VonMarkus Hofstetterschließen
BMW-Mitarbeiter haben offenbar gegen Sanktionen im Russland-Handel verstoßen. Der Autohersteller hat gehandelt und die Hauptverantwortlichen entlassen.
München - Im Zuge des Ukraine-Konflikts hat die Europäische Union Sanktionen gegen Russland erlassen. Diese beinhalten diverse Beschränkungen für den Import und Export. Das Resultat ist, dass europäische Firmen bestimmte Waren nicht nach Russland exportieren dürfen und russische Unternehmen bestimmte Produkte nicht in die EU importieren dürfen.
Die Sanktionsliste umfasst neben High-Tech-Geräten oder Ausrüstung, Technologien und Dienstleistungen für den Energiesektor auch Luxusartikel. Hierzu gehören Luxusfahrzeuge, die mehr als 50.000 Euro kosten. Trotzdem hindert dies westliche Geschäftsmänner nicht daran, sanktionierte Produkte nach Russland zu liefern.
BMW-Mitarbeiter liefern trotz Sanktionen Luxusautos nach Russland: Verantwortlichen wurde gekündigt
Offenbar haben auch Mitarbeiter von BMW dies getan. Der Münchner Autobauer gab bekannt, dass bei internen Überprüfungen Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit Autoexporten nach Russland aufgedeckt wurden. Als Reaktion darauf hat das Unternehmen den weiteren Verkauf von Fahrzeugen eingestellt. „Zudem hat sich die BMW Group entschieden, den hauptverantwortlichen Mitarbeitern zu kündigen“, so die weitere Stellungnahme.
Dies bestätigt einen Bericht des Business Insider, laut dem mehr als 100 hochwertige Fahrzeuge vom Standort Hannover an russische Kunden geliefert worden sein sollen.
BMW-Mitarbeiter liefern trotz Sanktionen Luxusautos nach Russland: Embargos wird immer wieder gebrochen
Laut BMW sind Firmen aus verschiedenen Branchen davon betroffen, dass ihre Produkte trotz eigener Einhaltung der Sanktionen in Russland erhältlich sind oder dort angeboten werden. Dies geschieht in der Regel durch sogenannte Graumarktimporte. Die BMW Group versucht mit verschiedenen Strategien, diese schwer zu kontrollierenden Importe zu verhindern.
Der aktuelle Vorfall bei BMW ist kein Einzelfall. Geschickte Händler finden immer wieder Wege, die Sanktionen zu umgehen. So haben Untersuchungen des ZDF-Magazins Frontal Anfang des Jahres gezeigt, dass Luxusautos deutscher Hersteller in das Land von Präsident Wladimir Putin gelangt sind. Belarus, gegen das nur abgeschwächte Sanktionen verhängt wurden, spielt dabei als Zwischenstation auf dem Weg nach Russland eine wichtige Rolle.
Rubriklistenbild: © Sven Hoppe / dpa

