VonLisa Mayerhoferschließen
Das Kraftfahrtbundesamt führt gegen BMW ein Anhörungsverfahren – es geht um eine mögliche Abgasmanipulation bei einem Diesel-SUV. Dem Münchner Autobauer könnte ein Rückruf drohen.
München – Der Abgas-Skandal ist wohl noch nicht vorbei: Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) führt gegen BMW ein Anhörungsverfahren zu möglichen Abgastricksereien. Es gehe um den Verdacht einer unzulässigen Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung eines Dieselmodells, sagte ein KBA-Sprecher am Mittwoch und bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung.
BMW: KBA geht Verdacht von Abgasmanipulationen nach
BMW teilte mit, das fragliche SUV-Modell X3 mit Zwei-Liter-Dieselmotor sei von 2010 bis 2014 gebaut worden. BMW prüfe das Emissionsverhalten und sei im Austausch mit den Behörden. Laut KBA war der Verdacht im Rahmen der Marktüberwachung aufgetaucht. Die Behörde untersuche Fahrzeuge jedes Herstellers und könne im eigenen Labor Untersuchungen durchführen und auch die Software analysieren. Das Anhörungsverfahren zu dem BMW X3 sei im vergangenen August eingeleitet worden. Sollte das KBA dann zur Auffassung kommen, dass BMW manipuliert hat, kann es zu einem ein Rückruf der betroffenen Fahrzeuge kommen.
Der Münchner Autobauer erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters, zu dem Vorgang habe BMW bereits im Halbjahresbericht 2023 informiert. In der Zwischenmitteilung hieß es demnach, die BMW Group stehe „im Austausch mit zwei zuständigen Zulassungsbehörden in Europa, um Rückfragen zum Emissionsverhalten zu klären, die sich im Rahmen der Marktüberwachung zu Messergebnissen bei einem BMW Fahrzeugmodell aus den Baujahren September 2010 bis März 2014 ergeben haben“. Die Anhörung sei weiterhin anhängig. Deshalb äußere sich BMW in diesem Zusammenhang nicht weiter zu Einzelfragen.
Diesel-Skandal sorgt seit 2015 für Aufsehen
Der Diesel-Skandal in der deutschen Automobilwirtschaft hat in den vergangenen Jahren für Aufsehen gesorgt. Seinen Anfang nahm er, als der BMW-Rivale Volkswagen 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugab, Diesel-Abgaswerte durch eine Software manipuliert zu haben.
Mit Material von Reuters und der dpa
