Insolvenzverwalter gibt Update

Deutscher Elektro-Fahrzeugbauer ist insolvent – wie geht es für Betrieb und Mitarbeiter weiter?

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Die Elektromobilität in Deutschland schwächelt gewaltig. Das bekam jüngst auch ein Fahrzeugbauer aus Baden-Württemberg zu spüren, der Insolvenz anmelden musste.

Leingarten – Die Insolvenzwelle in Deutschland rollt ungebremst weiter und betrifft den Südwesten weiterhin besonders stark. Ein Maschinenbauer mit Kunden in 30 Ländern musste jüngst Insolvenz anmelden und ein Elektro-Fahrzeugbauer aus dem Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg) trat bereits Anfang Mai den Gang zum zuständigen Amtsgericht an. Erst vor wenigen Tagen erklärte der Insolvenzverwalter, der Heilbronner Rechtsanwalt Lutz Lohmann von der Mannheimer Kanzlei Ernestus, in einer Mitteilung aber die nächsten Schritte für Unternehmen und Mitarbeiter.

Diese 12 bekannten Unternehmen aus Baden-Württemberg gibt es nicht mehr

Eine Schlecker-Filiale im Jahr 2001.
Wer erinnert sich noch an Schlecker? Die Drogeriekette aus Ehningen (Donau) galt in der Hochphase als größte in ganz Europa.  © IMAGO/Enters
Eine ehemalige Schlecker-Filiale in Hamburg-St. Pauli.
Nach der Insolvenzanmeldung 2012 wurde die Kette zerschlagen und alle noch bestehenden Schlecker-Filialen geschlossen. © IMAGO/Jürgen Ritter
Der frühere Chef der Firma FlowTex, Manfred Schmider, sitzt am 14.01.2013 in Mannheim (Baden-Württemberg) im Gerichtssaal des Landgerichts.
Die Schlecker-Insolvenz schlug hohe Wellen und so auch der Skandal um die Firma Flowtex aus Ettlingen.  © Uwe Anspach/dpa
Akten zum FlowTex-Betrugsskandal stehen am Dienstag (26.07.2005) vor Beginn der Urteilsverkündung in einem Verhandlungssaal des Karlsruher Landgerichts.
Flowtex handelte auf betrügerische Weise mit Maschinen und verursachte einen Milliardenschaden. Im Jahr 2000 wurde die Firma aufgelöst. © Uli Deck/dpa
Jacken hängen an einer Kleiderstange.
Skandale und Insolvenzen sind aber nicht die einzigen Gründe für das Verschwinden von Unternehmen. (Symbolfoto) © IMAGO/Michael Bihlmayer
Verschiedene Dornier-Flugzeuge stehen am Dienstag (01.07.2009) im Dorniermuseum in Friedrichshafen am Bodensee.
Die Friedrichshafener Dornier-Werke wurden beispielsweise zum Teil in die EADS (heute Airbus SE) integriert.  © Patrick Seeger/dpa
Blick auf den Standort von Airbus Defence and Space in Immenstaad am Bodensee (Aufnahme mit Drohne).
Die militärische Luftfahrt, Raumfahrt, Wehr- und Systemtechnik von Dornier ist heute Teil von Airbus Defence and Space. © Felix Kästle/dpa
Die Feuerwehr-Geräte-Fabrik C. D. Magirus in Ulm (Ausschnitt aus einem Briefkopf)
Die Feuerwehr-Geräte und Nutzfahrzeugfabrik Magirus in Ulm wurde 1949 von Deutz übernommen und gehört heute zu Iveco.  © Stadtarchiv Ditzingen
Fahnen wehen am 20.03.2014 in Köln (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eingang des Motorenwerkes der Deutz AG.
Der Kölner Motorenbauer Deutz trägt bis heute das Logo von Magirus, ein als Silhouette des Ulmer Münsters stilisiertes M.  © Henning Kaiser/dpa
Die von Heinrich Siegle gegründete Farbenfabrik G. Siegle & Co. in Stuttgart um 1865.
Die bedeutende Stuttgarter Farbenfabrik G. Siegle & Co. GmbH fusionierte 1873 mit der BASF.  © Gemeinfrei
Das Firmenlogo vor der Hauptverwaltung des Mobilfunk-Zwischenhändlers Debitel in Stuttgart-Vaihingen (Archivfoto).
Die Stuttgarter Debitel AG ist seit 2008 Teil der Freenet AG. Das ursprüngliche Unternehmen wurde 2011 aufgelöst.  © Bernd Weißbrod/dpa
Die Schokoladenfabrik von Roth in der Bahnhofstraße in Stuttgart (heute Heilbronner Straße) im Jahr 1895 als Abbildung auf einem Briefkopf.
Apropos Stuttgart. Die Landeshauptstadt galt mit Unternehmen wie Roth (1841-1942) einst als bedeutende Schokohochburg.  © gemeinfrei
Schokolade der Marke Moser-Roth, die von Aldi vertrieben werden.
Die Handelsmarke Moser-Roth besteht bis heute, das ursprüngliche Unternehmen wurde aber 1942 aus politischen Gründen stillgelegt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Frontansicht des ehemaligen Eszet-Werkgebäudes in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2012.
Eine weitere bedeutende Schokoladenfabrik in Stuttgart war die Firma Eszet - Staengel & Ziller (1857-1975).  © Stephan Klage/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Eszet Schnitten in verschiedenen Geschmackrichtungen.
Das bekannteste Produkt, die Eszet-Schnitten, werden bis heute von Stollwerck hergestellt.  © IMAGO/Manfred Segerer
Ritter Sport Schokolade Schokoladentafel.
Von den Stuttgarter Schokoladenherstellern existiert heute nur noch Alfred Ritter, mit der Marke Ritter Sport.  © IMAGO/Markus Mainka
Luftbild, aus einem Flugzeug aufgenommen, vom der Innenstadt von Karlsruhe mit dem Schloss.
Nicht süß, aber nahrhaft war das ungesäuerte Brot, das die Matzenfabrik Strauss von 1863 bis 1936 in Karlsruhe herstellte.  © Uli Deck/dpa
Hinweisschild verweist im Karlsruher Stadtteil Neureut auf den früheren Standort der Matzenfabrik Strauß.
Die Firmengeschichte endete 1936, weil der letzte Besitzer, Semy Strauß, aufgrund der Bedrohung durch die Nationalsozialisten nach Palästina emigrierte.  © Chrischerf/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Porsche-Gründer Ferdinand Porsche in einem Sportwagen des Stuttgarter Autobauers.
Eine andere Firmengeschichte begann dagegen erst, weil die Nationalsozialisten von Ferdinand Porsche neben einem „Volkswagen“ auch einen „Volkstraktor“ wollten.  © Porsche/dpa
Ein Porsche-Traktor mit ZF-Getriebe in der historischen Sammlung der ZF Friedrichshafen AG.
Die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH stellte von 1956 bis 1963 in Friedrichshafen-Manzell Traktoren mit Dieselmotor her.  © Felix Kästle/dpa
Das Logo der Luxusautomobilmarke Maybach.
Mythos Maybach: Das ursprüngliche Unternehmen existierte von 1909 bis 1966. Erst in Bissingen (Enz), dann in Friedrichshafen.  © IMAGO/Mollenhauer
Maybach-Motorenproduktion im Daimler-Benz-Werk in Berline-Marienfelde.
1960 übernahm Daimler-Benz die Firma Maybach und vereinigte sie mit dem konzerneigenen Großmotorenbau.  © IMAGO/Eventpress Herrmann
Das Logo der MTU ist auf einer Zylinderkopfabdeckung der MTU-Baureihe 2000 angebracht, die gerade zusammenmontiert wird.
Seit 1969 ist die frühere Maybach-Motorenbau GmbH als MTU Friedrichshafen die Kernmarke von Rolls-Royce Power Systems.  © Felix Kästle/dpa
Der neue Mercedes-Maybach SL Monogram Series.
2002 reaktivierte DaimlerChrysler die Marke Maybach. Die Tradition wird seit 2014 unter der Marke Mercedes-Maybach fortgesetzt.  © Mercedes-Benz AG Communications
Das Logo des Autozulieferers Allgaier ist an einem Gebäude am Unternehmessitz zu sehen.
Der traditionsreiche Autozulieferer Allgaier Automotive soll nach einer Insolvenz Ende 2025 geschlossen werden.  © Marijan Murat/dpa

Bei dem Unternehmen handelt es sich um die ECONELO GmbH, einen auf die Produktion von sogenannten Kabinenroller mit Elektroantrieb spezialisierten Hersteller, der im Jahr 2023 durch einen verheerenden Brand auf dem damaligen Firmengelände in Lauffen am Neckar Schlagzeilen machte. Inzwischen hat das Unternehmen seinen Sitz in Leingarten und wird bis heute vom Firmengründer geführt. Mit diesem hat sich Insolvenzverwalter Lohmann in den vergangenen Wochen ein umfassendes Bild gemacht. Aber wie geht es jetzt weiter?

E-Fahrzeugbauer ECONELO ist zahlungsunfähig – Insolvenzverwalter sucht Investor

Die ECONELO GmbH hatte am 6. Mai am Amtsgericht Heilbronn Insolvenz angemeldet. Seitdem haben Unternehmensgründer Andreas Ewig und Insolvenzverwalter Lutz Lohmann den Geschäftsbetrieb stabilisiert, wie es in einer Pressemitteilung der Kanzlei vom 23. Mai heißt. „Unseren Kundinnen und Kunden stehen wir wie bewährt über die bekannten Kanäle zur Verfügung“, erklärt Ewig. Der stationäre Betrieb sowie der Online-Handel laufen weiter und die 28 Mitarbeiter, deren Gehälter für drei Monate durch das Insolvenzgeld abgesichert sind, stehen weiterhin zur Verfügung.

Name ECONELO GmbH
Gründung 2017
Sitz Leingarten, Baden-Württemberg
Branche Fahrzeugbau, Elektromobilität, Dienstleistungen
Mitarbeiter 28

Im nächsten Schritt will Lohmann einen Investor für den Fahrzeugbauer aus dem Landkreis Heilbronn finden und sieht dafür gute Erfolgsaussichten. „Wir sehen hier eine echte Chance für eine erfolgreiche Fortführung“, führt er aus. „Das Unternehmen bringt alles mit, was es dafür braucht. Übernahmeinteressenten können sich jederzeit vertrauensvoll an uns wenden.“ Zum Monatsanfang wurde bereits ein Unternehmen aus dem Südwesten durch einen Investor gerettet, allerdings nicht alle Arbeitsplätze.

ECONELO bietet in Leingarten auch Reparaturen und Wartungen an – das soll aufrechterhalten werden

Econelo produziert elektrische Fahrzeuge wie dieses Microcar. Der Betrieb soll auch im Insolvenzverfahren weitergeführt werden.

ECONELO produziert in Leingarten ausschließlich elektrisch betriebene Zwei-, Drei- und Vierradroller sowie drei- oder vierrädrige Kabinenroller. Zudem bietet das Unternehmen am Hauptsitz bei Heilbronn auch umfassende Dienstleistungen wie Reparaturen und Wartungen an. Dieses Angebot soll demnach weiterhin verfügbar sein, während Insolvenzverwalter Lohmann einen Investor sucht und sich zugleich auch um die Gewährleistungsfälle kümmert. Jüngst meldete ein Elektroauto-Verband Insolvenz an, der rund 450 Firmen vertritt.

Rubriklistenbild: © Rolf Kickuth/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

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