VonPatrick Mayerschließen
Die Rückmeldungen der deutschen Wirtschaft auf die von Donald Trump angedrohten Auto-Strafzölle der USA offenbaren vor allem eines - eine tiefe Beunruhigung.
Washington - Es wurde schon länger befürchtet: Donald Trump hat sogenannte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Auto-Importe in die Vereinigten Staaten verhängt. Sie sollen in den USA ab dem 2. April gelten und versetzen der deutschen Automobil-Industrie einen schweren Export-Schlag.
Auto-Strafzölle von Donald Trump: Deutsche Auto-Branche ist in großer Sorge
Zur Erklärung: Müssen Hersteller einen definierten Prozentsatz des Produktwertes beim Import an die Regierung eines Landes zahlen, ist von Zöllen die Rede. Bei diesen Abgaben spricht man je nach Ziel auch von Strafzöllen oder von Schutzzöllen. Trump hat sie zum festen Bestandteil seiner Außen- und Wirtschaftspolitik gemacht.
Die Botschaft von Trumps rigiden Auto-Strafzöllen sorgte in Deutschland am Donnerstag (27. März) für große Besorgnis. Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), verlangte von der Europäischen Union (EU) und der sich in Koalitionsverhandlungen befindlichen möglichen neuen Bundesregierung konsequente Gegenmaßnahmen.
Donald Trumps Automobil-Strafzölle: Deutscher Handel fordert „Gegenmaßnahmen“
„Donald Trump hat diesen Handelskrieg einseitig und auf Basis falscher Behauptungen begonnen. Für den deutschen Außenhandel sind offene Grenzen, der freie Handel und die transatlantische Partnerschaft Teil unseres Glaubensbekenntnisses. Wir sind auch weiterhin von der Notwendigkeit einer gemeinsamen Lösung am Handlungstisch überzeugt. Aber wir können dieses einseitige, regelwidrige Verhalten nicht unbeantwortet lassen. Ich fordere die Europäische Union zu klaren Gegenmaßnahmen auf. Diese sollten auch eine Reaktion auf die marktbeherrschende und übermächtige Rolle amerikanischer Digitalkonzerne in Europa beinhalten“, erklärte Jandura laut einer Stellungnahme seines Verbandes.
Jandura meinte demnach weiter: „Er wird zu einem erheblichen Einbruch des Wirtschaftswachstums, zu einer höheren Inflation und zu Arbeitsplatzverlusten in Europa und den USA führen. Ein Handelskrieg kennt nur Verlierer. Unsere bisherige Prognose für die Entwicklung des deutschen Außenhandels lag für das Jahr 2025 schon bei negativen -2,7 Prozent. Wir werden diese nun deutlich nach unten korrigieren.“
Er (der Handelskrieg, d. Red.) wird zu einem erheblichen Einbruch des Wirtschaftswachstums, zu einer höheren Inflation und zu Arbeitsplatzverlusten in Europa und den USA führen.
Donald Trump kündigt Strafzölle an: Deutsche Automobil-Branche zeigt sich besorgt
Mehr noch: Er fordere ferner „die Verhandler in den Koalitionsgesprächen auf, endlich auf die wirtschaftliche Wirklichkeit zu reagieren. Das gilt zuallererst für die Politiker der SPD: Die Zeit der Träumereien ist zu Ende. Wir stehen vor einem harten wirtschaftlichen Abschwung. Es ist höchste Zeit, jetzt endlich mit den regulativen Spielereien und dem Kokettieren mit Steuererhöhungen aufzuhören“, wird Jandura in der Pressemitteilung zitiert: „Wenn jetzt nicht bald und zügig Entlastungen für Deutschlands Unternehmen kommen (...) wird dieses Land, seine Unternehmen und seine Beschäftigten massiven Schaden nehmen.“
Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), sieht in Trumps Entscheidung ein fatales Signal für den freien Handel weltweit. Sie erklärte laut einer Aussendung des VDA: „Die Zölle, die ab dem 2. April in Kraft treten sollen, stellen eine erhebliche Belastung sowohl für die Unternehmen als auch die eng verwobenen globalen Lieferketten der Automobilindustrie dar – mit negativen Folgen vor allem für die Verbraucherinnen und Verbraucher – auch in Nordamerika.“ (pm)
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