Subventionen

E-Auto für 100 Euro im Monat leasen: Run auf neues Förderprogramm überwältigt französischen Staat

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Frankreich macht erneut Schlagzeilen mit einer Verkehrsoffensive: Für einkommensschwache Haushalte werden die Kosten für ein geleastes E-Auto auf 100 Euro im Monat begrenzt.

Paris – Mehr als 50.000 Franzosen können in diesem Jahr ein E-Auto für 100 Euro im Monat leasen: Das französische Subventionsprogramm für einkommensschwache Berufspendler hat damit bereits mehr als doppelt so viele Menschen erreicht wie ursprünglich geplant, wie der Elysée am Montag (12. Februar) mitteilte. Das Programm werde deshalb für das laufende Jahr eingestellt und im kommenden Jahr wieder aufgenommen.

Leasing zum Spottpreis - aber nur für europäische E-Autos

„Mit dieser ersten Welle übertreffen wir unsere Ziele“, sagte ein Berater von Präsident Emmanuel Macron. Die Leasingwagen sind Menschen mit geringen Einkommen vorbehalten, die jährlich mehr als 8000 Kilometer zurücklegen oder mehr als 15 Kilometer von ihrem Arbeitsort entfernt wohnen. Mit dem Programm hatte Macron eines seiner Wahlversprechen erfüllt.

Stadtautos können in diesem Angebot für 100 Euro monatlich geleast werden, Familienwagen für 150 Euro, Versicherung und Unterhalt exklusive. Der Vertrag läuft über drei Jahre und kann einmal verlängert werden. Der Staat finanziert jedes Leasing mit etwa 13.000 Euro.

Dabei kommen ausschließlich in Europa hergestellte Autos in Frage, faktisch werden die meisten von der Stellantis-Gruppe produziert, zu der unter anderem die Marken Citroën, Fiat, Opel und Peugeot gehören. „Um unseren CO₂-Ausstoß zu reduzieren, müssen wir Verbrenner-Autos durch elektrische Autos ersetzen“, hatte Macron bei der Vorstellung des Projektes betont.

Paris geht gegen umweltschädliche SUVs vor

Damit macht Frankreich zum zweiten Mal in einer Woche Schlagzeilen mit einer Offensive zur Reduktion von CO₂-Emissionen im Verkehrssektor. Anfang Februar stimmten die Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt Paris für eine Verdreifachung der Parkpreise für große Geländewagen (SUVs). Schon eine Stunde Parken soll im Zentrum dann 18 Euro statt üblicherweise sechs Euro kosten, in den Außenbezirken 12 Euro statt vier Euro. Dabei ging es nicht nur um die Umweltbilanz dieser beliebten Autos, sondern auch um den Platz, den SUVs in Metropolen wie Paris einnehmen.

In Frankreich konnten sich Verbraucher für ein subventioniertes Leasing-Auto anmelden.

Dabei stehen die SUVs auch international bei Umweltschützern in der Kritik. So bemängelte Greenpeace kürzlich, dass die drei weltgrößten Automobilhersteller durch den Verkauf klimaschädlicher SUV-Wagen ihre Fortschritte beim Klimaschutz durch E-Mobilität direkt wieder zunichtemachten. SUVs stoßen nach Angaben der Umweltorganisation rund zwölf Prozent mehr Kohlendioxid als kleinere Autos aus, brauchen wegen ihrer Größe mehr Antriebsenergie und mehr Rohstoffe in der Produktion.

Mit Material von AFP

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa/Symbolbild

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