VW zieht Notbremse in China: ID.4 nun für unter 20.000 Euro erhältlich
VonPatrick Freiwah
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VW sieht sich in China offenbar zu einer erneuten Preisreduzierung gezwungen. Konzernchef Blume äußert derweil eine Theorie über die Chancen für China-Hersteller in Deutschland.
Wolfsburg/München - Volkswagen macht auf dem hartumkämpften chinesischen Automarkt mit einer neuen Preisreduzierung von sich reden. Das im Joint-Venture mit FAW entstehende Elektro-SUV VW ID.4 Crozz ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate deutlich günstiger geworden. Das von FAW-Volkswagen angebotene E-Auto ist laut chinesischen Medienberichten (via Electrive.net) mittlerweile bereits ab umgerechnet 18.500 Euro (145.900 Yuan) zu haben.
VW macht in China erneut durch massive Preissenkung von sich reden
Die neuerliche Preissenkung im Hinblick auf eine Sonderaktion kommt gerade mal zwei Monate, nachdem der Crossover schon einmal erschwinglicher gemacht wurde. Damals betrug die Reduzierung dem Vernehmen nach um 34.000 Yuan auf 183.900 Yuan (etwa 23.450 Euro). Damit ist die Modellreihe in dem boomenden Elektroauto-Markt innerhalb dieser Zeit um insgesamt 9.170 Euro günstiger geworden, was einem satten Preisschwund von 33 Prozent entspricht.
Die erwähnte Rabattaktion in China gilt jedoch offenbar nur für den ID.4 Crozz, während sich für den Modellbruder ID.4 X die Preise nicht verändert haben. Gleiches gilt für den größeren VW ID.6 Crozz, der im Zuge der Rabattaktion im Juli ebenfalls deutlich billiger wurde. Dieses Elektroauto ist weiterhin für Preise ab 24.950 Euro erhältlich.
VW: Wie sind die Chancen von China-Herstellern in Europa? Blume äußert sich
Derweil äußerte sich VW-Chef Oliver Blume am Rande der IAA Mobility in München zu der Frage, ob China-Hersteller bald auch in Europa günstige Elektroautos anbieten und hiesigen Automarken damit das Leben schwer machen könnten. Ihm zufolge sei bislang nicht zu erkennen, dass Hersteller aus dem Reich der Mitte mit Billigpreisen auf den Markt drängen. Zwar könnten Autobauer laut Blume in Asien etwa 20 Prozent günstiger produzieren. „Doch die Chinesen werden das Kostenniveau, das sie in China anbieten, in Europa nicht anbieten können.“
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VW rechnet bald mit Kostengleichheit zwischen Verbrennern und E-Autos
Den Grund benennt der Chef von Volkswagen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: Hier kämen hohe Kosten für die Anpassung der Fahrzeuge an europäische Anforderungen sowie den Aufbau eines Vertriebsnetzes hinzu. „Am Markt sehen wir, dass die Chinesen ihre Fahrzeuge bei uns zu doppelt so hohen Preisen anbieten wie in China.“ Dennoch befürwortet Blume den härteren Wettbewerb im Segment der E-Autos. „Das zwingt uns, besser zu werden. Wir sind daher gut beraten, uns so aufzustellen, dass wir wettbewerbsfähig sind.“
Dabei spielt für den Vorstandsvorsitzenden der Niedersachsen zweifellos auch eine Reduzierung der Kosten eine Rolle, alleine schon aufgrund der bevorstehenden Transformation der Kernmarke, zugunsten einer höheren Rentabilität: „Wir werden auf der Kostenseite hart arbeiten müssen“, führt Blume aus, der sich diesbezüglich zuversichtlich gibt. Ihm zufolge werde es spätestens im Jahr 2030 bei der Rendite keinen Unterschied mehr zwischen Verbrenner- und Elektromotor geben. Aus Sicht der Autokäufer bleibt zu hoffen, dass dann auch die Preise für Stromer hierzulande ein Stück weit sinken. (PF)