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Die Bosch-Tochter Rexroth hatte bereits einen Stellenabbau am Stammsitz angekündigt, doch jetzt trifft es noch zwei weitere Standorte in Süddeutschland.
Horb am Neckar - Bosch-Chef Stefan Hartung hatte angesichts der aktuellen Lage jüngst eine Ausweitung des bereits verkündeten Stellenabbaus nicht ausgeschlossen. Vor dem Stuttgarter Mutterkonzern verkündet aber nun die Konzerntochter Bosch Rexroth weitere personelle Einschnitte, die größtenteils Standorte in Bayern, aber auch ein Werk in Baden-Württemberg betreffen sollen. Die Bosch-Tochter hatte erst vor wenigen Wochen den Abbau von 240 Stellen am Hauptsitz im bayerischen Lohr am Main angekündigt, der Berichten zufolge erneut betroffen sein soll.
Das Unternehmen Bosch Rexroth mit rechtlichem Sitz in Stuttgart und Hauptverwaltung in Lohr am Main wurde durch einen Zusammenschluss der Mannesmann Rexroth AG mit dem Geschäftsbereich Automatisierungstechnik von Bosch gegründet und ist eine 100-prozentige Tochter des schwäbischen Weltkonzerns. Laut einer Mitteilung des Unternehmens betrifft der jetzt verkündete Stellenabbau die Standorte für Mobilhydraulik in Unterfranken, Schwaben und eben auch in Baden-Württemberg. Eine andere Bosch-Tochter hatte jüngst 1.500 Mitarbeiter an einem deutschen Standort in Kurzarbeit geschickt.
Bosch Rexroth kündigt Stellenabbau im Hydraulikbereich an – mehrere Standorte betroffen
In der Mitteilung von Mittwoch (6. November) erklärt Bosch Rexroth, dass die Aufträge im Bereich Mobilhydraulik stark zurückgehen. Das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten bereits mit Maßnahmen wie Kurzarbeit, einem Stundenabbau und dem Auslaufen von befristeten Verträgen der Überkapazität entgegengewirkt. „Inzwischen gehen wir davon aus, dass dies nun leider nicht mehr in allen Bereichen ausreicht“, erklärt Matthias Aberle, Leiter der Business-Unit Mobile Solutions von Bosch Rexroth. Der Abbau von rund 250 Stellen soll vor allem auf die Standorte Elchingen bei Neu-Ulm und Horb am Neckar in Baden-Württemberg entfallen.
| Name | Bosch Rexroth AG |
|---|---|
| Gründung | 1795 (Rexroth) 2001 (Bosch Rexroth) |
| Sitz | Stuttgart (Hauptsitz), Lohr am Main (Verwaltung) |
| Branche | Antriebs- und Automatisierungstechnik |
| Mutterkonzern | Robert Bosch GmbH |
| Mitarbeiter | 33.800 (2023) |
| Umsatz | 7,6 Milliarden Euro (2023) |
Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, sollen in Elchingen (Bayern) an der Grenze zu Baden-Württemberg bis 2025 nach Unternehmensangaben rund 180 Stellen und am Verwaltungssitz in Lohr am Main weitere 15 Arbeitsplätze gestrichen werden. Dem Bericht zufolge plant die Bosch-Tochter darüber hinaus auch den Abbau von 135 Stellen am Standort in Augsfeld, einem Stadtteil der bayerischen Stadt Haßfurt, bis Ende 2027. Allein in Bayern stehen bei der Bosch-Tochter demnach rund 330 Arbeitsplätze zur Disposition.
Stellenabbau bei Bosch-Tochter betrifft Werk in Horb am Neckar
Die aktuell verkündete Maßnahme bezieht sich allerdings hauptsächlich auf die 250 Stellen an den beiden Hydraulik-Standorten Elchingen und Horb, an denen laut der Mitteilung bereits rund 90 Arbeitsplätze durch geplante Versetzungen und die Nicht-Nachbesetzung nach Renteneintritten abgebaut werden sollen. Dennoch kommt auch das Werk in Baden-Württemberg nicht gänzlich ohne Verluste davon. Wie eine Unternehmenssprecherin der Südwest Presse (SWP) bestätigte, sind in Horb am Neckar 50 Arbeitsplätze von der Maßnahme betroffen. Die Stellen sollen allesamt möglichst sozial verträglich abgebaut werden.
Der Mitteilung zufolge arbeiten aktuell rund 2.200 Menschen in Elchingen und 950 Mitarbeiter in Horb am Neckar für Bosch-Rexroth. Wie die SWP berichtet, sind in Horb aktuell rund 500 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Wie lange die Maßnahme andauert, ist derzeit noch nicht abzusehen. Der Mutterkonzern, die Robert Bosch GmbH, hatte im Frühjahr einen massiven Stellenabbau in mehreren Geschäftssparten verkündet, der nach erheblichen Protesten aber geringer ausfallen soll, als zunächst befürchtet.
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