VRR, VRS und AVV

Bus- und Bahnpreise in NRW steigen an – was Reisende wissen müssen

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Tickets für Bus- und Bahn sollen in NRW teurer werden. VRR, VRS und AVV planen eine Preiserhöhung. Wann die neuen Preise kommen und wo sie gelten.

Köln – Eine Preiserhöhung kommt bei den Verkehrsverbünden in Nordrhein-Westfalen immer wieder vor. So hatte der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) erst im Juli die Preise für viele Fahrscheine erhöht. Jetzt ist schon wieder eine Preissteigerung geplant. Voraussichtlich zum Jahreswechsel wollen gleich mehrere Verkehrsverbünde im Westen die Preise für Bus- und Bahntickets stark anzuheben. Eine Größenordnung zwischen etwa „sechs bis zehn Prozent“ werde gegenwärtig nicht nur beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) diskutiert, sagte VRR-Vorstand José Luis Castrillo am Montag (11. September) der Deutschen-Presse-Agentur.

Höhere Bus- und Bahnpreise: VRR, VRS und AVV brauchen mehr Geld

ÖPNV-Fahrkarten in Westen von NRW sollen ab 2024 deutlich teurer werden. (Symbolfoto)

Ursache für die so große Preiserhöhung sind laut dem VRR die zuletzt stark gestiegenen Kosten für Energie, Personal und Betrieb der Busse und Bahnen im Nahverkehr. Beim VRR soll eine Entscheidung über eine Tariferhöhung zum am 28. September getroffen werden.

Beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) werde derzeit ebenfalls in den Gremien über eine Tariferhöhung zum 1. Januar 2024 diskutiert, sagte ein Sprecher der dpa. Die genaue Höhe stehe aber noch nicht fest. „Klar ist nur, dass der Finanzbedarf noch deutlich größer als in den vergangenen Jahren geworden ist. Folglich wird es auch im VRS eine deutliche Erhöhung geben“, sagte er. Gegenüber der Rheinischen Post sagte der VRS: „Die Lage ist dramatisch“.

Ähnlich sieht es im Aachener Verkehrsverbund (AVV) aus. Dort laufen nach Auskunft eines Sprechers Gespräche mit den Verkehrsunternehmen über Preiserhöhungen. Diese erfolgen auch dort üblicherweise zum 1. Januar. „Eine Erhöhung wird es auch bei uns geben. Die Höhe ist noch in der Diskussion“, sagte der Sprecher.

Westfalen bleibt vorerst von teureren ÖPNV-Tickets verschont

Bus- und Bahnreisen im Osten von NRW sind derweil vorerst nicht betroffen. Im Verkehrsverbund Westfalentarif gab es erst am 1. August 2023 Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,65 Prozent. Deshalb sei die nächste Steigerung voraussichtlich erst zum 1. August 2024 möglich, sagte einer Sprecherin der dpa.

Ist das Deutschlandticket von den Preiserhöhungen in NRW betroffen?

Nein, das Deutschlandticket oder auch 49-Euro-Ticket ist von dem kommenden Preisanstieg im nordrhein-westfälischen ÖPNV nicht betroffen. Die Tarifhoheit für das neue ÖPNV-Abo liegt bei Bund und Ländern und nicht bei den einzelnen Verkehrsverbünden. Jedoch steht auch beim Deutschlandticket eine Preiserhöhung im Raum. Nach aktuellem Stand bleibt aber ein Großteil der Bus- und Bahn-Reisenden in NRW von höheren Kosten verschont. Allein im VRR machen die Einnahmen aus dem Deutschlandticket bereits 68 Prozent des Umsatzes aus, teilte der VRR-Vorstand mit.

Auch das Semesterticket für Studierende soll sich preislich nicht verändern, da dieses schon teurer geworden ist. Angesicht des drohenden Endes des Semestertickets in NRW, mahnt der VRR aber eine schnelle Einigung für die bundesweite Studententicket-Lösung an. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Maximilian Koch/Imago

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