Bekanntes Modeunternehmen wieder insolvent– Rückzug ist geplant
VonUlrike Hagen
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Eine prominente Modekette ist wieder in der Insolvenz – zum zweiten Mal. Der Wettbewerb durch Internet-Händler und ausbleibende Käufer werden als Ursachen genannt.
Los Angeles – Der US-Fast-Fashion-Händler Forever 21 kämpft erneut mit finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen hat Insolvenz beantragt – der Druck durch Online-Händler und ausbleibende Kunden in Einkaufszentren sei zu groß geworden, heißt es. Es ist nicht die erste Insolvenz eines Mode-Konzerns. Prominentes Beispiel ist das einstige Vorzeigeunternehmen Esprit, das gänzlich verschwunden ist sowie ein namhafter Schuhhändler, der pleite ging.
Forever 21 erneut insolvent – Online-Konkurrenz macht der Modekette zu schaffen
Wie das Wall Street Journalam Montag (17. März) meldet, hat der einstige Vorzeige-Modehändler Forever 21 in den USA erneut Insolvenz angemeldet. Bereits zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren kämpft das Unternehmen mit finanziellen Problemen.
„Angesichts der Konkurrenz ausländischer Fast-Fashion-Unternehmen sowie steigender Kosten und wirtschaftlicher Herausforderungen, die unsere Stammkunden betreffen, konnten wir keinen nachhaltigen Weg nach vorne finden“, sagte Brad Sell, der Finanzvorstand des Unternehmens, demnach in einer Erklärung.
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Der Insolvenzantrag, ein Verfahren nach dem sogenannten Chapter 11, wurde laut businesswire beim Konkursgericht für den Bezirk Delaware eingereicht. Der Betreiber F21 OpCo plant nun einen „geordneten Rückzug vom US-Markt“ – und sucht parallel nach potenziellen Käufern oder Investoren, die das Geschäft ganz oder teilweise übernehmen könnten.
Bereits 2019 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Infolge dieser ersten Pleite wurden zahlreiche Filialen geschlossen, was große Verluste für die Gläubiger mit sich brachte.
Forever 21: Einstiger Mode-Gigant meldet zum zweiten Mal Insolvenz an
Nach der damaligen Insolvenz übernahm eine Gruppe von Investoren das Unternehmen. Doch die finanzielle Lage blieb angespannt: Laut Angaben des Unternehmens liegen die Vermögenswerte zwischen 100 und 500 Millionen US-Dollar (91 bis 455 Millionen Euro), während die Verbindlichkeiten sich auf 1 bis 10 Milliarden US-Dollar (rund 910 Millionen bis 9,1 Milliarden Euro) belaufen. Insgesamt gibt es bis zu 25.000 Gläubiger.
Filialen bleiben vorerst geöffnet – auch in Deutschland
Trotz des Insolvenzverfahrens bleiben die US-Filialen und der Online-Shop vorerst geöffnet. Auch die Standorte von Forever 21 außerhalb der USA werden von anderen Lizenznehmern betrieben und sind nicht in den Insolvenzanträgen nach Chapter 11 enthalten. Dazu zählen auch die letzten beiden deutschen Filialen der Kette in Berlin in der alten Potsdamer Straße und in der Tauentzienstraße.