VonBjarne Kommnickschließen
In der toskanischen Provinz Siena ist es zu einem Erdbeben gekommen. Deshalb schließt die Provinz-Hauptstadt vorerst alle Sehenswürdigkeiten.
Siena – Erdbeben in der italienischen Toskana. Das Nationales Institut für Geophysik und Vulkanologie mit Sitz in Rom hat am Donnerstag ein Erdbeben der Stärke (Magnitude) 3,7 in der Provinz Siena vermeldet. Das Epizentrum des Bebens wurde laut den Daten des Instituts vier Kilometer nordöstlich der Kleinstadt Poggibonsi in einer Tiefe von zehn Metern identifiziert. Deshalb treffen die Behörden nun vorsorgliche Maßnahmen.
| Italienische Provinz | Siena |
| Bevölkerung | 267.197 |
| Fläche | 3.821,22 km² |
| Hauptstadt | Siena |
Erdbeben in Toskana Kilometer weit zu spüren – Siena schließt Sehenswürdigkeiten
Wie die das Newsportal stol.it berichtet, sei es bei dem Erdbeben jedoch zu keinen bemerkenswerten Schäden gekommen und beruft sich dabei auf Informationen des Zivilschutzes der Provinz Siena. Auch die Bevölkerung blieb demnach unverletzt. Jedoch habe man das Erdbeben bis in das rund 50 Kilometer nördlich liegende Florenz noch spüren können. Erst Anfang Juni hatte ein Erdbeben auch eine Region in Österreich erschüttert.
Die Regierung der rund 30 Kilometer südlich liegenden Provinz-Hauptstadt Siena habe aufgrund des Erdbebens vorsorgliche Maßnahmen getroffen und alle Sehenswürdigkeiten zunächst gesperrt. Deshalb würden der Torre del Mangia, der Piazza del Campo sowie alle städtischen Museen, darunter das Stadtmuseum und das Wassermuseum evakuiert werden und mindestens am Donnerstag und am Freitag geschlossen bleiben.
Erdbeben in Italien
59.000 Erdbeben in Italien von 1976 bis 2016
Mindestens 20 Erdbeben seit 1976 mit der Stärke 5,5 oder höher
Mindestens 100 Erdbeben in den vergangenen 1000 Jahren mit der Stärke 5,5 oder höher
59.000 Erdbeben in Italien innerhalb von 40 Jahren
Erdbeben sind in Italien keine Seltenheit. Auch das auswärtige Amt warnt auf seiner Internetseite: „Italien liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, weshalb es häufiger zu zum Teil schweren Erdbeben kommt“. Laut dem Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie wurden alleine zwischen 1976 und 2016 mehr als 59.000 Erdbeben in Italien registriert. 20 Erdbeben davon hätten dabei eine Magnitude – also eine Stärke – von 5,5 oder höher erreicht.
Die schlimmsten Erdbeben in Italien seit Anfang des 20. Jahrhundert
1905: Nicastro (Kalabrien), 557 Tote
1907: Canolo und San Luca (Kalabrien), 167 Tote
1908: Messina (Sizilien) und Reggio Calabria (Kalabrien) Schätzungen: zwischen 70.000 und 120.000 Tote
1915: Avezzano (Abruzzen), 33.000 Tote
1918: Giarre (Sizilien), 100 Tote
1919: Vicchio (Toskana), über 100 Tote
1920: Fivizzano und Villa Collemandina (Toskana), 171 Tote
1930: Bisaccia und Lacedonia (Kampanien), 1.404 Tote
1968: Gibellina, Salaparuta und Poggioreale (Sizilien), 370 Tote
1976: Artegna und Gemona del Friuli (Friaul-Julisch Venetien), 989 Tote
1980: Castelnuovo di Conza, Conza della Campania und Teora (Kampanien), 2.914 Tote
1997: Provinz Perugia (Umbrien), 11 Tote
2009: L‘Aquila (Abruzzen), 309 Tote
2016: zwischen den Provinzen Rieti, Ascoli Piceno und Perugia (Latium, Marken und Umbrien): 299 Tote
Quelle: (reise-nach-italien.de)
Laut dem Global Earthquake Model zählt Italien zu den Ländern mit der höchstens Erdbebengefahr in Europa. Das wohl größte Erdbeben in Italien 1908 auf Sizilien forderte damals rund 70.000 bis 120.000 Tote. Bei einem Erdbeben am 6. April 2009 in der Region Abruzzen seien mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Auch bei einem Erdbeben in den Regionen Latium, Umbrien, Marken und Abruzzen in 2016 starben mindestens 299 Menschen.
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