Kommentar

Weichen gestellt

+
Der ehemalige Minister Thomas de Maizière und Arbeitsrechts-Expertin Heide Pfarr stellen in Potsdam den Kompromissvorschlag im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vor.
  • schließen

Der zwischen Deutscher Bahn und Gewerkschaft EVG gemeinsam mit den Schlichtern erarbeitete Kompromiss bietet beiden einen gesichtswahrenden Ausstieg aus der Eskalationsspirale. Ein Kommentar.

Endlich liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, sind die Weichen gestellt. Es hat ja auch lange genug gedauert. Seit Jahresbeginn verhandeln die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) über den Tarifvertrag für die Beschäftigten des Staatskonzerns. Wobei über weite Strecken wenig verhandelt, sondern viel gestritten wurde. Für Außenstehende war es nicht immer leicht zu verstehen, warum sich die beiden Parteien nur so langsam aufeinander zu bewegten.

Der gemeinsam mit den Schlichtern erarbeitete Kompromiss bietet nun beiden Seiten einen gesichtswahrenden Ausstieg aus der Eskalationsspirale: Es gibt deutlich mehr Geld für die Beschäftigten – eine große, aber durch die lange Laufzeit schulterbare Belastung für den Bahnkonzern, der mit der Sanierung des maroden Schienennetzes ganz andere Herausforderungen vor der Brust hat.

Für die EVG gilt es nun, die eigenen Mitglieder vom Kompromiss zu überzeugen. Das wird nicht leicht: In den vergangenen Monaten hat die Gewerkschaft große Erwartungen geweckt. Das Ziel der Streiks und der auf Konflikt angelegten Verhandlungsführung war es auch, das Selbstbewusstsein der EVG-Mitglieder zu steigern. Auf sie kommt es in der Urabstimmung nun an.

Kommentare