Ehemaliges Boschwerk

Führendes Technologieunternehmen eröffnet Hauptsitz in Deutschland und schafft Arbeitsplätze

  • schließen

Der weltmarktführende Roboterhersteller Estun Europe eröffnet seinen Hauptsitz im ehemaligen Bosch-Areal in Schwäbisch Gmünd. OB Richard Arnold ist erfreut über die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Schwäbisch Gmünd - Nach dem geplanten Abbau von 1300 Arbeitsplätzen am Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd gibt es wieder positive Neuigkeiten für die Stadt in Baden-Württemberg. Estun Europe, das europäische Tochterunternehmen des chinesischen Weltmarktführers in der Automatisierungstechnik, versucht seit 2024 unter der Führung des in Schwäbisch Gmünd lebenden Robotik-Managers Gerald Mies Fuß in Europa Fuß zu fassen.

Der Roboterhersteller Estun Europe eröffnet seinen Deutschlandsitz in Schwäbisch Gmünd. Und zwar auf dem Bosch-Areal in der Lorcher Straße.

Nach der Gründung des Hauptsitzes im Schweizer Baar gelingt dem Unternehmen ein entscheidender Coup durch die Erschließung eines riesigen Areals mit enormen Kapazitäten für Produktion und Forschung. Zuvor waren auf dem Bosch-Gelände in Schwäbisch Gmünd tausende Angestellte in den Bereichen Produktion, Entwicklung und Verwaltung tätig.

Gerald Mies zu Gast bei Wahlkampfveranstaltung in Schwäbisch Gmünd

In einer Wahlkampfveranstaltung des amtierenden Oberbürgermeisters Richard Arnold (CDU) kam der ortsansässige CEO des Roboterherstellers erstmals zu Wort. „Gemeinsam mit dem amtierenden Oberbürgermeister ist es uns gelungen, dass Estun seinen Hauptsitz in Deutschland nach Schwäbisch Gmünd holt – ins Bosch-Gebäude in der Lorcher Straße. Darauf haben wir uns in den letzten Tagen geeinigt“, verkündet der Unternehmer laut einem Bericht der Gmünder Tagespost.

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Baden-Württemberg

Die Zentrale der Schwarz-Gruppe, derSchwarz Finanz und Beteiligungs GMBH & Co. KG und derLIDL Stiftung & Co. KG in Neckarsulm.
Sagt Ihnen die Schwarz-Gruppe etwas? Der Mischkonzern ist mit 575.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen aus Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa
Ein Schild weist auf eine Filiale des Lebensmitteldiscounters Lidl hin. Im Hintergrund befindet sich eine Filiale des Großflächen-Discounters Kaufland.
Weltweit bekannt sind die Discounter Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe gehören, aber dennoch Konkurrenten sind.  © Christian Johner/dpa
Die Hinterhof-Werkstatt von Robert Bosch, die er in den Jahren 1897 bis 1901 in der Kanzleistraße 22 in Stuttgart betrieb.
In diesem Hinterhof in Stuttgart wurde der größte Industriekonzern Baden-Württembergs gegründet. Wissen Sie welcher?  © Robert Bosch GmbH
Das Logo des Industriekonzerns Bosch ist an der Hauptverwaltung zu sehen.
Richtig: Die Robert Bosch GmbH mit weltweit 417.900 Mitarbeitern.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Werk der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 1908.
Wir bleiben historisch: Daimler-Motoren-Gesellschaft, Daimler-Benz, DaimlerChrysler, Daimler AG und heute... © Mercedes-Benz AG – Communications
Der Besuchereingang an der Mercedes-Benz Konzernzentrale in Stuttgart-Untertürkheim.
... Mercedes-Benz Group: Der Stuttgarter Autokonzern mit weltweit rund 175.000 Mitarbeitern darf hier nicht fehlen.  © Corporate Communication (MS/CC)
Die Stadt Friedrichshafen liegt am Bodensee, während im Hintergrund die Alpen in der Schweiz und in Österreich zu sehen sind.
Von Stuttgart an das Bodenseeufer: Hier hat ein weiterer global bedeutender Technologiekonzern seinen Hauptsitz.  © Felix Kästle/dpa
Das Forum der ZF Friedrichshafen wird von der Abendsonne angestrahlt.
Die ZF Friedrichshafen ist mit über 161.600 Mitarbeitern einer der größten Autozulieferer der Welt.  © Felix Kästle/dpa
Blick auf Gebäudeteile der Firmenzentrale des Software-Unternehmens SAP in Walldorf.
Darüber hinaus hat auch das wertvollste Unternehmen Europas seinen Sitz in Baden-Württemberg.  © Uwe Anspach/dpa
SAP-Unternehmenszentrale in Walldorf.
Genau, die SAP: der Softwarekonzern beschäftigt weltweit mehr als 109.000 Mitarbeiter. Nun geht es aber zurück in die Industrie.  © Uwe Anspach/dpa
Ein Mitarbeiter putzt vor der Präsentation den Mercedes-Stern des neuen Fernverkehrs-Lkw eActros 600.
Mercedes hatten wir doch schon in der Liste! Richtig, es gibt aber noch ein Unternehmen, das dieses legendäre Logo tragen darf.  © Jonas Walzberg/dpa
Ein Mercedes-Benz Lastwagen steht vor der Zentrale von Daimler Truck.
Daimler Truck gilt mit rund 102.900 Mitarbeitern als größter Nutzfahrzeughersteller der Welt.  © Bernd Weißbrod/dpa
Influencerin Pamela Reif (l) kassiert in einer dm Filiale für einen guten Zweck.
Na gut, ein Export-Schlager aus Karlsruhe darf auch nicht fehlen. Und damit ist nicht Influencerin Pamela Reif gemeint.  © Christoph Schmidt/dpa
Eine dm-Filiale in Homburg, Saarland.
Sondern dm. Die Drogeriemarktkette gilt mit 4.100 Filialen und knapp 90.000 Mitarbeitern als größte der Welt. © IMAGO/Lobeca
Eine Zweigstelle von Würth in Kempten im Allgäu, Bayern.
Wenn wir schon bei Superlativen sind: Auch das weltgrößte Unternehmen für Befestigungstechnik hat seinen Sitz im Ländle.  © IMAGO/imageBROKER/Manfred Bail
Der Konzernsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau, Baden-Württemberg.
Würth: Aus einem Schraubenhandel in Künzelsau entwickelte sich ein Weltkonzern mit heute über 88.000 Mitarbeitern. © IMAGO/Arnulf Hettrich
Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Automobilzulieferers Mahle, betrachtet bei der Bilanz-Pressekonferenz am Stammsitz in Stuttgart ein Gravel-Bike mit einem Mahle Antrieb.
Ein bekannter Fahrrad-Hersteller aus Baden-Württemberg? Nein, hier geht es um den Antrieb.  © Bernd Weißbrod/dpa
Das Logo des Autozulieferers Mahle ist an der Zentrale des Unternehmens zu sehen.
Autozulieferer Mahle, der natürlich nicht nur Fahrrad-Antriebe baut, beschäftigt weltweit knapp 70.000 Menschen.  © Marijan Murat/dpa
Die Werkszentrale von Freudenberg in Weinheim.
Freudenberg? Hier geht es nicht um die bayerische Gemeinde, sondern um einen echten Hidden Champion. © Ronald Wittek/dpa
: Ein Putzgerät der Marke Vileda liegt im Showroom des Technologiekonzerns Freudenberg.
Der Freudenberg-Konzern beschäftigt mehr als 52.000 Mitarbeiter und ist vor allem für die Marke Vileda bekannt.  © Uwe Anspach/dpa
Eine Firmenlogo des Baustoffkonzerns „Heidelberg Materials“, ehemals „HeidelbergCement“, ist an einem vor der Firmenzentrale geparkten Betonmischer angebracht.
Von Reinigungsprodukten zum weltgrößten Baustoffhersteller? So ist das halt mit Listen, die nach Mitarbeiterzahl geordnet sind.  © Uwe Anspach/dpa
Firmenzentrale des börsennotierten Baustoffkonzerns Heidelberg Materials in Heidelberg, Baden-Württemberg.
Heidelberg Materials, ehemals unter anderem HeidelbergCement, beschäftigt rund 51.000 Mitarbeiter auf fünf Kontinenten.  © IMAGO/Udo Herrmann
Eine Mitarbeiterin geht im Lager des Pharma-Großhändlers Phoenix in Gotha (Thüringen) zwischen Regalen entlang.
Und was wird hier gelagert? Schrauben, Werkzeuge? Nein, Pharmazubehör - und Ausrüstung.  © Martin Schutt/dpa
Ein Firmenschild mit dem Unternehmenslogo steht vor der Firmenzentrale des Pharmahändlers Phoenix.
Der Pharmagroßhändler Phoenix Pharma mit Hauptsitz in Mannheim beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter.  © Uwe Anspach/dpa
Das Logo des Optikkonzerns Zeiss auf Flaggen vor dem Firmensitz (links). Das Wappen von Sportwagenbauer Porsche (rechts).
Weitere große Unternehmen sind Zeiss (rund 46.000 Mitarbeiter) und der Sportwagenbauer Porsche (mehr als 42.000 Angestellte).  ©  IMAGO/CHROMORANGE & Marijan Murat/dpa

Auch Richard Arnold sieht das als „eine sehr gute Nachricht“. Er wisse um den Fokus, den China auf deutsche Wirtschaftsstandorte legt. „Für China ist Deutschland wichtig. Und das längst nicht nur wegen der Bundesliga“, merkt der amtierende Oberbürgermeister an. Nach der geplanten Schließung mehrerer Standorte, darunter Schwäbisch Gmünd, und dem Abbau von potenziell 3800 Arbeitsplätzen ist man hier froh über positive Zukunftsperspektiven. Zuvor gab es Expansionspläne für die Rüstungsindustrie in Baden-Württemberg.

Roboterkonzern Estun ist einer von drei Marktführern in China

Das 1993 in Nanjing, China, gegründete Unternehmen, Estun Automation Co. Ltd, ist seit 2011 im Robotik-Sektor tätig. 2017 eröffnete der Roboterhersteller in Mailand seinen ersten europäischen Standort. Dort ware Angestellte in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Logistik und Kundenservice beschäftigt. Dem folgte 2019 die Übernahme des deutschen Unternehmens Carl Coos Schweißtechnik.

Das Roboterunternehmen mit Sitz in China ist spezialisiert auf Automatisierungstechnik für die Industrie. Das Unternehmen vertreibt Computersteuerungen, Servomotoren und Industrieroboter für eine Vielzahl von Branchen.

Seit 2024 besitzt das Roboterunternehmen mit Eustun Robot Europe AG eine Tochtergesellschaft mit Sitz in der Schweiz. Dort läuft seither der Betrieb in den Bereichen Vertrieb, Service, Ausbildung sowie der Lagerung und Lieferung für Produkte in Europa. Mit dem Standort auf dem ehemaligen Bosch-Areal ist eine verstärkte Schwerpunktsetzung in den Bereichen Produktion und Entwicklung möglich. Über zehn Prozent des Firmenumsatzes investiert der Roboterhersteller in die Bereiche Forschung und Entwicklung.

Rubriklistenbild: © Imago/Werner Dieterich

Kommentare