VonLisa Mayerhoferschließen
Das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft bröckelt. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Hälfte der Deutschen sieht düstere Zeiten voraus.
Berlin – Die Zuversicht der Deutschen in die zukünftige Leistungsfähigkeit ihrer Wirtschaft schwindet, wie aktuelle Umfragedaten zeigen. Einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der CDU/CSU zufolge erwartet die Hälfte der Befragten, dass Deutschland in den nächsten zehn bis 15 Jahren nicht mehr zu den weltweit führenden Wirtschaftsnationen zählen wird. Nur etwa ein Drittel der Befragten sieht das Land demnach weiterhin in einer Führungsposition.
Deutsche fürchten Absturz der Wirtschaft: 2022 war die Stimmung noch besser
Diese Ergebnisse stellen eine nahezu umgekehrte Entwicklung zum Vorjahr dar. 2022 waren noch 30 Prozent der Meinung, dass Deutschland in absehbarer Zeit keine führende Wirtschaftsmacht mehr sein wird, während 48 Prozent an eine Fortführung der Führungsrolle glaubten.
Unter den Führungskräften sind 58 Prozent der Meinung, dass Deutschland seinen Höhepunkt überschritten hat. Fast drei Viertel teilen die Befürchtung, dass die hohen Energiekosten zur Deindustrialisierung beitragen könnten. 68 Prozent der Bevölkerung empfinden, dass die Industrie nachhaltig geschwächt ist, eine ungefähr gleich hohe Anzahl sieht darin ein ernsthaftes Problem.
Ampel-Koalition: Scholz warnt davor, das Land in eine Krise zu reden
Währenddessen bemüht sich die Ampel-Koalition, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Erst kürzlich hat das Bundeskabinett ein Paket von Maßnahmen wie das Wachstumschancengesetz verabschiedet, das die stagnierende Wirtschaft wieder beleben soll. Ob diese Maßnahmen ausreichen, ist allerdings auch unter Ökonomen umstritten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) warnte mehrmals davor, das Land in eine Krise zu reden.
Dennoch glauben nur noch 41 Prozent der Befragten, dass Deutschland ein sehr guter Wirtschaftsstandort ist, ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2022, als noch 71 Prozent diese Meinung vertraten. Im Gegensatz zu 15 Prozent im letzten Jahr zweifeln nun 50 Prozent daran.
Sinkendes Vertrauen mit Ampel-Regierung in Verbindung gebracht
Das erodierende Vertrauen in die Wirtschaft wird laut der von der Opposition in Auftrag gegebenen Umfrage deutlich mit der Ampel-Regierung in Verbindung gebracht. 76 Prozent der Befragten haben laut der Allensbach-Studie Zweifel, ob die Regierung das Land voranbringen kann. 55 Prozent sind sogar der Meinung, dass die Politik der Ampel den Wirtschaftsstandort weiter schwächt, nur zehn Prozent glauben an eine Stärkung.
Das Vertrauen in die einzelnen Parteien ist dementsprechend gering: Nur sieben Prozent trauen der SPD oder der FDP zu, den Standort zu stärken. Bei den Grünen sind es nur fünf Prozent, bei der AfD hingegen acht und bei der Union 27 Prozent. (lma/Reuters)
