Wird mit Papst Franziskus beerdigt: Mysteriöse Metallröhre im Sarg
VonMarcus Giebel
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Im Zuge einer Zeremonie wird der Sarg von Papst Franziskus für die Gedenkfeier verschlossen. Im Inneren liegt neben dem Leichnam auch eine Metallröhre.
Vatikanstadt – Fünf Tage nach seinem Tod erreicht das Gedenken an Papst Franziskus bei dessen Beerdigung am Samstag (26. April) seinen Höhepunkt. Am Abend zuvor kamen bereits wichtige Wegbegleiter zusammen, um im deutlich kleineren Kreis Abschied vom am Ostermontag verstorbenen Kirchenoberhaupt zu nehmen. Hochrangige Geistliche und Familienangehörige nahmen am traditionellen Ritus der Schließung des Sarges teil, wie Vatican News berichtet.
Sie waren also die letzten Personen, die einen Blick auf den Papst werfen konnten, nachdem an den drei Tagen zuvor bereits rund 250.000 Gläubige vom offen im Petersdom aufgebahrten Franziskus persönlich Abschied genommen hatten. Dabei hatten manche für Ärger gesorgt, weil sie Handy-Fotos mit dem Leichnam machten.
Papst Franziskus wird beerdigt: Im verschlossenen Sarg befindet sich auch eine Metallröhre
Im Rahmen der Zeremonie am Freitagabend verlas Zeremonienmeister Erzbischof Diego Ravelli den notariellen Akt. Das ist ein Dokument, das die wichtigsten Stationen des mehr als 88 Jahre währenden Lebens von Papst Franziskus beschreibt. Später legte er ein Tuch aus weißer Seide auf das Gesicht des Papstes, der seine letzte Reise in ein rotes Messgewand gekleidet, mit einer weißen Mitra auf dem Kopf und mit einem Rosenkranz um die Hände geschlungen antreten wird. Kardinal Kevin Farrell als Camerlengo besprengte die sterbliche Hülle mit Weihwasser.
Als Beigaben kamen ein Beutel mit Münzen und Medaillen, die während Franziskus‘ Pontifikat geprägt wurden, sowie eine Kartusche, respektive Metallröhre, mit dem erwähnten Schriftstück über sein Leben in den Sarg. Letztere wurde mit dem Siegel des päpstlichen Liturgischen Büros versehen.
„Mit uns unterwegs als Pilger der Hoffnung, als Führer und Begleiter auf dem Weg zum großen Ziel, zu dem wir gerufen sind, nämlich dem Himmel, ist am 21. April des Heiligen Jahres 2025 um 7.35 Uhr morgens, während das Licht von Ostern den zweiten Tag der Osteroktav, den ‚Montag des Engels‘, erleuchtete, der geliebte Hirte der Kirche, Franziskus, von dieser Welt zum Vater übergegangen“, lauten die ersten Worte des notariellen Aktes, von dem zwei Exemplare bestehen. Der Vatikan bezeichnet das Schriftstück als „Urkunde für den frommen Transit seiner Heiligkeit Franziskus“.
Tod von Papst Franziskus: Studium in Chile und späterer Aufenthalt in Deutschland
Danach werden wichtige Lebensdaten von Jorge Mario Bergoglio – so sein bürgerlicher Name – genannt, etwa das Datum seiner Wahl zum Papst und sein Geburtstag. Auch über seine Eltern und seinen beruflichen Werdegang wird informiert. Sein Vater Mario war Buchhalter und arbeitete bei der Eisenbahn, seine Mutter Regina Sivori kümmerte sich um den Haushalt sowie die Erziehung der fünf Kinder.
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Der spätere Papst machte zunächst seinen Abschluss zum Chemietechniker, ehe er sich für das Priestertum entschied. Er studierte Geisteswissenschaften in Chile und promovierte in seinem Heimatland Argentinien in Philosophie. Später war er Professor für Literatur und Psychologie am Kolleg der Unbefleckten Empfängnis in Santa Fe und am Colegio del Salvador in Buenos Aires.
Erwähnung findet auch ein längerer Aufenthalt in Deutschland, wo er nach 1986 einige Zeit verbrachte, um seine Dissertation abzuschließen. Es folgte sein Aufstieg innerhalb der Kirche, am 21. Februar 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.
Trauer um Papst Franziskus: Dialog mit Muslimen und Vertreter anderer Religionen gesucht
Auch sein bescheidener Lebensstil wird hervorgehoben: „Er war ein einfacher und sehr geliebter Hirte in seiner Erzdiözese, die er weitflächig bereiste, auch mit der U-Bahn und dem Bus. Er wohnte in einer (einfachen) Wohnung und bereitete sich selbst das Abendessen zu, weil er sich als normaler Mensch fühlte.“ Zur Sprache kommt ebenfalls, dass er den Papst-Namen Franziskus in Anlehnung an Franz von Assisi wählte, weil er genau wie dieser die Armen der Welt im Herzen tragen wollte.
Diese Kardinäle nahmen an der Zeremonie teil
Kardinal Kevin Farrell (Camerlengo)
Kardinal Giovanni Battista Re (Dekan des Kardinalskollegiums)
Kardinal Roger Michael Mahony (aus der Ordnung der Kardinalpriester)
Kardinal Dominique Mamberti (Ranghöchster aus der Ordnung der Kardinaldiakone)
Kardinal Mauro Gambetti (Erzpriester der päpstlichen Petersbasilika)
Kardinal Pietro Parolin (ehemalige Kardinalstaatssekretär)
Kardinal Baldassare Reina (Generalvikar für die Diözese Rom)
Kardinal Konrad Krajewski (päpstlicher Almosenpfleger und Präfekt des Dikasteriums für den Dienst der Nächstenliebe)
Quelle: Vatican News
Es sei ihm darum gegangen, „aufmerksam gegenüber den Letzten und den von der Gesellschaft Ausgestoßenen“ zu sein. Um das zu unterstreichen, besuchte Franziskus am Gründonnerstag Gefängnisse oder Zentren für behinderte und drogenabhängige Menschen. Wichtig sei dem mehr als zwölf Jahre der Kirche vorstehenden Pontifex auch der Dialog mit Muslimen und Vertretern anderer Religionen gewesen.
Weitere Errungenschaften werden aufgezählt: „Seine Liebe zu den Letzten, den Alten und den Kleinen veranlasste ihn, die Welttage der Armen, der Großeltern und der Kinder ins Leben zu rufen. Er führte auch den Sonntag des Wortes Gottes ein.“ Das Kardinalskollegium erweiterte Franziskus mehr als jeder Vorgänger. 163 Kardinäle gibt es mittlerweile, 133 von ihnen sind wahlberechtigt und werden über seine Nachfolge abstimmen.
Trauerfeier für Papst Franziskus: Von Lungenentzündung nicht vollständig erholt
Beim Blick zurück geht es auch um sein Gebet während des Beginns der Corona-Pandemie vor einem menschenleeren Petersplatz und seine Friedensappelle „gegen einen Dritten Weltkrieg in Stücken in verschiedenen Ländern, besonders in der Ukraine, aber auch in Palästina, Israel, Libanon und Myanmar“.
Während der Schließung des Sarges von Papst Franziskus: Camerlengo Kardinal Kevin Farrell prägt sein Siegel auf den Zinkdeckel, ehe zum Abschluss der Holzdeckel aufgelegt wird.
Nachdem er wegen einer beidseitigen Lungenentzündung 38 Tage lang in der Klinik verbringen musste, habe sich Franziskus gesundheitlich nicht vollständig erholt. Dennoch habe er es sich nicht nehmen lassen, „sich bis zum Ende mit derselben Leidenschaft seinem petrinischen Dienst“ zu widmen.
In Erinnerung bleibe sein schlichter und demütiger Stil, „der auf Offenheit für die Mission, apostolischen Mut und Barmherzigkeit gründete“. Franziskus habe „ein bewundernswertes Zeugnis der Menschlichkeit, der heiligen Lebensführung und der universalen Vaterschaft“ hinterlassen. (mg)