Weitere Verkäufe stehen bevor

Deutscher Riese plant Kahlschlag – „Am Ende wird Thyssenkrupp praktisch aufgelöst“

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Thyssenkrupp droht ein neuer Stellenabbau. Die Einschnitte sollen drastisch sein. Begleitet wird dies von geplanten Teilverkäufen.

Essen – Deutschlands Stahlindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Einerseits bestehen globale Überkapazitäten im Stahlbereich, die Nachfrage innerhalb der EU hat deutlich nachgelassen, trotzdem fluten enorme Importmengen den Markt. Andererseits verschärft die aggressive Zollpolitik der USA und China die Krisen innerhalb der Branche, mahnte die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Das merkt auch der deutsche Titan Thyssenkrupp – und greift zu neuen Maßnahmen.

Umbau bei Thyssenkrupp – angeblich wegen bevorstehender Verkäufe

Der Industrie- und Technologiekonzern Thyssenkrupp soll kurz vor einem drastischen Umbau stehen. Medienberichten zufolge plant der Vorstand, das Unternehmen in eine Finanzholding umzuwandeln, was eine Basis für den Verkauf weiterer Teile bilden würde. Das berichtete die Bild am Sonntag unter Berufung auf Konzernkreise. Unter anderem steht eine Verkleinerung der Zentrale von aktuell 500 auf 100 Mitarbeiter bevor. In der Verwaltung (aktuell rund 1.000 Beschäftigte) sollen ebenfalls Streichungen geplant sein.

Deutscher Gigant plant Kahlschlag - Insider: „Am Ende wird Thyssenkrupp praktisch aufgelöst“

Angeblich plant Thyssenkrupp neben dem Verkauf der Stahlsparte auf ein Ende des Stahlhandels. Hier sind rund 16.000 Mitarbeiter tätig, der Jahresumsatz betrug zuletzt 12,1 Milliarden Euro. Jetzt soll die Sparte an die Börse gebracht werden.

„Widerstände nicht zu erwarten“ – das letzte Wort bei Thyssenkrupp-Verkäufen ist nicht gesprochen

Außerdem könnten die Umstrukturierungen auch Teile der Autozulieferer-Sparte betreffen. Im besten Fall bleibe „nur ein Rumpf“, zitierte die Bild am Sonntag einen Manager. Noch ist das letzte Wort allerdings nicht gesprochen: Der Aufsichtsrat muss die Pläne billigen, ehe sie in Kraft treten können. Aber: „Größere Widerstände sind nicht zu erwarten“, habe die Bild aus Unternehmenskreisen erfahren. „Es sollte also so durchgehen.“ Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP habe ein Konzernsprecher gesagt, eine Veränderung der Handelstochter sei „nicht ausgeschlossen“, und es gebe immer wieder Veränderungen.

Was würde das für den Konzern bedeuten? Laut der Bild stehen hier 70 Prozent des aktuellen Jahresumsatzes auf dem Spiel. Mehr als 50 Prozent der aktuell 98.000 Mitarbeiter würden wegfallen. „Am Ende wird Thyssenkrupp praktisch aufgelöst“, zitierte die Bild-Zeitung einen Insider.

Gewinneinbruch wegen „anhaltend schwierigem“ Marktumfeld

Erst Mitte Mai hatte Thyssenkrupp einen erheblichen Gewinnrückgang berichtet. „Erwartungsgemäß“, nannte der Konzern die Entwicklung in einer Meldung. Der Auftragseingang war von 8,6 Milliarden Euro auf 8,1 Milliarden Euro eingebrochen. Der Konzernumsatz lag „aufgrund rückläufiger Preis- und Nachfrageeffekte“ bei 8,6 Milliarden Euro (von 9,1 Milliarden Euro im Vorjahr) und das Bereinigte EBIT brach um rund 90 Prozent ein (von 184 Millionen Euro auf 19 Millionen Euro).

„Das Geschäftsjahr 2024/2025 entwickelt sich für thyssenkrupp so, wie wir es prognostiziert haben: strategisch als ein Jahr der Entscheidungen, finanziell als Übergangsjahr“, erklärte Miguel López, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG. Beim Portfolio komme der Konzern dagegen gut voran; die „Vorbereitungen für die Verselbstständigung“ des Marine-Geschäfts würden auf Hochtouren laufen.

In derselben Meldung teilte Thyssenkrupp mit, dass „entschlossen“ an der geplanten Neuaufstellung des Geschäfts bei Steel Europe gearbeitet werde. Als Problemfaktor nannte der Konzern ein „anhaltend schwieriges“ Marktumfeld. Im zweiten Halbjahr erwarte er jedoch ein stabileres Marktumfeld und positive Effekte aus eingeleiteten Maßnahmen. (Laernie mit Material von AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Sven Simon

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