Wut auf Bezos-Hochzeit: Italien-Metropole erwartet Ausnahmezustand – „arroganter Milliardär“
VonMaximilian Kettenbach
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Jeff Bezos wählt Venedig für seine Hochzeit. Mit Lauren Sánchez organisiert der Amazon-Chef ein Event für 200 VIP-Gäste. Stadtbewohner sind erzürnt.
Venedig – Die bevorstehende Hochzeit von Amazon-Gründer Jeff Bezos (61) und seiner Verlobten Lauren Sánchez (55) in Venedig sorgt für Aufruhr unter den Einheimischen. Während die italienischen Medien von einer der teuersten Feierlichkeiten in der Geschichte der Lagunenstadt berichten, mit geschätzten Kosten zwischen 15 und 30 Millionen Euro, regt sich Widerstand gegen die extravagante Zurschaustellung von Reichtum.
Wut gegen Bezos-Hochzeit: Italien-Metropole droht Ausnahmezustand
Eine Hochzeit in Venedig ist nicht billig. Aber ein Termin auf dem Standesamt kostet auch nicht die Welt: 700 Euro, wenn man von außerhalb kommt. Die Ausländer, die in der vermeintlich romantischsten aller Städte heiraten wollen, können sich das in der Regel leisten. 2014 gab es dort schon einmal eine „Hochzeit des Jahrhunderts“, die von George Clooney und der Menschenrechtsanwältin Amal Alamuddin. Zwei Jahre später sagten sich Fußballer Bastian Schweinsteiger und Tennisspielerin Ana Ivanovic Ja. Doch dieses Mal ist einiges anders, der Widerstand spürbar.
„No Space for Bezos“ – Plakate mit dieser Botschaft tauchten kürzlich am Markusplatz und der Rialto-Brücke auf, ein deutliches Zeichen des Unmuts. Aktivist Tommaso Cacciari brachte in der Zeitung La Repubblica die Stimmung auf den Punkt: „Wir haben nichts gegen Hochzeiten, aber wir mögen keinen arroganten Milliardär, der glaubt, er könne sich alles kaufen. Er soll Venedig nicht mit Las Vegas verwechseln.“ Diese Aussage verdeutlicht die wachsende Frustration über die Kommerzialisierung und den Massentourismus in der historischen Stadt.
Ein Protestplakat mit der Aufschrift „Keine Hochzeit mit Jeff Bezos“ ist an einer Wand in Venedig angebracht. Der US-Milliardär Jeff Bezos und Ex-Journalistin Laura Sanchez wollen nach Medienberichten in der italienischen Lagunenstadt heiraten. Zu den mehrtägigen Feiern wird viel Prominenz erwartet. In der Stadt gibt es auch Proteste.
Ivanka Trump, Elon Musk und viele weitere Promis kommen wohl zur Hochzeit nach Venedig
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen Bezos persönlich, sondern auch gegen die potenziellen Auswirkungen der Feierlichkeiten auf das tägliche Leben in Venedig. Mit einer Gästeliste, die angeblich 200 VIPs umfasst, befürchten viele Einheimische, dass ihre ohnehin überlastete Stadt für fünf Tage im Ausnahmezustand sein wird. Geladen sind offenbar Berühmtheiten wie Oprah Winfrey, Kim Kardashian, Katy Perry, Donald Trumps Tochter Ivanka, Leonardo DiCaprio, George Clooney, Elon Musk, Bill Gates, Mark Zuckerberg und viele mehr. Lady Gaga soll singen und Mick Jagger auch.
Amazon-Chef Jeff Bezos heiratet in Venedig. Die Hochzeit mit Lauren Sánchez verspricht ein Großereignis mit 200 VIP-Gästen zu werden. Es regt sich Widerstand.
Die Ankunft von Bezos‘ riesiger Yacht „Koru“ stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Mit einer Länge von über 125 Metern verstößt sie gegen lokale Vorschriften und darf nicht am Markusplatz anlegen. Ob die „Koru“ an etwas weniger illustre Plätze ausweichen wird, bleibt offen. Der größte Teil der Festgesellschaft wird in Fünf-Sterne-Hotels wie dem „Gritti Palace“ oder dem „Danieli“ untergebracht. Bürgermeister Luigi Brugnaro, ein Mann mit gehörigem Geltungsdrang, dementierte allerdings Berichte, dass Bezos alles ausgebucht habe.
Einwohner erzürnt, Bürgermeister voll Vorfreude – Bezos-Hochzeit spaltet Lagunenstadt
Während Brugnaro die Hochzeit als „Ehre für die Stadt“ bezeichnet und auf den wirtschaftlichen Nutzen hinweist, sehen Kritiker darin eine Fortsetzung der Probleme, die Venedig seit Jahren plagen: Übertourismus, steigende Lebenshaltungskosten und die Verdrängung der lokalen Bevölkerung. Obwohl die Polizei bisher keine offiziellen Demonstrationsanmeldungen verzeichnet, bleibt die Stimmung angespannt.
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Inmitten dieser Kontroverse schweigen die Hauptpersonen Bezos und Sánchez. Die Details ihrer Feier bleiben größtenteils im Dunkeln, was die Spekulationen und den Unmut weiter anheizt. Während einige Venezianer von dem Event profitieren werden – von Hoteliers bis hin zu lokalen Handwerkern – sehen andere darin ein Symbol für wachsende Ungleichheit und die Kommerzialisierung ihrer Stadt. (dpa, mke)