Preisalgorithmus

Chaos-Streik bei der Bahn lässt Flugpreise in die Höhe schießen: 400 Euro pro Flug von Berlin nach München

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Der kommende Streik bei der Deutschen Bahn hat sich schon wenige Minuten nach Ankündigung auf die Flugpreise ausgewirkt. Einzelflüge kosten plötzlich ein Vielfaches ihrer üblichen Preise.

Berlin – Reisende müssen sich in den kommenden Tagen und womöglich auch Wochen auf eine harte Geduldsprobe einstellen. Sowohl der Tarifstreit bei der Bahn als auch bei der Lufthansa führen zu Beeinträchtigungen im Reiseverkehr. Fast zeitgleich wird bei der Bahn als auch bei der Lufthansa gestreikt: Von Mittwoch bis Freitag bei der Bahn und von Donnerstag bis Samstag streikt auch das Bodenpersonal der Lufthansa. Noch dazu plant die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), mit sogenannten „Wellenstreiks“ den Druck weiter zu erhöhen.

GDL-Chef Claus Weselsky kündigt bei einer Pressekonferenz weitere Bahnstreiks an. (Archivfoto)

Vor allem der GDL-Streik dürfte sich auf die nun plötzlich explodierenden Ticketpreise im Flugverkehr auswirken. Wie eine kurze Recherche eine Stunde nach Bekanntgabe der Bahnstreiks zeigt, kostet ein einzelner Flug an den meisten Tagen in dieser Wochen zwischen Berlin und München mittlerweile zwischen 259 und 475 Euro. Üblicherweise kostet derselbe Flug bei der Lufthansa rund 90 Euro.

Ticketpreise explodieren: Grund ist das „Dynamic Pricing“ Modell

Ähnlich sieht es auch mit anderen Suchergebnissen und bei anderen Airlines aus: Von Hamburg nach München fliegt man in dieser Woche für rund 450 Euro, von Hamburg nach Stuttgart sind es sogar über 500 Euro pro Flug. Diese Preise dürften auch in den kommenden Tagen weiter hoch bleiben, angesichts der Streik-Lage.

Flugpreise bei der Lufthansa von Berlin nach München am Montag

Grund für diese Preissprünge ist der Ticketalgorithmus, den alle Fluggesellschaften nutzen und der auf ein sogenanntes „Dynamic Pricing“ (dynamische Preisanpassung) zurückgeht. Je nach Angebot und Nachfrage werden die Preise automatisch angepasst und ermittelt. Ziel ist dabei immer, den Gewinn zu maximieren, aber auch Passagiere zu lenken.

Wenn also jetzt die Nachfrage aufgrund des Bahnstreiks in die Höhe schnellt, dann passen sich die Preise an – das Resultat sieht man jetzt in den gängigen Vergleichsportalen für Ticketpreise.

Wer auf eine Reise in den kommenden Tagen verzichten kann, sollte das vermutlich tun. Die Deutsche Bahn hat bereits bekannt gegeben, dass Fahrgäste für die Zeit von 7. bis 8. März 2024 keine Zugbindung mehr haben, können also das Ticket auch zu einem späteren Zeitpunkt verwenden. Die Lufthansa informiert, dass Kunden bei streikbedingten Ausfällen ihren Flug stornieren dürfen und das Geld dann zurückbekommen. Dafür hat die Airline sieben Tage Zeit.

Rubriklistenbild: © Hannes P Albert/dpa

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