pastellfarbenen Häusern (Foto) liegt an der „Via dell‘Amore“ an der Steilküste der italienischen Riviera.  © Imago
Cinque Terre - road of love. Liguria, Italy.One from most beautiful in Italy for pedestrian paths for lovers
Der ikonische Wanderweg „Vial dell‘Amore“ (auf Deutsch: Weg der Liebe) ist für viele ein Muss. Allerdings müssen Urlauber vorab per Ticket einen Slot für den 900 Meter langen Weg an der Küste buchen. Es gibt strenge Regeln seit der Wiederöffnung im Sommer 2024.  © Stelian Porojnicu/imago

Auch in Kalabrien, im Süden des italienischen Festlands, sind die Preise moderat. In Reggio Calabria an der Straße von Messina zahlt man durchschnittlich 9,15 Euro für eine Pizza mit Getränk. In Catanzaro, ebenfalls in Kalabrien, liegt der Preis bei 9,96 Euro. Dagegen kostet in Pescara an der Adria eine Pizza mit Getränk im Durchschnitt 9,37 Euro.

Pizza ist in Italien um fast 20 Prozent teurer geworden – am teuersten ist sie im Norden

In Reggio-Emilia im Norden Italiens zahlen Gäste derzeit am meisten für eine Pizza. Der Durchschnittspreis für eine Mahlzeit, die eine Pizza und ein Getränk umfasst, liegt hier bei 17,58 Euro. Siena, eine bedeutende Universitätsstadt in der Toskana, folgt mit einem Preis von 17,24 Euro. An dritter Stelle steht Macerata in den Marken, wo der Preis bei 16,25 Euro liegt. Insgesamt wurden in der Analyse des italienischen Verbraucherzentrums die durchschnittlichen Pizzeria-Preise in 59 Provinzen untersucht. In sieben dieser Provinzen kostet eine Pizza mit Getränk 14 Euro oder mehr.

Die Markthalle von Livorno in der Toskana

Furio Truzzi, Vorsitzender des Crc, erklärt, dass es für den Anstieg der Pizzapreise „eine Reihe von Faktoren“ gibt: „Zunächst führten die Covid-Pandemie und dann die hohen Energiekosten zu einem Kostenanstieg bei den Pizzerien, der über einen Anstieg der Einzelhandelspreise an die Endverbraucher weitergegeben wurde. Zweitens führten der Krieg in der Ukraine und die Krise bei einigen Rohstoffen, angefangen bei Mehl und Öl, die für die Herstellung von Pizza verwendet werden, zu weiteren Preiserhöhungen für die Öffentlichkeit, die nach Beendigung des Notstands nicht wieder rückgängig gemacht wurden.“

Und das liegt daran, dass – wie Truzzi noch einmal betont – die Pizza ein von den Italienern so geliebtes Lebensmittel ist, dass sie zu einem Produkt mit starrer Nachfrage geworden ist: „Mit anderen Worten, ihr Verbrauch ändert sich nicht, wenn der Preis schwankt, was den öffentlichen Einrichtungen zugutekommt“. Erst kürzlich bestellte Alt-Kanzlerin Merkel Pizza im Italien-Urlaub. (fh)

Rubriklistenbild: © beides IMAGO / Pond5 Images

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