Traurige Nachricht

„Titanic“-Tourist Harding ist tot: Freundin veröffentlichte letzte Nachricht und verabschiedet sich nun emotional

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Im Wettlauf gegen die Zeit wird nahe dem Titanic-Wrack nach fünf Vermissten in einem verschollenen U-Boot gesucht. An Bord ist auch Milliardär Hamish Harding.

Update vom 24. Juni: Mittlerweile ist es traurige Gewissheit. Die fünf Passagiere konnte die Implosion der „Titan“ nicht überleben. Auch Hamish Harding ist tot. „No words can describe how I feel right now. R.I.P Capt. Hamish“, – also: „Keine Worte können beschreiben, wie ich mich gerade fühle. Ruhe in Frieden, Kapitän Hamish – schreibt nun Jannicke Mikkelsens, eine enge Freundin, die den Milliardär bei mehreren Expeditionen begleitet hatte.

Update vom 20. Juni, 18.12 Uhr: „Hamish Harding hat mir in der Nacht zum Sonntag geschrieben, dass sie mit dem U-Boot abtauchen werden, wenn das Wetter mitmacht“, sagt Jannicke Mikkelsen im norwegischen TV-Sender NRK. Sie ist Dokumentarfilmerin und hat den vermissten Milliardär bei mehreren Expeditionen begleitet. So sind die beiden gute Freunde geworden.

Jetzt sorgt sie sich sehr. Mikkelsen sagte am Sonntagabend: „Der letzte Zeitraum, um mit eigener Kraft an die Oberfläche zu kommen, verging vor genau einer Stunde und 15 Minuten. Wir machen uns deshalb große Sorgen.“ Das war fünf Stunden und 15 Minuten, nachdem das Tauchboot als vermisst gemeldet wurde.

Mittlerweile ist das Mini-U-Boot mit fünf Insassen seit über 50 Stunden verschollen. „Am Donnerstag um 11.30 Uhr Ortszeit (Spitzbergen, d.R.) geht ihnen die Luft aus“, rechnet Mikkelsen vor. Das wäre 96 Stunden nach dem Abtauchen und um 13 Uhr deutscher Zeit. Die Küstenwache hingegen befürchtet, dass der Crew nur Luft für 70 Stunden bleiben könnte.

„Ich bin in direktem Kontakt mit seiner Familie und mit der Rettungszentrale in den USA. Seine Ehefrau macht sich große Sorgen“, berichtet Mikkelsen außerdem. Und erklärt, warum der Milliardär auf so eine gefährliche Reise gegangen ist: „Für solche Expeditionen braucht man Unterstützer, die Geld haben und gerne Risiken eingehen. Hamish Harding ist so ein Mensch.“

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Titanic-Tauchboot: Vermisster Milliardär sprach noch kurz vor dem Start von „Wetterfenster“

Erstmeldung vom 20. Juni, 12.41 Uhr: München/Boston – An der Ostküste der USA ist das Tauchboot „Titan“ verschwunden, das für Touren zum Wrack des 1912 gesunkenen Kreuzfahrtschiffes „Titanic“ genutzt wird. Rettungskräfte suchen dort nun fünf Vermisste in dem verschollenen Boot.

Der Tauchgang des privaten Unternehmens „Oceangate Expeditions“ hatte bereits am Sonntag (18. Juni) begonnen. Nach etwa einer Stunde und 45 Minuten habe die Besatzung des Begleitschiffs „Polar Prince“ den Kontakt verloren. Dem Anbieter zufolge verfüge das Tauchboot für 96 Stunden Sauerstoff. Die Suchaktion entpuppt sich also als Wettlauf gegen die Zeit.

Name des TauchbootesTitan
UnternehmenOceangate Expeditions
Dauer der Expedition zum Titanic-WrackAcht Tage
StartpunktSt. John‘s auf der kanadischen Insel Neufundland

Titanic-Tauchboot vermisst: Wer die vermissten Passagiere sind

An Bord des Titanic-Bootes sollen sich vier Touristen und ein Kapitän befinden. Mit an Bord ist offenbar auch der milliardenschwere britische Geschäftsmann Hamish Harding. Er hatte zuvor unter anderem auf Instagram angekündigt, Teil der Expedition zu sein. „Es hat sich gerade ein Wetterfenster aufgetan, und wir werden morgen einen Tauchgang versuchen“, schrieb Harding am Samstag (17. Juni). Gegen 4 Uhr am Morgen (Ortszeit) sollte der Tauchgang beginnen. Angesichts des harten Winters in Neufundland sei dies womöglich die erste und einzige Mission in diesem Jahr.

Die weiteren Bordmitglieder seien dem Geschäftsmann zufolge Forscher, von denen einige bereits über 30 Tauchgänge zum Wrack der Titanic unternommen hätten, etwa Paul-Henry Nargeolet. Wie The Sun berichtete, soll Stockton Rush die Expedition geleitet haben. Zu den Insassen gehören auch der pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood und sein 19-jähriger Sohn Suleman, wie ihre Familie mitteilte. Harding versprach seinen Followern „weitere Updates zur Expedition“, sollte es das Wetter zu lassen. Seitdem fehlt von dem Boot jede Spur.

Tauchboot ist verschollen: Wie viel die Expedition zum Titanic-Wrack kostet

„Wir prüfen und mobilisieren alle Optionen, um die Besatzung sicher zurückzubringen“, informierte der Betreiber in einer Mitteilung. Das Unternehmen bringt Privatleute für viel Geld zum Wrack der weltberühmten Titanic, die in 3800 Meter Tiefe liegt. Eine Fahrt vom Heimathafen St. John‘s auf der kanadischen Insel Neufundland kostet 250.000 Dollar (229.000 Euro) pro Person. Acht Tage soll der Ausflug ursprünglich dauern. Im engeren Sinne handelt es sich bei der „Titan“ aber nicht um ein U-Boot, sondern ein Tauchboot, da es nicht aus eigener Kraft in Häfen ein- und ausfährt.

Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen.

Bei der großangelegten Suchaktion arbeiten die kanadischen Einsatzkräfte mit privaten Booten und Handelsschiffen an der vermuteten Stelle rund 1500 Kilometer östlich der US-Metropole Boston zusammen. Auch die US-Küstenwache unterstützt die Suche mit zwei Flugzeugen, hieß es bei Twitter.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters zeigte sich zumindest Titanic-Experte Larry Daley optimistisch. Er glaubt an eine erfolgreiche Suche. „Ich bin sehr hoffnungsvoll und positiv. Ich war für zwölf Stunden in dem Boot. Wir haben dort unser eigenes System, das uns hilft, zu atmen.“ U-Boot-Experte Alistair Greig vom University College London schien im Gespräch mit BBC anderer Meinung. Zwar könne es sein, dass bei einem Strom- oder Kommunikationsausfall das Tauchboot zur Oberfläche getrieben würde. Sollte der Rumpf beschädigt sein und es ein Leck geben, sehe die Lage deutlich schlechter aus. „Dann ist die Prognose nicht gut“, sagte Greig. Schwierig wäre es auch, wenn das Tauchboot nicht mehr aus eigener Kraft vom Meeresboden aufsteigen könne. (kas/dpa)

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