Klopapier, Duschgel, Katzenfutter

Preise bei Amazon über der Inflation: Für diese Waren zahlen Kunden bis zu 30 Prozent mehr

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Die Inflation hat Deutschland nun seit einem Jahr fest im Griff. Vor allem bei Lebensmitteln sind die Preise in die Höhe geschossen. Neue Daten zeigen jetzt aber: Beim Online-Shoppen zahlen Kunden noch mehr drauf.

Berlin – Seit über einem Jahr beschäftigt die Inflation die Deutschen. Noch immer liegt sie 6,2 Prozent über dem Vorjahresmonat, vor allem bei Lebensmitteln und Energie sind die Preise sehr hoch. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Preis für Strom im Juli 2023 gut 17 Prozent über dem Niveau von Juli 2022. Stärkster Preistreiber sind aber nach wie vor die Lebensmittel, die noch immer 11 Prozent über dem Vorjahresmonat liegen.

Inflation auf Amazon bei 9 Prozent

Damit haben die meisten Menschen schon genug zu kämpfen. Doch eine neue Analyse des E-Commerce-Unternehmens Pattern zeigt, dass die Preise auf der Online-Plattform Amazon noch stärker gestiegen sind. Während die allgemeine Inflation bei 6,5 Prozent liegt, sind die Preise auf Amazon sogar 9 Prozent höher als im Juli 2022. Analysiert wurden die Durchschnittspreise der am häufigsten gekauften Haushaltsprodukte. Die Daten wurden IPPEN.MEDIA zur Verfügung gestellt.

Bei vielen Produkten zeigt sich, dass die Preise noch stärker steigen als die Inflation selbst. So sind Katzenfutter, Duschgel und Zahnpasta alle 18 Prozent teurer geworden. Für Windeln und Toilettenpapier zahlen Kunden 23 bzw. 22 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für Waschmittel beträgt der Preisanstieg sogar 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wie sich das im Alltag auswirkt, zeigt ein einfaches (fiktives) Beispiel. Wenn eine Packung Toilettenpapier à 20 Rollen im Jahr 2022 im Schnitt acht Euro kostete, zahlen Verbraucher und Verbraucherinnen jetzt 9,70 Euro. Und während man letztes Jahr für eine große Waschmittelpackung 20 Euro hingelegt hat, sind jetzt 26 Euro fällig. Das sind spürbare Beträge, die sich im Alltag bemerkbar machen – und vor allem Geringverdienende belasten.

Preise steigen zwischen Q1 und Q2 weniger stark

Wie ernst die Lage ist, hat auch die Bundesregierung erkannt. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Bekämpfung der Inflation als größte Herausforderung bezeichnet. „Die Geldentwertung unterspült das wirtschaftliche Fundament und sie ist auch asozial“, sagte Lindner bei Bayern2. „Die Inflation zu bekämpfen, hat die erste Priorität, und darüber hinaus sorgen wir uns natürlich gemeinsam langfristig um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und der deutschen Wirtschaft“, erklärte Lindner.

Aus der Tabelle sind aber auch gute Nachrichten ersichtlich. So steigen die Preise zwischen den Quartalen (Q1 und Q2) 2023 nicht mehr so stark an. Bei Mundwasser und Deo ging es zwar nochmal um 13 bzw. 12 Prozent kräftig nach oben. In vielen Bereichen stagnieren die Preise aber oder gehen sogar wieder runter. Im Durchschnitt hat Pattern eine Preiserhöhung von nur noch 1 Prozent zwischen den Quartalen festgestellt. Man kann also hoffen, dass die Preise bald auch im Online-Handel wieder kundenfreundlicher werden.

Mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © Rene Traut/dpa

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