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Extremwetter trifft fast ganz Deutschland: Während eine Region aufatmen kann, drohen andernorts Überschwemmungen und Dauerregen. Eine Wetter-Kolumne Dominik Jung.
Kassel – Bis Dienstagabend (23. September) bleibt die Lage beim Wetter angespannt. Ein breites Regenband zieht vom Südwesten bis in die östlichen Mittelgebirge. Besonders betroffen sind die südwestdeutschen Mittelgebirge, wo innerhalb von 24 Stunden bis zu 45 bis 55 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen können.
Auch in Teilen der östlichen Mittelgebirge ist mit vergleichbaren Regenmengen zu rechnen, wenngleich mit etwas geringerer Wahrscheinlichkeit. Zusätzlich können in den Hochlagen der zentralen und südlichen Mittelgebirge einzelne Sturmböen zwischen 70 und 90 km/h auftreten. Lokale Überflutungen, vollgelaufene Keller und Verkehrsbehinderungen sind bereits am Montag (22. September) nicht auszuschließen.
Wetter bringt nur kurzzeitige Entspannung – Hochwassergefahr steigt
Am Dienstag selbst deutet sich eine kurze Verschnaufpause an. Weite Teile Deutschlands müssen dann voraussichtlich nicht mit markanten Wettergefahren rechnen. Doch die Entlastung ist nur von kurzer Dauer. Die gesättigten Böden können die vorherigen Regenmengen kaum aufnehmen, sodass die Gefahr von Hochwasser und steigenden Pegeln bestehen bleibt.
Wer in Fluss- oder Bachtälern wohnt, sollte wachsam bleiben und die Lage weiter verfolgen. Bereits kleinere zusätzliche Niederschlagsereignisse könnten die Situation in manchen Regionen deutlich verschärfen.
Neue Regenfront im Anmarsch – besonders Süden und Mitte Deutschlands betroffen
Die Wettermodelle deuten ab Mittwoch (24. September) auf eine erneute Verschärfung der Lage hin. Von Nordbayern und Südthüringen über Hessen bis ins nördliche Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist mit anhaltendem Dauerregen von 40 bis 65 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden zu rechnen. Angesichts der bereits gesättigten Böden steigt das Risiko für großflächige Überschwemmungen rapide an. Bäche und kleinere Flüsse können über die Ufer treten, und auch größere Flusssysteme geraten zunehmend unter Druck.
Für die Bevölkerung bedeutet das: Vorsorge treffen, Keller und tieferliegende Räume sichern, auf aktuelle Warnmeldungen achten und unnötige Fahrten in betroffene Gebiete meiden. Sollte die Entwicklung so eintreten, ist ab der Wochenmitte mit einer kritischen Hochwasserlage in Teilen Süd- und Mitteldeutschlands zu rechnen.
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