Nach knapp 20 Jahren

Bedeutender Brauereiausstatter meldet Insolvenz an – Kunden sind unter anderem Paulaner und Flensburger

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Die Braubranche steckt in der Krise. Viele traditionsreiche Unternehmen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Jetzt hat es auch einen namhaften Brauereiausstatter erwischt.

Taufkirchen – Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland nehmen zu. Neben Autozulieferern und großen Modeketten kämpft auch zunehmend die Brauereibranche ums Überleben. Die jüngste Insolvenz dürfte besonders erschütternd für die Brauereilandschaft sein: Nun hat es einen bayerischen Brauereiausstatter erwischt. Das Unternehmen sucht aktiv nach einem Investor, der den Betrieb übernimmt und weiterführt.

Brauereiausstatter ist insolvent – Paulaner und Flensburger gehören zu den Kunden

Der Anlagenbauer Banke GmbH hat bereits am 14. März 2025 einen entsprechenden Antrag am Amtsgericht Landshut eingereicht. Geschäftsführer Friedrich Banke betont: „Wir brauchen nun einen Investor, der unseren Betrieb übernimmt. Das Unternehmen Banke hat eine gute Kundenstruktur und eine starke internationale Basis.“

Der Betrieb soll während des Insolvenzverfahrens weiterlaufen. Die Gehälter der 31 Mitarbeiter sind für die nächsten drei Monate über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Daniel Barth von Pluta Rechtsanwälte GmbH wurde vom Amtsgericht Landshut als vorläufiger Insolvenzverwalter für Banke bestellt. 

Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland nehmen zu.

Brauereiausstatter muss Insolvenz anmelden – Investor gesucht

Banke besteht seit knapp 20 Jahren und wurde 2006 als BANKE process solutions gegründet. Banke GmbH arbeitet mit bekannten Marken wie Heineken, Paulaner und Flensburger. „Unser Leistungsspektrum reicht von der Anlagentechnik für handwerkliche Brauprozesse bis zur Modernisierung und Effizienzsteigerung von Industriebrauereien. Dazu gehören Machbarkeitsstudien, Vorplanungen und auch die Gesamtausführung mit Installation, Inbetriebnahme und After-Sales-Service“, heißt es auf der Webseite.

Brauereien kämpfen ums Überleben – es sind viele Traditionshäuser betroffen

Seit geraumer Zeit kriselt es in der Brauereilandschaft. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Brauereien um 93 auf 1.459 gesunken, wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilt (Stand 2025). Damit hat sich ein davor lange Jahre laufender Trend umgekehrt, der vor allem auf Craftbier und die davon erzeugte Gründerwelle zurückzuführen war. Der Rückgang trifft aber auch viele Traditionshäuser: „Bei den Betriebsaufgaben sehen wir etwa gleich viele Gründer wie alte Familienbetriebe“, sagt DBB-Präsident Christian Weber. Zudem seien Gründungen, die die Lücken füllen könnten, inzwischen sehr viel seltener geworden. „Existenzgründern fehlt – wie der ganzen Wirtschaft – die Planungssicherheit.“

Weber zählt eine ganze Liste von Ursachen für die negative Entwicklung auf: „Erst kam die Corona-, dann die Energiepreiskrise. Da ist gerade bei kleineren Betrieben oft viel Kapital abgeflossen. Jetzt kommt noch die allgemeine Konsumzurückhaltung hinzu. Gegenüber den großen Lebensmittelkonzernen können Brauereien die Preise, die sie eigentlich bräuchten, kaum durchsetzen. Das ergibt für manche Betriebe dann eine Falle, aus der sie nicht mehr herauskommen“, sagt er.

Die Energiekosten spielen für Brauereien eine große Rolle. Bei modernen Großbrauereien machen sie laut DBB 10 bis 15 Prozent der Herstellungskosten aus. Bei kleineren und mittelständischen Betrieben sei es eher eine Größenordnung von 20 Prozent, bei sehr traditionellen Betrieben teils sogar noch mehr. Vor allem das Brauen, das Abkühlen und die Reinigung der Mehrwegflaschen schlagen hier zu Buche. (bohy mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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