Frankreich

Noch immer keine Spur von Émile (2): Polizei durchsucht jetzt Gefriertruhen in Wohnungen

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Der vermisste zweieinhalbjährige Émile, war in dem südfranzösischen Dorf Vernet zuletzt gesehen worden.
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Der zweijährige Émile bleibt vermisst. Die Polizei durchsuchte nun offenbar auch Gefriertruhen in den Häusern des südfranzösischen Dorfes, in dem der Junge verschwand.

Vernet – Fast genau einen Monat ist es her, als der zweijährige Émile im südfranzösischen Ort Le Vernet verschwand. Die Anteilnahme in ganz Frankreich ist weiterhin groß. Die Polizei suchte bereits mit Hubschraubern, Drohnen und Leichenspürhunden nach dem Jungen, doch bislang ohne Ergebnis. Offenbar durchsuchten die Beamten zuletzt weiterhin Häuser und auch Gefriertruhen der Anwohner, wie der französische TV-Sender BFMTV berichtete.

Polizei soll auch Gefriertruhen in Häusern durchsucht haben

Die Suche nach Émile geht weiter. Vergangene Wochen sollen Polizisten auch die Gefriertruhen in Häusern in Augenschein genommen haben, wie Anwohner dem Fernsehsender berichteten. „Zuerst haben sie mein Haus durchsucht und die Kühltruhe geöffnet. Aber ich interessiere sie nicht, weil ich kein Auto habe“, so der Nachbar, der laut Fernsehsender BFMTV direkt hinter dem Haus der Familie des verschwundenen Jungen wohnt. „Die Untersuchungen werden fortgesetzt“, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft von Aix-en-Provence indes am Montag mit. Neue Erkenntnisse gebe es allerdings nicht, hieß es.

Zweijähriger Émile seit einem Monat verschwunden: Polizei suchte mit Hubschraubern und Hunden

Émile war bei seinen Großeltern im Ort im Urlaub, als diese ihn gegen Abend aus dem Blick verloren. Bei den Großeltern hielten sich zu dem Zeitpunkt auch etliche andere Verwandte auf. Zwei Zeugen hatten ausgesagt, noch gesehen zu haben, wie der Junge eine Straße herunterlief. Armee und Gendarmerie hatten eine großangelegte Suche begonnen, diese aber wenige Tage später eingestellt. Die Untersuchungen gingen indes weiter, hatte Staatsanwalt Rémy Avon mitgeteilt. Etwa 20 Ermittler seien praktisch rund um die Uhr mit dem Fall beschäftigt, berichtete der Sender BFMTV unter Verweis auf die Behörden.

Anwohner befürchten, dass der kleine Émile sich in einem Heuballen befinden könnte. (Collage)

Ende Juli hatte die Polizei dann eine weitere Suchaktion gestartet und mit Leichenspürhunden die Gegend um Le Vernet in einem Fünf-Kilometer-Radius durchkämmt, wie der französische Sender BFMTV berichtete. Zum Verschwinden des Jungen gab es verschiedene Theorien. Der Bürgermeister des kleinen Bergdorfs im Département des Alpes-de-Haute-Provence wollte zunächst nicht an eine Entführung glauben. Er könne sich vorstellen, dass das Kind sich in der bergigen Umgebung in 1200 Metern Höhe verlaufen oder irgendwo versteckt habe, sagte er den Medien. Weitere mögliche Szenarien sind laut Polizei ein Tierangriff, ein Verbrechen oder womöglich auch ein Verkehrsunfall mit anschließender Fahrerflucht (bme mit AFP/dpa).

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