Wegen Uran aus dem Niger

Atomstrom wird in Frankreich teurer – mit Auswirkungen auf Deutschland

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Der Putsch im Niger gefährdet die günstigen Konditionen für Uran-Importe in Frankreich. Als Folge drohen steigende Strompreise.

Paris – Frankreich hält an der Atomkraft fest. Während Deutschland sich bereits vom Strom aus dem Kernkraftwerk verabschiedet hat, bleiben Emmanuel Macron und seine Regierung bei ihrer Meinung zum Atomstrom standhaft. Doch dieser entwickelt sich zum immer größeren Problem. Denn nicht nur marode Kernkraftwerke machen der französischen Stromversorgung zu schaffen. Nun steht auch die Versorgung mit kostengünstigem Uran auf der Kippe.

Atomkraft in Frankreich: Uran aus dem Niger vielleicht bald teurer

Ursache dafür ist die politische Lage im Niger. Putschisten hatten dort am 26. Juli den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum gestürzt und die Macht im Land übernommen. Bis zum Jahr 1960 war Niger noch eine französische Kolonie – und seitdem hat sich das Land stark an der EU orientiert. Durch die Kolonie-Vergangenheit konnte sich Frankreich so günstige Uran-Importe sichern. Erst im Mai 2023 wurde ein neues Abkommen geschlossen, wonach der Abbau durch den französischen Staatskonzern bis 2040 verlängert werden sollte, wie zdf.de berichtet.

Rund ein Fünftel des Urans für Frankreich kommen aus dem afrikanischen Staat. Nun gefährdet der Putsch die günstigen Konditionen. Heißt in der Praxis: Wenn das Uran teurer wird, wird auch der Strompreis in Frankreich steigen. Zu den Reparaturkosten für die maroden Atommeiler könnten schon bald also noch teurere Uran-Importe kommen. „Die Kernenergie wird in Frankreich auf jeden Fall teurer werden“, erwartet Bruno Burger, Energieexperte am Freiburger Fraunhofer-Institut, wie die Zeit berichtet.

Das Atomkraftwerk in Cattenom (Frankreich): Das Land hält an seinem Atomstrom-Konzept fest.

Fankreichs Strom-Konzept treibt Preise an

Doch nicht nur die Kosten für Franzosen werden zum Problem. Die Atomkraft-Problematik wird sich auf den gesamten europäischen Strommarkt auswirken, erwartet Burger. Jede zweite Person in Frankreich heizt im Winter mit Radiatoren – also mit Strom, berichtet die Zeit. Und wenn dieser dann knapp wird, muss an der Strombörse nachgekauft werden. Die gestiegene Nachfrage treibt dann den Preis in die Höhe – auch für Deutschland.

Sollte Frankreich sein Stromproblem also nicht in den Griff bekommen, werden auch Verbraucher aus anderen EU-Ländern beim Strom wieder draufzahlen müssen. (ph)

Rubriklistenbild: © Christophe Karaba /dpa

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