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Insolventer Maschinenbauer aus Deutschland soll verkauft werden – 1200 Mitarbeiter betroffen

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Der Maschinenbauer Manz hatte zum Jahresende Insolvenz angemeldet und soll nun an einen Investor verkauft werden. Was bedeutet das für das Unternehmen?

Reutlingen - Das zurückliegende Jahr 2024 war für den Hightech-Maschinenbauer Manz mit Hauptsitz in Reutlingen (Baden-Württemberg) alles andere als einfach. Mitte August hatte das Unternehmen an zwei Standorten in Baden-Württemberg Kurzarbeit angemeldet und reagierte damit auf die stark gesunkenen Auftragszahlen. Im Dezember wurde zunächst bekannt, dass das Maschinenbauunternehmen, das Anwendungen für wichtige Kernbereiche wie die Automobilindustrie, die Elektromobilität oder die Medizintechnik herstellt, die Anmeldung eines Insolvenzverfahrens vorbereitet.

Kurz vor Weihnachten meldete der Maschinenbauer am Amtsgericht Stuttgart offiziell die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens an, wovon weltweit rund 1.200 Mitarbeiter betroffen sind, darunter allein 490 am Stammsitz in Reutlingen. Grund für die finanzielle Schieflage war, dass das Unternehmen basierend auf der großen Hoffnung auf den Erfolg der Elektromobilität früh neue Kapazitäten aufgebaut hatte, die Ausgaben aufgrund der Investitionszurückhaltung vieler Hersteller aber nicht durch die Umsatzerlöse kompensieren konnte.

Nach der Insolvenzanmeldung im Dezember soll der Maschinenbauer Manz nun verkauft werden. Die Investorensuche läuft.

Nach Insolvenz vor Jahreswechsel: Hightech-Maschinenbauer Manz soll verkauft werden

Das Amtsgericht Stuttgart hatte im Dezember den erfahrenen Sanierungsexperten Martin Mucha von der Rechtsanwaltskanzlei Grubb Brugger zum vorläufigen Insolvenzverwalter für die Manz AG bestellt. „Ich habe die Belegschaft unmittelbar über den Insolvenzantrag informiert und mitgeteilt, dass der Geschäftsbetrieb weiterläuft“, erklärte dieser laut einer Mitteilung vom 23. Dezember 2024. „Aktuell verschaffe ich mir, gemeinsam mit meinem Team, einen Überblick über die Lage im Unternehmen.“ Nur wenige Wochen später gibt es in Bezug auf den Reutlinger Hightech-Maschinenbauer eine neue Entwicklung.

Name Manz AG
Gründung 1987
HauptsitzReutlingen, Baden-Württemberg
Branche Sondermaschinenbau
Mitarbeiter rund 1.500 weltweit
Umsatz 249 Millionen Euro (2023)

Wie Mucha auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärte, soll die insolvente Manz AG verkauft werden. Man befinde sich bereits auf der Suche nach einem Investor für die gesamte Unternehmensgruppe. Das Ziel ist, einen strategischen Investor zu finden, also einen Käufer aus derselben Branche. Demnach könnte die Manz AG an einen größeren Maschinenbauer oder an einen Automobilzulieferer gehen. Insolvenzverwalter Mucha ist nach eigenen Angaben zuversichtlich, bis zum Frühjahr einen Käufer gefunden zu haben. Der Geschäftsbetrieb läuft derweil weiter.

Investor könnte kriselnden Maschinenbauer aus der Krise führen

Im vergangenen Jahr sind neben der Manz AG viele weitere Maschinenbauer aufgrund der großen wirtschaftlichen Herausforderungen in eine finanzielle Schieflage geraten. Der Maschinenbauer Illig aus Heilbronn hatte im Mai Insolvenz angemeldet, konnte aber wenige Monate später durch den Einstieg eines Investors einen Neuanfang wagen – allerdings mit deutlich weniger Personal. Ein Investor könnte demnach auch die Manz AG aus der Krise führen, die bereits seit einiger Zeit vor großen Problemen steht.

Der vorläufige Insolvenzverwalter teilte weiterhin mit, dass der Reutlinger Maschinenbauer im Zuge der Insolvenz beziehungsweise eines Verkaufs von der Börse genommen werden sollte. Manz, damals noch als Manz Automation AG, war im Jahr 2006 im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse an die Börse gegangen und wurde zwei Jahre später in den geregelten Markt aufgenommen. Zum Jahresbeginn hat ein weiterer Maschinenbauer rund 1.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Rubriklistenbild: © Manz AG

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