Im kommenden Jahr

Bosch schließt Produktion an zwei deutschen Standorten – insgesamt über 500 Mitarbeiter betroffen

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Die Bosch-Sparte Power Tools wird die Produktion am Stammsitz sowie an einem weiteren deutschen Standort im kommenden Jahr einstellen. Produziert werden soll fortan im Ausland.

Leinfelden-Echterdingen - Der Technologiekonzern Bosch hatte bereits im vergangenen Jahr einen umfassenden Stellenabbau in Deutschland angekündigt, wovon neben dem zentralen Automotive-Bereich unter anderem auch das Geschäft mit Elektrowerkzeugen betroffen ist. Bei Bosch Power Tools sollen bis Ende 2026 in den Bereichen Zentrale, Entwicklung und Verwaltung 480 Arbeitsplätze abgebaut werden, wie die Stuttgarter am Mittwoch (9. April) erneut in einer Mitteilung bestätigten.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Zudem will die Bosch-Sparte aber zu diesem Zeitpunkt noch die Produktion am Stammsitz in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) sowie am Standort Sebnitz (Sachsen) einstellen. „Im Zuge der Neuordnung seiner globalen Fertigungsstrukturen plant Bosch Power Tools, die Produktion an den Standorten Sebnitz und Leinfelden auslaufen zu lassen“, heißt es konkret in der Mitteilung. Damit verlieren weitere 510 Mitarbeiter von Bosch in Deutschland im kommenden Jahr ihren Arbeitsplatz.

Bosch Power Tools will Produktion von Leinfelden und Sebnitz vermutlich nach Ungarn verlagern

Im Zuge der massiven Sparmaßnahmen bei Bosch wurde bereits befürchtet, dass der schwäbische Weltkonzern ganze Standorte schließen könnte. Im Falle des Werks in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) ist dieser Schritt offenbar bereits vollzogen, da dort ein weltweit führender Technologiekonzern seinen Deutschlandsitz einrichten wird, wie jüngst bekannt wurde. In Leinfelden und Sebnitz sollen die indirekten Bereiche aber offenbar erhalten bleiben, während die Produktion nach 2026 ins Ausland verlagert werden soll. Konkret nennt Bosch Power Tools den Standort Miskolc (Ungarn).

Name Robert Bosch Power Tools GmbH
Sitz Leinfelden-Echterdingen, Baden-Württemberg
Konzern Robert Bosch GmbH
Leitung Thomas Donato
Branche und Produkte Elektrowerkzeuge, Zubehör, Messtechnik, Gartengeräte
Mitarbeiterzahl 19.500 davon 3.100 in Deutschland
Umsatz 5,9 Milliarden Euro (2022)

Am Stammsitz in Leinfelden bei Stuttgart sind 240 Mitarbeiter, im sächsischen Sebnitz weitere 280 Menschen von dem Ende der Produktion im kommenden Jahr betroffen. Sie wurden laut Mitteilung bereits über den Schritt informiert; das Unternehmen will in Kürze Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen, um den Stellenabbau möglichst sozial verträglich zu gestalten. „Diese Entscheidung fällt uns sehr schwer“, machte Thomas Donato, der Vorsitzende des Bereichsvorstands Bosch Power Tools deutlich. Sie sei aber notwendig, um die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsbereichs zu sichern.

Weitere Hiobsbotschaft aus dem Bosch-Konzern – „das ist ein Skandal“

Die Einstellung der Produktion in Leinfelden und Sebnitz ist eine weitere Hiobsbotschaft in einer langen Liste an Maßnahmen, die der Weltkonzern aus Baden-Württemberg in den vergangenen Monaten öffentlich gemacht hat. Beispielsweise erklärte Bosch im Dezember, selbst in Zukunftsbereichen wie der IT und Software Stellen abbauen zu müssen. Die Arbeitnehmervertreter, die seit langem gegen die Sparmaßnahmen kämpfen und im vergangenen Jahr zumindest einen Teilerfolg erzielen konnten, sind von der erneuten Ankündigung alles andere als begeistert.

Die Produktion von Bosch Power Tools am Stammsitz in Leinfelden sowie am Standort Sebnitz soll im kommenden Jahr auslaufen.

In der aktuellen Wirtschaftskrise stehe zwar auch Bosch massiv unter Druck, aber „wer nur mit Stellenabbau antwortet, hat die falsche Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit“, zitiert der SWR die baden-württembergische IG Metall-Chefin Barbara Resch. „Das ist ein Skandal, den wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werden“, teilte zudem Uwe Garbe, Erster Bevollmächtiger der IG Metall Ostsachsen, mit. Bosch-Chef Stefan Hartung hatte bereits angekündigt, einen weiteren Stellenabbau nicht ausschließen zu können.

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa

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