„Strategie 2030“

Bosch prognostiziert einen Rückgang der Belegschaft – „insbesondere in Deutschland und Europa“

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Trotz eines erwarteten moderaten Wachstums nach dem Umsatzrückgang 2024, hält Bosch weiterhin an Kosteneinsparungen fest.

Stuttgart – Das Geschäftsjahr 2024 war für den Stuttgarter Technologiekonzern Bosch und seine über 400.000 Mitarbeiter weltweit alles andere als einfach. Das Unternehmen kündigte im Frühjahr einen umfassenden Stellenabbau in mehreren Bereichen an, der durch massive Proteste zumindest abgemildert werden konnte. Inzwischen hat Bosch aber erneut Sparmaßnahmen angekündigt und auch die Schließung zweier deutscher Werke von Konzerntochter Bosch Power Tools. Im Krisenjahr 2024 sank der Umsatz von Bosch um 1,4 Prozent, wie das Unternehmen am 8. Mai mitteilte. Für 2025 zeigt sich der Konzern dennoch verhalten optimistisch.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Bosch strebt laut Mitteilung bis 2030 ein jährliches Wachstum an, ist sich aber bewusst, dass dieses Ziel angesichts der geopolitischen Herausforderungen eine große Aufgabe ist. „Wir werden weiter intensiv an Kosten und Strukturen arbeiten und uns auf gewinnbringende Geschäftsfelder konzentrieren“, erklärte Konzernchef Stefan Hartung. In Bezug auf die bereits verkündeten Sparmaßnahmen drängt der Konzern darauf, mit den Arbeitnehmervertretern eine schnelle Einigung zu finden, um mit der Umsetzung zu beginnen. „Wir können uns keine Verzögerung mehr leisten“, so Hartung.

Bosch geht davon aus, „dass die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen weiter abnehmen wird“

Zum Stichtag 31.12.2023 waren im Bosch-Konzern rund 427.600 Menschen beschäftigt, in der aktuellen Mitteilung gibt der Konzern die Mitarbeiterzahl mit 417.859 an. Durch die geplanten Sparmaßnahmen wird sich diese Zahl in den kommenden Jahren notwendigerweise weiter verringern. „Bosch geht insgesamt davon aus, dass die Zahl der Arbeitsplätze im Unternehmen weiter abnehmen wird“, heißt es in der Mitteilung. „Insbesondere in Deutschland und Europa.“ Bosch-Chef Hartung hatte bereits in der Vergangenheit betont, künftig gerade im Automotive-Bereich weniger Mitarbeiter zu beschäftigen.

Name Robert Bosch GmbH
Gründungsjahr 1886
Gründer Robert Bosch
Hauptsitz Stuttgart, Baden-Württemberg
Branche Automobilzulieferer, Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte
Produkte (Auswahl) Bremsen, Einspritzsysteme, Elektrowerkzeuge, Haushaltsgeräte, Fahrerassistenzsysteme, Industrietechnik
Mitarbeiter417.859 (2024)
Umsatz90,3 Milliarden Euro (2024)

Dass der weltgrößte Automobilzulieferer derzeit zu kämpfen hat, liegt an der Schieflage der Autoindustrie. Doch auch in den anderen Kernbereichen, wie den Haushaltsgeräten und den Elektrowerkzeugen, spürt Bosch einen steigenden Druck. Deshalb will sich der Konzern mit der sogenannten „Strategie 2030“ konkret auf die Stärkung der Wettbewerbsposition fokussieren, wozu eben weitere Einsparungen gehören. „Wir müssen noch stärker an wettbewerbsfähigen Kosten arbeiten und werden unsere Wachstumsstrategie durch Investitionen, Innovationen und Akquisitionen voranbringen“, erklärte Bosch-Finanzchef Markus Forschner.

Bosch rechnet damit, vor allem in Deutschland und Europa künftig weniger Mitarbeiter zu beschäftigen (Archivbild).

Bosch setzt Hoffnung in Software und Wasserstoff – „wollen weiter ganz vorne mitspielen“

Dass Bosch trotz der aktuellen Probleme derzeit noch von einem leichten Wachstum im Geschäftsjahr 2025 ausgeht, liegt ausgerechnet am Geschäftsfeld Mobilität. Die langsame Transformation zur Elektromobilität macht zwar auch Bosch stark zu schaffen, der Konzern setzt aber große Hoffnungen in Innovationen bei Software und Wasserstoff. „Die Zukunft der Mobilität wird von Software bestimmt – und wir wollen als Partner der Hersteller weiter ganz vorne mitspielen“, betonte Hartung. Zudem setzt Bosch neben der E-Mobilität auf den Wasserstoffmotor.

Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle hat im Geschäftsjahr 2024 zwar wieder schwarze Zahlen geschrieben, kündigte aber ebenfalls einen weiteren Stellenabbau an.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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