VonFabian Hartmannschließen
Beim Empfang des irischen Premiers im Weißen Haus teilte Trump kräftig gegen die EU aus. Er bekräftigte seine aggressive Zollpolitik und sprach von einem Handelskrieg.
Update vom 13. März 2025, 14.58 Uhr: Donald Trump droht der EU nun mit 200-Prozent-Zöllen auf Wein und Champagner, sollte die Europäische Union nicht ihre angekündigten Aufschläge auf Whiskey wieder abschaffen. In einem Eintrag in seinem Online-Netzwerk Truth Social nahm Trump vor allem französische Produkte ins Visier. Die EU-Zölle müssten „sofort“ zurückgenommen werden, forderte er.
Erstmeldung vom 13. März 2025, 11.35 Uhr: Washington, D.C. – Die Wirtschaftspolitik von Donald Trump sorgt weiterhin für Unsicherheit auf globaler Ebene und belastet die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa erheblich. Zölle spielen dabei eine zentrale Rolle. In der Nacht zum Mittwoch traten die ersten von Trump initiierten Einfuhrzölle gegen die Europäische Union in Kraft. Diese betreffen vor allem europäische Exporte von Stahl und Aluminium in die USA, die nun mit einem Zollsatz von 25 Prozent belegt sind. Die Zölle betreffen EU-Exporte im Wert von etwa 26 Milliarden Euro, was rund fünf Prozent der gesamten EU-Exporte ausmacht.
Trump mit scharfem Vorwurf gegen EU – sie wolle US-Unternehmen mit ihrer Handelspolitik „regulieren“
Trump beschuldigt die EU, US-Unternehmen durch ihre Handelspolitik „regulieren“ zu wollen. Beim Empfang des irischen Premierministers Micheál Martin im Oval Office am St. Patrick‘s Day untermauerte der Republikaner diesen aggressiven Kurs rhetorisch. Er verglich die neuen Zölle mit dem Beginn eines Handelskriegs und betonte: „Wir werden diese finanzielle Schlacht gewinnen“, wie mehrere internationale Medien, darunter die britische BBC, berichteten.
Im Weißen Haus kritisierte Trump die Handelspolitik der Europäischen Union gegenüber den USA scharf und warf der EU vor, US-Unternehmen „regulieren“ zu wollen. „Die Europäische Union behandelt uns sehr schlecht, und das schon seit Jahren“, äußerte er laut der New York Times.
Trump wirft Irland vor, US-Pharmaunternehmen mit niedrigen Steuern zu sich zu locken
Trump warf Irland vor, durch niedrige Steuern amerikanische Pharmaunternehmen anzulocken. Er kritisierte die Niedrigsteuerpolitik Irlands, die seiner Meinung nach dazu geführt habe, dass multinationale US-Konzerne wie Boston Scientific, Eli Lilly und Pfizer nach Irland abgewandert seien. Der britische Guardian berichtete, dass die Pharmaindustrie derzeit der Hauptmotor für Irlands Exporte in die USA sei, die zuletzt einen Wert von 72 Milliarden Euro erreichten. „Die Iren sind kluge, ja, kluge Leute“, sagte Trump. „Sie haben unsere Pharmaunternehmen und andere Unternehmen übernommen. Diese schöne Insel mit 5 Millionen Einwohnern hat die gesamte US-Pharmaindustrie in ihren Fängen“, fügte er hinzu.
Martin entgegnete, dass irische Unternehmen stark in den USA investierten. Er nannte als Beispiel die großen Einkäufe von Boeing-Flugzeugen durch Irlands Fluggesellschaft Ryanair und die Flugzeugleasing-Gesellschaft AerCap, deren operative Zentrale in Dublin liegt. Gemeinsam kauften sie „mehr Boeing-Flugzeuge als irgendwer anders“, betonte Martin. Trump stimmte zu, dass dies „gut“ sei, zeigte sich jedoch wenig überzeugt.
EU-Kommission will mit Gegenmaßnahmen auf Trumps aggressive Zölle reagieren
Die EU-Kommission reagierte auf Trumps Zölle und kündigte Gegenmaßnahmen an. Beim Treffen mit dem irischen Premierminister im Weißen Haus äußerte Trump die Erwartung, dass die EU auf die von ihm verhängten Zölle auf Aluminium und Stahl reagieren würde. Die EU-Kommission kündigte am Dienstag Gegenzölle an, hielt sich dabei jedoch zurück. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte dem ZDF zufolge in Brüssel: „Zölle sind schlecht für die Geschäfte und noch schlechter für die Verbraucher. Zölle stören die Lieferketten, sie schaffen Unsicherheit für die Wirtschaft, Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, die Preise werden steigen. Niemand braucht das.“
Die Kommission signalisierte dennoch: „Wir bleiben ruhig“. Ab April sollen als erste Gegenmaßnahmen wieder EU-Extrazölle auf die Einfuhr typisch amerikanischer Produkte wie Bourbon-Whiskey, Jeans, Motorräder, Boote und Erdnussbutter erhoben werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Produktion in stark republikanischen US-Staaten zu treffen und möglicherweise den politischen Rückhalt für US-Präsident Trump zu schwächen.
Weitere Gegenmaßnahmen könnten nach Abstimmung mit den EU-Mitgliedstaaten Mitte April folgen. Diese könnten auch US-Agrarprodukte wie Geflügel, Rindfleisch, Nüsse, Eier, Milchprodukte, Zucker und Gemüse betreffen, die in die EU exportiert werden. Es ist auch denkbar, dass in einem späteren Schritt US-Industrieprodukte mit Einfuhrzöllen in die EU belegt werden könnten. (fh)
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