Im Januar gehts wieder los

Unbefristeter Bahnstreik droht - GDL-Chef nennt Zeitpunkt für Deutsche Bahn-Ausfälle

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Die Warnstreiks der Deutschen Bahn sind noch nicht vorbei. Die GDL hat für die Zeit nach den Weihnachtsferien längere Bahnstreiks angekündigt. Sie können unbefristet sein.

Update vom 22. Dezember: Die Lokführergewerkschaft GDL darf im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn nun auch zu unbefristeten Streiks aufrufen. In einer Urabstimmung sprachen sich rund 97 Prozent der abstimmenden Mitglieder dafür aus. Die Streiks werden über mehrere Tage gehen, gab Weselsky bereits bekannt. Die Ausfälle werden massiv werden.

Bei der Deutschen Bahn droht unbefristeter Streik - GDL-Chef nennt Zeitpunkt

[Erstmeldung vom 13. Dezember] Hamm - Bei der Deutschen Bahn treffen zwei Fronten aufeinander: Während die Lokführergesellschaft GDL mit Chef Claus Weselsky mit neuen Streiks droht, sorgt der Vorstand für negative Schlagzeilen. Die Deutsche Bahn will ihren Vorständen kräftige Boni zahlen, obwohl die selbst gesteckten Ziele bei „Kundenzufriedenheit“ und „Pünktlichkeit“ klar verfehlt wurden.

Warnstreik der Deutschen Bahn droht: GDL-Chef nennt Datum

Die Warnstreiks der Deutschen Bahn fordern die Nerven der Kunden, sie müssen sich auch 2024 wieder auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Der Tarifkonflikt zwischen dem Unternehmen und der Lokführergesellschaft GDL geht in die nächste Runde. Wer auf die Bahn angewiesen ist, sollte für den Januar seine Rechte kennen.

GDL-Chef Claus Weselsky setzt weiter auf Verhandlungen, aber sendet auch deutliche Worte an den Bahn-Vorstand. Die Gewerkschaft wird erst ab dem 8. Januar wieder zum Streik aufrufen. Vorher, am 19. Dezember, kommt es zur Urabstimmung. Sollte es Zustimmung geben, drohen unbefristete Streiks, erklärt 24RHEIN. Weselsky sagte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen: „Es bleibt nicht bei weiteren 24-Stunden-Streiks.“ Wenn die GDL im Januar streikt, dann länger.

Streiks bei der Bahn ab dem 8. Januar - GDL will länger streiken

Bis zum 7. Januar fahren die REs und ICEs noch normal, danach sollten Pendler mit Bahnstreiks rechnen. Ab dem 8. Januar wird es wohl losgehen. Einen unbefristeten Streik schloss Weselsky aus. Die Bahnstreiks betreffen in der Regel NRW im besonderen Maße.

Wie sieht der neue Zug „ICE L“ der Deutschen Bahn aus? 

ICE L beim spanischen Hersteller Talgo
56 Züge des Modells ICE L wurden bei der spanischen Firma Talgo bestellt. Die Auslieferung läuft bis 2030. © Deutsche Bahn AG / Tobias Holzer
Der Neue für den DB Fernverkehr, der ICE L
85 Plätze in der 1. Klasse bietet der neue ICE L.  © Deutsche Bahn AG / Tobias Holzer
Der Neue für den DB Fernverkehr, der ICE L
Neben den gegenüberliegenden Sitzen wird es in der 1. Klasse auch klassische Zweierreihen geben. © Deutsche Bahn AG / Tobias Holzer
	
Innenansicht der 2. Klasse im ICE L des spanischen Herstellers Talgo. Das L steht dabei für den englischen Begriff „low floor“, also „Niederflur“.
Von insgesamt 562 Plätzen entfallen 477 auf die 2. Klasse.  © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
ICE L - Sitzplätze
Auch in der 2. Klasse soll es an allen Plätzen Steckdosen geben.  © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
ICE L - 2. Klasse Abteil
Die neugestalteten Ablagen über den Sitzplätzen sollen mehr Raum für Gepäck bieten.  © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
ICE L - mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben
Eine Neuerung: Die Scheiben sollen den Mobilfunkempfang in den Zügen verbessern.  © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
ICE L - stufenloser Einstieg
Das „L“ in ICE L steht für „low floor“: Der neue Zug ist ebenerdig und soll einen barrierefreien Einstieg ermöglichen.  © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
ICE L - Tablethalter
Auch neu: die Tablethalter an den Sitzen.  ©  Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Rendering Rollstuhlbereich ICE L DB AG
Drei Rollstuhlplätze gibt es im ICE L – hier zu sehen auf einem Rendering, also einem computergenerierten Bild.  © Deutsche Bahn AG / Talgo
ICE L - Familienbereich - Rendering
Erneut ein Rendering, um eine ungefähre Vorstellung über das spätere Aussehen zu erhalten: 46 Plätze gibt es im Familienbereich. © Deutsche Bahn AG / Talgo
ICE L - Kleinkindabteil - Rendering
Neun Personen finden Sitzmöglichkeiten im Kleinkindabteil (Rendering). © Deutsche Bahn AG / Talgo
ICE L - Fahrradabteil - Rendering
Auch an die Fahrradmitnahme wurde gedacht: Das Rendering zeigt die acht Stellplätze für Drahtesel im ICE L. © Deutsche Bahn AG / Talgo

Die GDL hat die Kernforderung die Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden zu senken. Dazu verlangt die Lokführer-Gewerkschaft mehr Lohn und eine Inflationsprämie. Beim 24-Stunden-Streik im Dezember fuhren nur noch wenige Züge im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Währenddessen hat die Bahn ein neues Vergütungssystem für ihre Vorstände eingeführt: Doch Kundenzufriedenheit und Pünktlichkeit sind dabei keine erklärten Ziele. Laut WDR- und NDR-Recherchen werden diese eine noch geringere Rolle bei der Bonus-Zahlung der Vorstände spielen. Im Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagte Weselsky dazu: „Diese Top-Manager füllen sich die Taschen. Wenn aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten einfordern, ist kein Geld da.“

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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