Rom, liebevoll auch die „Ewige Stadt“ genannt, ist eine der großen Kulturstädte Europas mit zahlreichen Denkmälern und bedeutenden Bauten der römischen Geschichte.
Die Hauptstadt Italiens wurde wohl erstmals im 1. Jahrhundert vor Christus „Ewige Stadt“ genannt. Diese eher liebevolle Bezeichnung wurde aber eher zu einem Ehrennamen für Rom aufgrund ihrer bis heute mehr als drei Jahrtausende umfassende Geschichte.
Rom, die kosmopolitische Großstadt, hat ungefähr 3 Millionen und in der Metropolregion etwa 4,3 Millionen Einwohner und ist damit die größte Stadt des Landes Italien, sie belegt damit den achten Platz der bevölkerungsreichsten Städte Europas hinter Berlin und Madrid und sie ist die drittgrößte Stadt in der Europäischen Union. Rom ist Sitz der italienischen Regierung, des Parlaments und des Papstes, der in der Vatikanstadt seinen Amtssitz hat. Rom gilt als eine der großen Kulturstädte Europas, die 3.000 Jahre Kunstgeschichte, Architektur und Kultur von Weltrang vorweisen kann und zeigt zahlreiche Zeugnisse und umfangreiche Hinterlassenschaften aus dem Zeitalter des Römischen Reiches. Im Jahr 1980 wurden von der UNESCO die Altstadt, der Petersdom sowie die Vatikanstadt zum Weltkulturerbe ernannt.
Die Überlieferungen, Geschichtsschreibungen, Gründungsaussagen sowie Wissen und Vermutung zur Gründung Roms liegen auch heute noch zwischen Legende und Wirklichkeit, denn auch die Geschichtsforscher sind sich weder über das exakte Datum noch über den wirklichen Gründer der Ewigen Stadt einig. Folgen wir dem Gründungsmythos, denn der Name Rom lässt sich überzeugend und nachvollziehbar auf Romulus als Stadtgründer Roms zurückführen.
Auch wenn Forschungen belegen, dass die ersten Siedlungen Roms bereits im 10. Jahrhundert vor Christus auf zwei der sieben Hügel Roms entstanden sein sollen, gilt nach einer Überlieferung und Gründungsaussage das Jahr 753 vor Christus als Gründungsjahr der Stadt Rom.
Rom in der Mythologie
Folgt man der römischen Mythologie, so wurden die Zwillingsbrüder Romulus und Remus, Kinder des Kriegsgottes Mars, nach ihrer Geburt auf dem Fluss Tiber ausgesetzt. Sie wurden von einer Wölfin aufgefunden und gesäugt und später von einem Hirten großgezogen. Romulus tötete in einem Streit seinen Zwillingsbruder und gründete wohl am 21. April 753 die Stadt Rom.
Als erster römischer Herrscher spielte Romulus wohl keine wichtige Rolle, denn es waren die Etrusker, die in diesem Zeitraum Mittelitalien beherrschten und Rom zum strategischen Zentrum Mittelitaliens ausbauten. Im Jahre 509 vor Christus endete die Herrschaft der etruskischen Könige und Rom wurde in eine Republik geändert. Rom vergrößerte sich rasant und es wurden immer mehr Gebiete Italiens unterworfen, vereinnahmt und angegliedert. In dieser Zeit wächst die Stadt Rom zum politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt eines Römischen Reiches, das rasant wächst.
Ausbau unter den Etruskern
Es wurde die erste Stadtmauer errichtet, im 4. Jahrhundert vor Christus folgten weitere Bauwerke wie die Via Appia, das erste römische Aquädukt, auf dem Marsfeld wird der Apollo-Tempel errichtet, unterhalb des Palatin der Circus Maximus und das Forum Romanum wird zum Mittelpunkt des Straßensystems. Nach drei siegreichen Punischen Kriegen konnten die Römer ihre Expansionen fortführen und ihre Vormachtstellung auf dem europäischen Kontinent stabilisieren. Die Stadt Rom wuchs weiter ungebremst und sie war zu der Zeit einer stetigen Modernisierung ausgesetzt, aber ein einheitliches römisches Stadtbild existierte nicht, da alte Gebäude einfach eingerissen oder überbaut wurden.
Julius Caesar als Diktator
Im 1. Jahrhundert vor Christus setzte sich Julius Caesar als Diktator durch und unter ihm wurde das Forum Romanun fertiggestellt und mit dem Forum Julium begonnen. Er setzte zahlreiche Reformen durch, was jedoch im Jahre 44 vor Christus durch seine Ermordung ein jähes Ende fand. Mittlerweile war Rom im 1. Jahrhundert nach Christus das politische und geographische Zentrum des Imperium Romanum und eine Millionenstadt geworden, die über eine Vielzahl von technischen Meisterleistungen der Antike verfügte. Es gab ein weitläufiges und gut ausgebautes Straßensystem, ein Wassersystem für Frisch- und Abwasser, eine Feuerwehr und Polizei, der Tiber wird reguliert, um die Überschwemmungsgefahr zu bannen u.v.m.
Caesars Nachfolger Augustus, der erste Kaiser des Römischen Reiches, forcierte den Ausbau Roms, der aber im Jahre 64 kurzzeitig durch den großen Brand von Rom unter Kaiser Nero unterbrochen wurde. In den folgenden Jahrzehnten setzten sich die umfangreichen und gigantischen Bauaktivitäten fort und es wurde das Kolosseum gebaut, die Kaiserforen kamen hinzu, die zahlreichen Thermen entstanden und die Maxentiusbasilika wurde fertiggestellt. Während der Kaiserzeit kannte der Gigantismus in Rom und im Römischen Reich keine Grenzen.
Niedergang unter Kaiser Konstantin
Aber Rom wurde in der Folgezeit durch zahlreiche selbstsüchtige oder schwache Kaiser, durch innenpolitische Machtkämpfe und durch die Dekadenz der Oberschichten heruntergewirtschaftet und spätestens mit der Verlegung der Residenz des Kaisers Konstantin nach Konstantinopel begann der Niedergang der antiken Metropole der Welt. Die Völkerwanderung, die das Römische Reich überrannte und zahlreiche Plünderungen der Stadt ließen im 5. und 6. Jahrhundert die Bedeutung Roms erlöschen.
Im frühen 6. Jahrhundert sanken die Einwohnerzahlen auf ungefähr 100.000 und nach den Gotenkriegen und unter den abwechselnden Belagerungskämpfen der Goten und der Byzantiner erstarb das antike Leben und die Stadt entging der totalen Zerstörung nur mit knapper Not. Rom sank danach auf den Status einer byzantinischen Provinzstadt und verlor auch seine symbolische Bedeutung im Oströmischen Reich. Nun übernahm das aufstrebende Papsttum nach und nach die Ordnungsfunktionen in Rom.
Karl der Große wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
Im 8. Jahrhundert nahm die Geschichte Roms mit den fränkischen Königen und Karl dem Großen eine neue Wendung und die Päpste beanspruchten die weltliche Macht über Rom. Höhepunkt war die Krönung von Karl dem Großen zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Rom wurde nun für viele Christen aus aller Welt zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Unter der Herrschaft der Päpste während der Renaissance und des Barocks blühte die Stadt kulturell wieder auf. Es entstanden christliche Bauwerke, die bis heute das Stadtbild prägen, neue Straßenzüge, Obelisken, Brunnen, Plätze, spektakuläre Paläste und nicht zuletzt der prachtvolle Petersdom.
Nach der Eroberung Roms 1797 durch Napoleon und die Rückgabe der Stadt 1815 in die päpstliche Macht wurde die Einheit der Apeninhalbinsel gefordert. Nach Auslösung des Kirchenstaats wurde Rom 1871 schließlich zur Hauptstadt des neu gegründeten Königreichs Italien.
Der faschistische Diktator Benito Mussolini
Die folgenden weltlich-geistlichen Konflikte zwischen dem König und dem Papsttum wurden erst mit der Unterzeichnung der sogenannten Lateranverträge unter dem faschistischen Diktator Benito Mussolini 1929 beigelegt. Die Verträge besagten im Wesentlichen, dass der Papst die Stadt Rom als Sitz der italienischen Regierung anerkennt, und dass der italienische Staat dem Vatikan die politische und territoriale Unabhängigkeit garantiert. Die Beendigung dieser sogenannten „Römischen Frage“ war zugleich die Geburtsstunde des heutigen Vatikanstaates. Nachdem der italienische König 1946 sein Land verließ, wurde Italien zu einer Republik.
Rom hat seine Einwohnerzahl in den vergangenen 100 Jahren verzehnfacht. Gewachsen ist die Stadt durch zahlreiche Vorstädte, die, wie in vielen anderen Großstädten auch, keine Lebensqualität besitzen und eine hohe Arbeitslosigkeit verbunden mit einer hohen Kriminalitätsrate aufweisen. Im 20. Jahrhundert wurden die Erneuerungen Roms immer wieder stark kritisiert, denn niemand kann vorhersagen, was an architektonischen Zeugnissen der Antike noch in den Böden unentdeckt enthalten ist.
Während der Amtszeit von Papst Johannes Pauls II. erlebte Rom zweimal einen gigantischen Menschenandrang. Zum Gottesdienst am Weltjugendtag im Heiligen Jahr 2000 fanden sich rund 2 Millionen Menschen ein, und am 8. April 2005 verfolgten mehr als 200 Staats- und Regierungschefs sowie drei bis vier Millionen Menschen aus aller Welt die Begräbnisfeierlichkeiten auf dem Petersplatz und in der gesamten Stadt.
Politik in Rom – der Hauptstadt Italiens
Viele staatliche Einrichtungen und Organe haben seit 1871 ihren Sitz in der italienischen Hauptstadt. Der Palazzo Montecitorio ist der Sitz der Abgeordnetenkammer als größere Kammer des italienischen Parlaments und der Senat tagt im Palazzo Madama. Im Quirinalspalast, der von 1871 bis 1946 Residenz der italienischen Könige war, hat der Staatspräsident Italiens seinen Amtssitz und im Palazzo Chigi befindet sich der Amtssitz des Ministerpräsidenten. Alle Ministerien der Regierung sind in der Hauptstadt angesiedelt und 138 ausländische Botschaften haben ihren Sitz in Rom. Rom belegte im Jahr 2018, in einer Städte-Rangliste nach ihrer Lebensqualität, den 57. Platz unter 231 weltweit untersuchten Städten.
Die Bevölkerung Roms – der Hauptstadt von Italien
Rom, die Hauptstadt Italiens, hat rund 3 Millionen Einwohner und in der Metropolregion leben insgesamt ungefähr 4,3 Millionen Menschen. Rom ist damit die größte Stadt des Landes, und sie belegt den siebten Platz der bevölkerungsreichsten Städte Europas und zugleich ist sie die drittgrößte Stadt in der Europäischen Union. Die Bevölkerung Roms teilt sich auf in 52,1 % Frauen und 47,9% Männer. 12,2% der in Rom lebenden Menschen sind ausländischer Herkunft.