Nach Verkauf von Kultmarke

Deutsche Traditionsbrauerei offenbar insolvent – und die 300 Mitarbeiter?

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Die Privatbrauerei Eichbaum hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das bekannteste Produkt wurde jüngst an einen Konkurrenten veräußert.
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Die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum ist offenbar in die Insolvenz gerutscht. Was bedeutet das für die Mitarbeiter und den Fortbestand des Unternehmens?

Mannheim – In den vergangenen Monaten mussten viele alteingesessene Firmen im Südwesten den Gang zum Amtsgericht antreten. Im September rutschte beispielsweise ein 165 Jahre altes Familienunternehmen in die Insolvenz und nun hat es offenbar auch eine der ältesten Brauereien Baden-Württembergs erwischt. Wie der SWR von einem Sprecher des Betriebsrats erfahren hat, soll die ursprünglich 1679 gegründete Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim (Baden-Württemberg) in einem Eigenverwaltungsverfahren saniert werden. Doch was bedeutet das konkret für die rund 300 Mitarbeiter?

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Die Eichbaum-Brauerei bietet Biersorten von Pils, über Helles bis zu Doppel-Bock an und verfügte bis vor kurzem auch über die Traditionsmarke Karamalz für alkoholfreies Malzbier. Vergangene Woche wurde aber bekannt, dass das Mannheimer Unternehmen die Marke inklusive der gesamten Produktion an die Veltins Brauerei verkauft hat. Der Erlös aus diesem Verkauf reichte aber offenbar nicht, um das angeschlagene Unternehmen finanziell abzusichern. Am 30. Oktober bestätigte das Amtsgericht Mannheim über die Insolvenzbekanntmachungen den Antrag.

Privatbrauerei Eichbaum offenbar vor Eigenverwaltungsverfahren – Nachricht schlug ein „wie eine Bombe“

Ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin die operative Kontrolle über das Unternehmen hat und diese nicht von einem Gericht an einen externen Insolvenzverwalter abgegeben wird. Dennoch war die Geschäftsführung von Eichbaum laut dem Betriebsratssprecher bei einer Betriebsversammlung am Dienstag (28. Oktober) nicht zugegen. Dort wurde die Belegschaft demnach über den Insolvenzantrag informiert, was laut dem SWR einschlug „wie eine Bombe“. Erst vor wenigen Tagen hatte auch eine Traditionsbrauerei in Bayern Insolvenz angemeldet.

Name Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG
Gründung 1679
Sitz Mannheim, Baden-Württemberg
Branche Getränkeindustrie
Mitarbeiter rund 300 (Oktober 2025)

Wie eingangs erwähnt, reichte der Verkauf der Traditionsmarke Karamalz nicht aus, um eine finanzielle Schieflage abzuwenden. Laut dem Betriebsratssprecher müssten die rund 300 Mitarbeiter von Eichbaum in Mannheim aber nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten, da es mehrere Möglichkeiten gebe, den Betrieb zu sanieren. Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigte sich auf SWR-Anfrage zuversichtlich. Man glaube an den Standort Mannheim, „vor allem wegen der engagierten Belegschaft“, hieß es von den Arbeitnehmervertretern.

Eichbaum ist eine der absatzstärksten Brauereien Baden-Württembergs

Die deutschen Brauereien kämpfen seit langem mit einem stark zurückgegangenen Bierkonsum im Land und zugleich mit steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Personal. Die Privatbrauerei Eichbaum in Mannheim gehört mit Fürstenberg in Donaueschingen oder der Ulmer Goldochsen-Brauerei zu den ältesten Betrieben im Bundesland und ist zudem auch eine der absatzstärksten Brauereien Baden-Württembergs. Ob das nach dem Karamalz-Verkauf so bleibt, wird sich zeigen.

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