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Wegen der sinkenden Nachfrage hat die Bosch-Haushaltsgerätetochter BSH für die Hälfte der Belegschaft an einem deutschen Standort Kurzarbeit angemeldet.
Stuttgart/Traunreut - Der Stuttgarter Technologiekonzern Bosch ist zwar der weltweit größte Automobilzulieferer, bedient aber auch mehrere andere industrielle Geschäftssparten. Die Haushaltsgerätetochter BSH ist Berichten zufolge von den im Frühjahr verkündeten Sparmaßnahmen beim schwäbischen Mutterkonzern betroffen, muss aktuell aber aufgrund einer sinkenden Nachfrage selbst an einem deutschen Standort Kapazitätsanpassungen vornehmen. Kürzlich hat die Bosch-Tochter Bosch Engineering die Arbeitszeit und damit die Gehälter von 2.300 Mitarbeitern gesenkt.
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BSH wurde ursprünglich als Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Siemens gegründet und ist seit 2015 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Stuttgarter Weltkonzerns. Produziert werden von weltweit rund 60.000 Mitarbeitern Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler, Gasthermen und viele weitere. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, kämpft die Bosch-Tochter mit Sitz in München aktuell aber mit einer sinkenden Nachfrage nach Herden, weswegen für 1.500 Mitarbeiter am Standort Traunstein (Bayern) Kurzarbeit angemeldet wurde.
Bosch-Tochter BSH schickt 1.500 Mitarbeiter in Traunreut bis Endes des Jahres in Kurzarbeit
Bereits im vergangenen Jahr hatte BSH Hausgeräte durch die Inflation und die stark gestiegenen Preise einen deutlichen Kostendruck vermeldet, aber erklärt, dennoch an allen deutschen Werken festhalten zu wollen. Am Standort Traunreut, an dem Einbaugeräte wie Herde, Backöfen, Kochfelder oder auch Mikrowellen gefertigt werden, macht sich aktuell aber die Auftragsflaute bemerkbar. Deshalb hat BSH für 1.500 der insgesamt 3.000 Mitarbeiter des Werks Kurzarbeit bis Ende des Jahres angemeldet. Wie eine Unternehmenssprecherin der Stuttgarter Zeitung bestätigte, arbeiten die betroffenen Angestellten nur noch vier Tage pro Woche und die Produktion wurde auf Montag bis Donnerstag begrenzt.
| Name | BSH Haushaltsgeräte GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1967 |
| Hauptsitz | München, Bayern |
| Mutterkonzern | Robert Bosch GmbH |
| Branche | Haushaltsgeräte |
| Produkte | Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Geschirrspüler, Backöfen, Waschmaschinen, Trockner, Staubsauger und weitere Küchen- und Haushaltsprodukte. |
| Mitarbeiter | rund 60.000 (2023) |
| Umsatz | 15,9 Milliarden Euro (2022) |
| Standorte in Baden-Württemberg | Bretten (Kreis Karlsruhe), Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) |
Mit der Maßnahme der Kurzarbeit reagieren aktuell viele Unternehmen auf eine gewisse Überkapazität, ausgelöst durch die spürbare Kauf- und Auftragslage. Der bayerische Technologiekonzern Schaeffler hat beispielsweise jüngst an einem Standort in Baden-Württemberg Teile der Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Um die Gehaltseinbußen der Mitarbeiter möglichst gering zu halten – das Kurzarbeitergeld deckt normalerweise nur einen Teil des Gehalts – hat BSH der Sprecherin zufolge die Summe aufgestockt.
Kurzarbeit bei BSH betrifft bislang nur Standort im bayerischen Traunreut
Die Kurzarbeit bei der Bosch-Haushaltsgerätetochter betrifft dem Bericht zufolge bislang ausschließlich den Standort Traunreut; an anderen Werken – wie beispielsweise im baden-württembergischen Giengen an der Brenz – ist derzeit keine solche Maßnahme geplant. Der Bosch-Konzern hat aktuell an mehreren Fronten zu kämpfen, was wie bereits angesprochen auch die Tochter-Unternehmen betrifft. Neben BSH und Bosch Engineering hat kürzlich eine weitere Tochter-Gesellschaft Maßnahmen angekündigt. Bosch Rexroth will an einem deutschen Standort 240 Arbeitsplätze streichen.
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