Energiewende

CO₂-Preis wird erhöht: So viel mehr kosten Heizen und Tanken 2024

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Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der CO₂-Steuer auf 40 Cent pro Tonne ab kommendem Jahr beschlossen. Damit wird es beim Tanken und Heizen abermals teurer werden.

Berlin – Je höher die Emissionen, desto höher die Kosten – und desto höher die Bereitschaft, auf fossile Energien zu verzichten. Das ist die Kernidee des Emissionshandels. Der Preis für eine Tonne CO₂ soll nun ab 2024 stärker ansteigen, als bisher geplant, auf 40 Euro die Tonne. Aktuell liegt der Preis bei 30 Euro.

Damit wird das Nutzen fossiler Energien in Deutschland wieder teurer werden. Das werden Verbraucher und Verbraucherinnen an der Tankstelle und auf ihrer Nebenkostenabrechnung besonders spüren.

Heizöl, Gas und Sprit: So viel mehr werden sie 2024 kosten

Eine Anhebung des CO₂-Preises um 10 Euro pro Tonne würde Sprit rein rechnerisch um rund 3 Cent pro Liter verteuern, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Das sind weniger als 2 Prozent. Ob und wie stark die Erhöhung zum Stichtag weitergegeben wird, hängt von den Mineralölkonzernen ab. In der Vergangenheit gab es bei Anhebungen des Preises aber meist klare Preissprünge. Die Spritpreise haben sich zwar nach den Extremwerten des vergangenen Jahres wieder weitgehend normalisiert, sind zuletzt aber deutlich gestiegen. Diesel hat alleine seit Mitte Juli etwa 12 Cent zugelegt.

Aktuell liegt der Dieselpreis laut ADAC im Bundesmittel bei 1,749 Euro, für Benzin werden 1,843 Euro fällig.

Und beim Heizen? Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox belaufen sich bei einem CO₂-Preis von 40 Euro pro Tonne die CO₂-Kosten für einen Haushalt mit Gasheizung und einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im kommenden Jahr auf 191 Euro. Das seien 24 Euro mehr als bei einem CO₂-Preis von 35 Euro. Bei einem Haushalt, der mit Öl heize, beliefen sich die Mehrkosten für 2000 Liter Öl auf 31 Euro.

Das Portal Check24 hat die durchschnittliche Belastung für Gas- und Ölkunden durch den CO₂-Preis seit deren Einführung bis 2026 aufgelistet:

Belastung für Gaskunden durch die CO₂-Steuer
Belastung für Heizölkunden durch die CO₂-Steuer

Geld aus dem Emissionshandel fließt in den Klima- und Transformationsfonds

Wie sich der CO₂-Preis nach 2026 entwickeln wird, kann nicht vorhergesagt werden. Ab 2027 steigt Deutschland in den europäischen Emissionshandel ein, damit wird der Preis allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Auf dem freien Markt werden aber schon jetzt rund 80 Euro pro Tonne verlangt. Experten und Expertinnen gehen davon aus, dass bis 2030 der Preis auf über 100 Euro steigen wird. Bis 2040 geht man sogar von einem Preis von 400 Euro pro Tonne aus.

Derzeit heizen viele Haushalte mit Erdgas und Heizöl.

Das Geld, das durch die CO₂-Steuer eingenommen wird, fließt in den Klima- und Transformationsfonds. Das Geld wird dann genutzt, um in Klimaschutzmaßnahmen und die grüne Transformation zu investieren. Die Programmausgaben sollen im Jahr 2024 bei rund 57,6 Milliarden Euro liegen. Förderschwerpunkte sind laut Bundesregierung die Dekarbonisierung der Industrie, der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der E-Mobilität und die energetische Gebäudesanierung.

Insgesamt sollen zwischen 2024 und 2027 rund 211,8 Milliarden Euro für die Aufgaben des Klima- und Transformationsfonds bereitgestellt werden. Der Wirtschaftsplan ist Teil des Haushaltsentwurfs und geht bald in die parlamentarischen Beratungen.

Mit Material von dpa

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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