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Rentenerhöhung 2024: So wird die neue Rente berechnet

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Die Rente steigt 2024 um 4,57 Prozent. Fünf wichtige Faktoren spielen dabei eine Rolle, um diese Erhöhung zu berechnen. Die Formel ist einfach.

Hamm – Gute Nachricht für alle Rentner: Die Rente steigt im Jahr 2024 um 4,57 Prozent. Bereits im Jahr 2023 hat es eine Rentenerhöhung gegeben, die Renten in Ost und West wurden dadurch angeglichen. Nun wird es eine weitere geben, ersten Schätzungen der Bundesregierung zufolge könnte mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet werden. Nun ist es sogar etwas mehr.

Rentner fragen sich, um wie viel Prozent die Rente 2024 erhöht wird

Um wie viel Prozent die Rente zum 1. Juli 2024 genau steigen wird, steht also mittlerweile fest. Es hängt immer von wichtigen Faktoren ab. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat sich aber schon früh auf einen Zeitpunkt festgelegt, wann es den Rentnern die freudige Nachricht mitteilen wird.

„Die Renten werden in der Regel auf Grundlage der sogenannten Rentenwertbestimmungsverordnung angepasst, die vom Bundeskabinett beschlossen wird (meist Ende April) und die vorbehaltlich der Zustimmung des Bundesrates (meist im Juni) zum 1. Juli eines Jahres in Kraft tritt“, erklärte das BMAS unlängst auf Nachfrage von wa.de dazu und ergänzte: „Verbindliche Aussagen zur tatsächlichen Höhe der Rentenanpassung zum 1. Juli 2024 sind erst Ende März 2024 möglich, wenn alle erforderlichen Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung Bund vorliegen.“

Diese Daten zur Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bilden die Basis für die Anpassung der Renten.

Renten werden Grundlage der gesetzlichen Rentenanpassungsformel erhöht

Die Renten werden auf der Grundlage der gesetzlichen Rentenanpassungsformel erhöht. „Dabei gilt: Die gesetzliche Rente ist eine Lohnersatzleistung und folgt grundsätzlich den Löhnen“, erklärt das BMAS. Einfach gesagt: Wenn die Löhne steigen, steigen auch die Renten. Doch steigende Löhne alleine machen noch nicht die Rentenerhöhung.

Stars packen aus: So hoch ist unsere Rente

Katrin Sass (66): 
Die Schauspielerin bekommt rund 800 Euro
 Rente in Monat. Sie klagt:
 „Davon kann ich nicht
 leben. Ich habe es
 früher leider versäumt, richtig
 für mich vorzusorgen.“ Dass
 sie weiterspielen muss, macht ihr nichts aus. „Es
 macht keinen Sinn,
 von heute auf morgen aufzuhören (...),
 nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat.“
Katrin Sass (66): Die Schauspielerin bekommt rund 800 Euro Rente in Monat. Sie klagt: „Davon kann ich nicht leben. Ich habe es früher leider versäumt, richtig für mich vorzusorgen.“ Dass sie weiterspielen muss, macht ihr nichts aus. „Es macht keinen Sinn, von heute auf morgen aufzuhören (...), nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat.“ © Britta Pedersen
Hansi Kraus (70): Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig
Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro.
Hansi Kraus erklärt: „Finanziell
ausgesorgt habe ich noch lange
nicht.“ Tragisch: „Nach dem Tod
meines Vaters hat mein Bruder
das Erbe, eine Eigentumswohnung, abgestaubt–und er
hat mich komplett außen vor gelassen.
Das hat mich ungefähr 150 000
Euro gekostet.“
Hansi Kraus (70): Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro. Hansi Kraus erklärt: „Finanziell ausgesorgt habe ich noch lange nicht.“ Tragisch: „Nach dem Tod meines Vaters hat mein Bruder das Erbe, eine Eigentumswohnung, abgestaubt – und er hat mich komplett außen vor gelassen. Das hat mich ungefähr 150.000 Euro gekostet.“ © Tobias Hase / dpa
Peter Sattmann (75): „Seit Januar 2013 bekomme ich meine Rente. Ich
kann nur sagen, es macht
Spaß, wenn jeden Monat
ein bisschen Geld kommt,
über das man sich keinerlei Gedanken machen
muss. Das ist einigermaßen beruhigend und es ist
sehr viel mehr geworden,
als ich vermutet habe,
weil ich mit 50 Jahren
noch in die Pensionskasse eingestiegen bin. Ich
hatte auch lange Theater
gespielt und in die Bayerische Versorgungskammer
eingezahlt. Wenn ich mich
in meinem Lebensstil zurückschrauben würde,
dann könnte ich, ohne
Geld dazuzuverdienen, gut
auskommen.“
Peter Sattmann (75): „Seit Januar 2013 bekomme ich meine Rente. Ich kann nur sagen, es macht Spaß, wenn jeden Monat ein bisschen Geld kommt, über das man sich keinerlei Gedanken machen muss. Das ist einigermaßen beruhigend und es ist sehr viel mehr geworden, als ich vermutet habe, weil ich mit 50 Jahren noch in die Pensionskasse eingestiegen bin. Ich hatte auch lange Theater gespielt und in die Bayerische Versorgungskammer eingezahlt. Wenn ich mich in meinem Lebensstil zurückschrauben würde, dann könnte ich, ohne Geld dazuzuverdienen, gut auskommen.“ © Britta Pedersen / dpa
Heino (84): „Ich bekomme schon seit
neun Jahren Rente–1635
Euro im Monat. Aber nicht
allein vom Singen. Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet, habe eine
abgeschlossene Berufsausbildung. Viele meiner
Künstlerkollegen können
nicht auf so eine Rente zurückgreifen. Ich zum Glück
schon, teilweise lebe ich
auch davon.“
Heino (84): „Ich bekomme schon seit neun Jahren Rente – 1635 Euro im Monat. Aber nicht allein vom Singen. Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung. Viele meiner Künstlerkollegen können nicht auf so eine Rente zurückgreifen. Ich zum Glück schon, teilweise lebe ich auch davon.“ © Frank Christiansen / dpa
Jürgen Drews (77): „Ich bekomme gerade einmal 200 Euro im Monat“, verriet Schlagerstar Jürgen Drews. „Davon könnte ich mit Ramona einmal schön essen gehen.“ Sein großes Glück ist, dass seine Hits immer noch gespielt werden. Außerdem habe er vorgesorgt und sein Geld gut angelegt, er müsse sich also keine finanziellen Sorgen machen. Seinen Ruhestand könne er jetzt endlich in vollen Zügen genießen.
Jürgen Drews (77): „Ich bekomme gerade einmal 200 Euro im Monat“, verriet Schlagerstar Jürgen Drews. „Davon könnte ich mit Ramona einmal schön essen gehen.“ Sein großes Glück ist, dass seine Hits immer noch gespielt werden. Außerdem habe er vorgesorgt und sein Geld gut angelegt, er müsse sich also keine finanziellen Sorgen machen. Seinen Ruhestand könne er jetzt endlich in vollen Zügen genießen. © Ina Fassbender / dpa
Hannes Jaenicke (63): „Ich bekomme höchstens 600 Euro Rente“, gesteht er. „Ich bin allerdings auch nie zum Arbeitsamt gegangen und habe mich arbeitslos gemeldet.“ Er habe das als unanständig empfunden, weil er seit vielen Jahren gut verdient. Allerdings besitzt Hannes Jaenicke eine kleine Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung in Köln, hat also ein wenig vorgesorgt. Aber solange er als Schauspieler so erfolgreich ist, macht er sich keine Sorgen. Und er verdiene auch mit seinen Vorträgen über Umwelt, Menschenrechte und Tierschutz.
Hannes Jaenicke (63): „Ich bekomme höchstens 600 Euro Rente“, gesteht er. „Ich bin allerdings auch nie zum Arbeitsamt gegangen und habe mich arbeitslos gemeldet.“ Er habe das als unanständig empfunden, weil er seit vielen Jahren gut verdient. Allerdings besitzt Hannes Jaenicke eine kleine Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung in Köln, hat also ein wenig vorgesorgt. Aber solange er als Schauspieler so erfolgreich ist, macht er sich keine Sorgen. Und er verdiene auch mit seinen Vorträgen über Umwelt, Menschenrechte und Tierschutz.  © IMAGO/STEFAN SCHMIDBAUER
Thomas Gottschalk (72): Genau 915,79 Euro Rente bekommt Moderator Thomas Gottschalk jeden Monat überwiesen. „Weil ich zu Beginn meiner Karriere, in den 80er-Jahren, beim Bayerischen Rundfunk angestellt war“, sagt der heute 72-Jährige dazu. Allerdings hat er in den letzten 40 Jahren – geschätzte–100 Millionen Euro eingenommen. Rund 50 Millionen alleine für seine Werbung mit den süßen Goldbären. Aber Thomas Gottschalk denkt auch nicht ans Aufhören: „Solange die Leute meine Rübe noch sehen wollen...“, scherzt er immer gerne.
Thomas Gottschalk (72): Genau 915,79 Euro Rente bekommt Moderator Thomas Gottschalk jeden Monat überwiesen. „Weil ich zu Beginn meiner Karriere, in den 80er-Jahren, beim Bayerischen Rundfunk angestellt war“, sagt der heute 72-Jährige dazu. Allerdings hat er in den letzten 40 Jahren – geschätzte – 100 Millionen Euro eingenommen. Rund 50 Millionen alleine für seine Werbung mit den süßen Goldbären. Aber Thomas Gottschalk denkt auch nicht ans Aufhören: „Solange die Leute meine Rübe noch sehen wollen...“, scherzt er immer gerne. © Tom Weller / dpa

Der Bruttolohnfaktor, das haben wir eingangs schon erklärt, spiegelt die Entwicklung der durchschnittlichen (beitragspflichtigen) Bruttolöhne wider. „Maßgeblich ist hierbei die Entwicklung des letzten gegenüber dem vorletzten Jahr“, stellt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) klar. Eins zu eins wird die Lohnerhöhung aber nicht an die Rentner, die in Deutschland etwas anderes als Bürgergeld bei Bedürftigkeit beantragen können, weitergegeben. Vielmehr werde sie in ihrer Höhe laut bpb „in ihrer Höhe durch den Beitragssatz-, den Riester- und den Nachhaltigkeitsfaktor gebremst“. Seit 2011 gibt es zudem noch den Nachholfaktor. Fünf Faktoren spielen also eine wichtige Rolle:

  • Bruttolohnfaktor: Er orientiert sich an der Entwicklung der durchschnittlichen (beitragspflichtigen) Bruttolöhne.
  • Beitragssatzfaktor: Es spielen auch die Veränderungen bei den Rentenversicherungsbeiträgen der Beschäftigten eine Rolle – dadurch sollen die Belastungen, die die Versicherten tragen, auch von den Rentnern übernommen werden.
  • Riesterfaktor: „Die Belastungen, die den aktiv Beschäftigten durch den Aufbau der geförderten privaten Altersvorsorge (Riesterrente) entstehen, werden auf die Rentenanpassungen übertragen. Beginnend mit 0,5 im Jahr 2002 ist dieser Altersvorsorgeanteil jährlich angehoben worden. Da die Anhebung aber in den Jahren 2008 und 2009 ausgesetzt worden ist, hat der Altersvorsorgeanteil erst im Jahr 2012 die Endstufe 4,0 erreicht. In den Jahren der Anhebung des Altersvorsorgeanteils sind die Rentenerhöhungen um jeweils 0,5 Prozentpunkte vermindert worden“, erklärt die bpb zu diesem Faktor.
  • Nachhaltigkeitsfaktor: Dieser Faktor soll das zahlenmäßige Verhältnis von Rentenbeziehenden und Beitragszahlenden (Rentnerquotient) bei den Rentenanpassungen berücksichtigen. Die Auswirkungen laut bpd: „Sinkt die Zahl der Beitragszahler gegenüber der Zahl der Rentenbezieher, was angesichts der demografischen Entwicklung mittel- und längerfristig zu erwarten ist, dann führt der Nachhaltigkeitsfaktor zu Kürzungen bei der Rentenanpassung.“
  • Schutzklausel und Nachholfaktor/Ausgleichsbedarf: Dieser Hebel soll den Worst Case für Rentner verhindern – eine mögliche Kürzung der nominalen Rente bei stagnierenden oder rückläufigen Löhnen. „Um dies zu verhindern, ist eine Schutzklausel in die Rentenanpassungsformel eingebaut worden. Sie sieht vor, dass die nominalen Renten nicht sinken dürfen“, erklärt die bpd. Allerdings werden die unterlassenen Anpassungskürzungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt und bremsen entsprechende Rentenerhöhungen.

Erst wenn diese Daten alle vorliegen, wissen Rentner also auch, um wie viel Prozent ihre Rente im Jahr 2024 erhöht wird. Bis dahin sollten sie sich vielleicht mit einigen Änderungen vertraut machen, die das Jahr 2024 gebracht hat. So ist unter anderem auch der Abschlag bei der „Rente für langjährig Versicherte“ gestiegen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Bihlmayer

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