Unterschiede zu Volkswagen

BMW folgt dem Trend zur Kürzung der Gehälter bei Mitarbeitern

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Volkswagen ist nicht das einzige Unternehmen, das derzeit massive Einsparungen vornimmt. Bei BMW wird das Jubiläumsgeld abgeschafft und die Gewinnbeteiligung stärker an die Rendite angepasst.

München – Auch BMW-Mitarbeiter müssen auf Geld verzichten. Doch gemessen am Kahlschlag bei VW sind die Einschnitte sehr maßvoll. Die Beschäftigungsgarantie, die derzeit bis 2030 gilt, ist von der Arbeitsdirektorin Ilka Horstmeier gar nicht erst infrage gestellt worden. Der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen wird auch künftig Jahr für Jahr verlängert, solange der Autobauer nicht in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen rutscht.

Kürzungen auch bei BMW nach Gewinneinbruch: Bei VW ist die Lage aber schlimmer

Davon aber kann trotz des erwarteten Gewinneinbruchs im laufenden Jahr keine Rede sein. Massenentlassungen sind also auch künftig nicht zu befürchten. Andererseits mussten die Betriebsräte beim Geld Zugeständnisse machen. „Mit dem nun verhandelten Maßnahmenpaket leistet die Belegschaft für die nächsten Jahre ihren Beitrag zum Erhalt der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Martin Kimmich. „Die Beschäftigungssicherung bleibt davon unberührt, hier waren sich Unternehmen und Gesamtbetriebsrat von Anfang an einig.“

Die besten Arbeitgeber in Deutschland: Zu diesen Unternehmen wollen Fachkräfte 2025 gehen

Siemens AG - Hauptversammlung
Siemens hat es an die Spitze geschafft: In Deutschland würden viele Ingenieure am liebsten zu diesem Arbeitgeber gehen. Dort erhoffen sie sich neben guter Bezahlung und flexiblen Arbeitszeiten eine Firma, die für Innovation steht.  © Sven Hoppe/dpa
Die Vorstände des Technologie-Konzerns Bosch Christian Fischer (l-r), Markus Forschner, Stefan Grosch, Stefan Hartung (Vorsitzender), Tanja Rückert, Markus Heyn und Frank Meyer stehen bei der Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns an einem Bosch Logo.
Bosch ist auf Platz 2 der führenden Arbeitgeber für junge Fachkräfte im Ingenieurswesen in Deutschland. Damit ist erstmals kein Automobilunternehmen ganz oben mit dabei - dafür aber ihre Zulieferer.  © Bernd Weißbrod/dpa
Porsche 911 Turbo 50 Jahre
Im Ranking der Beratungsfirma Universum hat es Porsche auf den dritten Platz geschafft. Beim letzten Ranking stand der Autokonzern noch an der Spitze, büßt bei Ingenieuren also zwei Plätze ein.  © Porsche AG
BMW-Stammwerk in München
Auch die BMW Group gehört zu den beliebtesten Arbeitgebern der deutschen Ingenieure. Wie viele Autokonzerne kämpft auch BMW mit harten Zeiten - doch beim Thema E-Mobilität hat dieses Unternehmen die Nase vorn.  © Sven Hoppe/dpa
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen, l-r), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group, Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group, und Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, stehen während der Eröffnungsfeier des Mercedes-Benz-Campus ´zusammen
Bei Mercedes-Benz erhoffen sich Ingenieure ebenfalls eine gute Zukunft mit guter Bezahlung und fairen Arbeitsbedingungen. Noch dazu scheint das Unternehmen sich als besonders innovativ herausstellen zu können.  © Sebastian Gollnow/dpa
Ein Airbus von Qatar Airways landet auf dem Hamburger Flughafen
Einen Platz nach oben gerutscht ist im Universum-Ranking für Ingenieure auch Airbus. Der Flugzeughersteller konnte sich in den vergangenen Monaten gegenüber dem Konkurrenten Boeing positiv positionieren - letzterer ist geplagt von Skandalen und Negativschlagzeilen.  © Georg Wendt/dpa
Gernot Döllner, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, bei der Vorstellung der Jahreszahlen 2023.
Auch Audi bleibt bei Ingenieuren als Arbeitgeber beliebt - muss aber zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr einbüßen. Die Ingolstädter leiden ebenfalls unter der Autokrise - gerade wird über die Schließung eines Werks in Brüssel intensiv diskutiert.  © Sven Hoppe/dpa
Google eröffnet Cloud-Rechenzentrum in Hanau
Google ist für Ingenieure ein beliebter Arbeitgeber in Deutschland, der Tech-Riese steigt sogar auf im Ranking. Bei der letzten Untersuchung konnte Google nur den 10. Platz für Ingenieure belegen. Dafür ist der Gigant aus den USA im Fachkräfte-Ranking bei der IT an der Spitze der beliebtesten Arbeitgeber.  © Arne Dedert/dpa
Deutsche Bahn fährt in Dresden
Kaum zu glauben, aber wahr: Die Deutsche Bahn gehört zu den beliebtesten Arbeitgebern für Ingenieure in Deutschland. Trotz seines schlechten Rufs als Verkehrsmittel scheint die Firma insbesondere Fachkräfte gut zu erreichen. Bei den Lokführern und Kontrolleuren hingegen hörte man zuletzt eigentlich nur Frust.  © Robert Michael/dpa
Björn Bernhard, Geschäftsführer der Rheinmetall Landsysteme GmbH, spricht bei der Übergabe vom Radpanzer für die Bundeswehr vom Typ Boxer als Schwerer Waffenträger Infanterie. Der Rüstungskonzern Rheinmetall ist mit der Lieferung der 123 Boxer-Fahrzeuge beauftragt worden.
Auf Platz 10 hat es zum ersten Mal ein Rüstungsunternehmen geschafft: Rheinmetall steigt im Ranking der Ingenieure um drei Plätze auf. Damit profitiert das Unternehmen von einer neuen Stellung und Wahrnehmung im Land.  © Philipp Schulze/dpa

Bemerkenswert war auch die Unaufgeregtheit der Verhandlungen. Die Pläne wurden den Beschäftigten vor Beginn in Betriebsversammlungen mitgeteilt. Letzte Woche erfuhren sie auch das Ergebnis, bevor auch nur ein Wort davon in die Öffentlichkeit gelangte. Die Kürzungen betreffen Gehaltsbestandteile, von denen Mitarbeiter der meisten Firmen nur träumen können: Das Jubiläumsgeld im 25sten, im 40sten und in seltenen Fällen auch im 50sten Jahr der Betriebszugehörigkeit fällt ab 2027 weg.

Um wie viel Geld es sich dabei handelt, lässt sich nicht genau beziffern, in der Größenordnung ist es jeweils ein knappes Monatsgehalt, das viele Mitarbeiter in ihre Planungen eingerechnet haben. Aus diesem Grund wird es, so ein Sprecher, in den kommenden beiden Jahren noch ausbezahlt. Das Weihnachtsgeld wird in den nächsten beiden Jahren gekürzt. Es fällt 2025 und 2026 von 100 Prozent eines Monatsgehalts auf 85 Prozent. Ab 2027 steigt es wieder auf 100Prozent.

BMW will in Zukunft wieder mehr Geld zahlen: Auch der Vorstand spürt die Kürzungen

Allerdings liegt selbst der gekürzte Betrag weit über dem Niveau, den der Metalltarifvertrag vorsieht. Da sind es nur 55 Prozent. Es geht also um ein Drittel der Summe, die BMW bisher übertariflich draufgelegt hat und auch später wieder drauflegen wird.

Die ikonische BMW-Zentrale in München liegt unter grauen Wolken: Die bayerischen Autobauer haben mit Problemen zu kämpfen.

Und dann geht es auch um die bei BMW traditionell üppige Gewinnbeteiligung. Da diese nach einer sehr komplexen Formel berechnet wird, die jetzt auch neu ausgehandelt wurde und künftig stärker als bisher an der Rendite des Unternehmens ausgerichtet ist, lässt sich nur grob eine Größenordnung der Kürzungen angeben, die bei zehn Prozent der bisher ausgeschütteten Summe liegt. Diese Kürzung betrifft auch die Vorstandsmitglieder.

Doch es ging bei den Verhandlungen nicht nur um Geld, auch an den Mitbestimmungsprozessen wurde gefeilt, um Vorhaben etwa bei der Digitalisierung zu beschleunigen. Und auch um eine stärkere räumliche Flexibilisierung wurde verhandelt. Unternehmen und Betriebsrat betonten aber, dass keine zusätzlichen unternehmensweiten Regelungen notwendig seien. Dies habe sich in den Verhandlungen schnell herauskristallisiert.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel / dpa

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