Deutsche Bahn

Bahnstreik früher beendet – was das für die nächsten Wochen bedeutet

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Die GDL hat den Bahnstreik früher beendet als geplant. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn sollen wiederaufgenommen werden. Reisende können vorerst aufatmen.

Köln – Gute Nachrichten für Bahnreisende: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn (DB) haben sich am Wochenende darauf geeinigt, die Tarifverhandlungen wieder aufzunehmen. Als Folge endete der mehrtägige Bahnstreik der GDL bereits in der Nacht zum Montag (29. Januar) um 2 Uhr, und nicht wie zunächst geplant um 18 Uhr. Aber was heißt das für die nächsten Wochen? Sind weitere Bahnstreiks damit ausgeschlossen?

Bahn und GDL verhandeln wieder – es gibt Friedenspflicht

Klar ist zumindest: Bis einschließlich 3. März 2024 wird es keine neuen GDL-Streiks geben. Denn GDL und Bahn wollen vom 5. Februar bis zum 3. März verhandeln. „In diesem Zeitraum herrscht Friedenspflicht“, teilte die GDL mit. Wie es danach aussieht, wird wohl vom Verlauf der Verhandlungen abhängen.

Sollte es keine Einigung geben, kann man weitere Streiks nach dem 3. März nach aktuellem Stand nicht ausschließen. Es besteht aber die Hoffnung, dass beide Tarifparteien vorher einen Konsens finden. Denn nachdem der Tarifstreit in den vergangenen Monaten mehrfach eskaliert war, ist die Wiederaufnahme der Verhandlungen nun eine deutliche Annäherung, die Pendlern und Bahnreisenden Hoffnung machen kann.

Der GDL-Streik endete früher. Damit fahren bereits am Montag die meisten Bahnen wieder größtenteils nach Plan.

Bahn und GDL verhandeln unter Ausschluss der Öffentlichkeit

„Insbesondere die Verhandlungsbereitschaft der DB zur Arbeitszeitabsenkung für Schichtarbeiter ist zentral bedeutsam. Die Bereitschaft, auch über einen Tarifvertrag für die Infrastruktur zu verhandeln, ist nunmehr vorhanden“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky zu den neuen Verhandlungen und klingt damit deutlich sanfter, als noch vor einigen Tagen und Wochen.

Optimistisch äußerte sich auch DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Endlich wird wieder verhandelt. Unsere Kunden haben Planungssicherheit und unsere Mitarbeitenden Aussicht auf baldige Lohnerhöhungen.“ Man habe „in konstruktiver Atmosphäre alle Themen besprochen“, ergänzte Seiler.

Der Stand der Verhandlungen wird nach Beginn am 5. Februar aber geheim bleiben. Bahn und GDL haben sich darauf geeinigt, die Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu führen.

Bahn und GDL verhandeln seit November

Der Tarifstreit zwischen Bahn und GDL läuft seit Anfang November 2023, eskalierte aber schnell. GDL-Chef Claus Weselsky hatte die Verhandlungen Ende November schon während der zweiten Gesprächsrunde für gescheitert erklärt. Die GDL hat bereits viermal gestreikt, jeweils für einen Tag im November und Dezember und dann zweimal mehrtägig im Januar. Vor allem die bislang letzten beiden Streiks hatten massive Auswirkungen und den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands über mehrere Tage weitestgehend lahmgelegt.

In den Verhandlungen geht es nicht nur um mehr Geld und eine Inflationsausgleichsprämie, sondern auch um eine Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Diese Forderung der GDL kristallisierte sich schnell als größter Streitpunkt heraus. Die Bahn hatte das zunächst kategorisch abgelehnt. Inzwischen gibt es aber offenbar Hoffnung auf eine Einigung – auch zu dieser Forderung. (bs)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

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